Der Literaturtempel, Ho Chi Minh und ein Schüleraustausch

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass ich mir am Wochenende den Literaturtempel angesehen habe, aber ich komme erst jetzt dazu, diesem Besuch einen Blogeintrag mit Bildern zu widmen.

Eigentlich handelt es sich dabei um eine frühere Universität, in der die königliche Beamten seit dem 11. Jhd. ausgebildet wurden und die heute als Stätte des Wissens und der Verehrung Konfuzius‘ dient. Das Gefühl, das mir die Anlage vermittelt hat, kommt aber dem eines Tempels sehr nahe, sodass der Name durchaus passend ist. Natürlich wimmelte es vor Touristen, aber trotzdem strahlten die alten Gebäude, die von Grün und kleinen Teichen umgeben sind, Ruhe aus. Vervollständigt wurde das Bild von vietnamesischen Studenten, die im Ao Dai und Anzug beziehungsweise mit amerikanischen College-Hüten ihren Abschluss feierten und für Hunderte von Fotos posierten.

Der Brunnen der Himmlischen Klarheit

Der Brunnen der Himmlischen Klarheit

Ein bisschen Collegefeeling in Hanoi

Ein bisschen Collegefeeling in Hanoi

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Eindrücke aus dem Literaturtempel

Eindrücke aus dem Literaturtempel

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Gestern war ich mit der Schüleraustausch-Gruppe aus Berlin am Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Es war leider geschlossen, da jedes Jahr im Herbst der Leichnam Ho Chi Minhs sozusagen restauriert wird, damit er danach wieder für ein Dreivierteljahr im Mausoleum gesehen werden kann.

Die Architektur ist an das sowjetische Lenin-Mausoleum angelehnt. Der Personenkult übertrifft das Vorbild wahrscheinlich sogar noch.

Die Architektur ist an das sowjetische Lenin-Mausoleum angelehnt. Der Personenkult übertrifft das Vorbild wahrscheinlich sogar noch.

Aber der große Exerzierplatz vor dem Museum und die sich keinen Zentimeter von der Stelle rührenden Gardisten in schneeweißen Paradeuniformen waren schon für sich einen Besuch wert. Und Gott sei Dank bin ich ja lange genug hier, um noch die Gelegenheit zu bekommen, einen Blick auf ihn zu werfen. Fotos sind natürlich verboten. Gott seid Dank gibt es außer dem Mausoleum auch noch ein Ho-Chi-Minh-Museum und eine große Anlage, in der man den Teich, an dem er meditiert hat, und das einfache Holzhaus, in dem er viele Jahre gelebt hat, besichtigen kann, sodass die zahlreichen Touristengruppen das ganze Jahr über eine tolle Kulisse für Gruppenselfies haben.

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Der große Ba-Dinh-Platz. Fragt mich bitte nicht, was auf dem Schild steht.

Der große Ba-Dinh-Platz

Die von der Luftfeuchtigkeit geplätteten Schüler.

In der großen Anlage konnte man auch einige Pagoden bestaunen, unter Anderem die legendäre Ein-Säulen-Pagode. Sie wurde von König Ly Thai Tong aus Dankbarkeit über die Geburt seines Thronfolgers gebaut und ist in ihrer Form einer ihm im Traum erschienenen Lotusblüte nachempfunden.

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Die Schüler und Lehrer aus Deutschland wurden gestern Abend in einer bombastischen Feier verabschiedet und fliegen heute zurück. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, hierzubleiben, macht es mir doch deutlich, dass mein Leben hier ein ganz anderes ist als das vergleichsweise kurze und mit touristischen Highlights vollgepackte Programm eines Austausches. Aber ich bin sehr froh, so viel Zeit hier zu haben. 😀

Zum Abschluss noch zwei Bilder, die viel über die Selbstdarstellung von Ländern aussagen. Oder weniger euphemistisch, Propaganda:

Die vietnamesische...

Die vietnamesische…

...die deutsche

…versus die deutsche. ^^

 

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