Salta, Buenos Aires, Montevideo, Florianópolis, Sao Paulo und Río de Janeiro

Fast einen Monat war ich nicht in meinem behüteten Montecarlo. Zeit, ein bisschen über die vergangenen Tage zu schreiben.

Als erstes ging es spontan mit Nele, einer anderen Freiwilligen aus Buenos Aires, nach Salta. Da dieser Weg mit dem Bus mindestens 26 Stunden lang ist, entschloss ich mich, mir drei Flüge zu gönnen. Somit ging es für mich von Iguazu nach Salta. Dort angekommen, fuhren wir direkt mit dem Bus nach Humahuaca. Die nächsten neun Tage verbrachten Nele und ich in den Städten Humahuaca, Purmamarca, Cafayate und Salta. Diese Region ist von einer unglaublichen vielseitigen Natur geprägt und bot uns viele Möglichkeiten zu Wandern oder mit dem Fahrrad zu fahren. Manche Erlebnisse, wie die dreistündige Busfahrt von Humahuaca in ein kleines Dorf namens Iruya werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Während der eine Busfahrer für das Lenken des Busses verantwortlich war, stieg ab und zu ein anderer Mann aus, um die Wassertiefe des Flusses zu prüfen, welchen wir durchqueren wollten.

Eines meiner Highlights auf dem Weg zur Salzwüste

In Purmamarca wurde noch mein Handy geklaut, was wahrscheinlich meiner Blauäugigkeit zu verdanken war. Die nächsten Tage benutzte ich somit Neles Handy mit, was euch super lieb von ihr war, und bat meine Eltern noch schnell ein neues zu kaufen, damit Sophie es mir mitbringen konnte.

Salinas Grandes- Die Salzwüste in Salta

Serranías del Hornocal, Humahuaca.

Der nächste Flug ging für uns von Salta nach Buenos Aires, wo ich Sophie treffen wollte. Nachdem ich feststellen musste, dass das Hostel, welches wir vorher gebucht hatten, nicht mehr offen hatte, suchten wir in praller Sonne und mit Backpacker auf dem Rücken, ein bezahlbares Hostel in Palmero. Zum Glück fanden wir ein super nettes Hostel und somit verbrachten Sophie und ich eine tolle Zeit über Silvester in Buenos Aires.

 

Silvesterparty in einem Club

erster Tag mit Sophie

Über Nacht ging es dann mit dem Bus weiter nach Montevideo. Angekommen, wurden wir von einem vollen Busbahnhof empfangen, indem alle Mate tranken. Da wir schon um sieben Uhr ankamen, verbrachten wir die Zeit bis zum Air b and b check in bei zwei McDonalds Cafés. Währenddessen planten wir unsere Reise um und strichen aus zeitlichen und finanziellen Gründen Iguazu und buchten drei Nächte in Florianópolis. Meiner Meinung nach war es auch die richtige Entscheidung. Montevideo hat uns beiden besser als Buenos Aires gefallen. Etwas Großstadt, jedoch trotzdem viel Meer und eine super Promenade zum joggen, spazieren oder Fahrrad fahren. Nachdem wir einen halben Strandtag einlegten und uns beide trotz Sonnencreme verbrannten, beschlossen wir am nächsten Tag eine Radtour an der Promenade zu unternehmen.

Promenade in Montevideo

Beim Abreisetag, wollten wir, da wir sonst auch schon immer 14-20 km am Tag zu Fuß liefen, uns ein Taxi zum Bahnhof zu gönnen. Leider mussten wir feststellen, dass die Bus und Taxifahrer genau an diesem Tag streikten, sodass wir doch nochmals in der Hitze bis zum Bus laufen mussten. Immerhin fanden wir dort ein Restaurant, indem wir zum dritten Mal hintereinander unsere Pizza bestellen konnten, was einfach das billigste Essen in Restaurants ist.

Sonnenuntergang in Montevideo

Der Weg bis Florianópolis war nicht ganz so leicht, da wir keinen Direktbus mehr bekamen und somit in Porto Alegre nochmal umsteigen mussten. Die Fahrt von Puerto Alegre nach Florianópolis wird Sophie glaube ich immer in Erinnerung behalten, da sie neben einem brasilianischen Mann Ende vierzig saß, welcher versuchte sich auf portugiesisch mit uns zu unterhalten. Sechs Stunden lang versuchte er immer wieder uns etwas mitzuteilen, aber da er werden englisch, spanisch, französisch oder deutsch konnte, wurde die Unterhaltung nur von ihm geführt. Neben mir saß ein Teenager, welcher auf seinem Laptop irgendwelche Spiele zockte und seine drei Kekspackungen während der Fahrt leerte.  Immerhin war dadurch die Fahrt etwas interessanter.

Trotz diesen Turbulenzen erreichten wir Florianópolis und scheiterten direkt an den Bankautomaten, sodass wir unser Taxi per Karte zahlen mussten. Unglaublich war, dass in Brasilien selbst am Strand die Kartenzahlung möglich war. Für uns natürlich super. Der Taxifahrer begrüßte uns, nachdem er feststellte, dass wir deutsche sind, mit Hitler und Rammstein aus dem Autoradio. Immerhin wechselte er auf Nachfrage die Musik. Im Allgemeinen war er auch super lieb und suchte unser Hostel nachher, indem er Fremde auf der Straße fragte. Trotzdem vielen uns auch an Zeitungsständen eine große Auswahl an Nazizeischriften mit dem Titel „Hitler“ oder ähnlichem auf. In Florianópolis entdeckten wir sofort unsere überteuerte Lieblingseisdiele. Die folgenden Tage waren sehr anstrengen für mich, da wir nach einer 20km langen Wanderung noch spontan entschlossen feiern zu gehen und nach vier Stunden schlaf dann wieder losfuhren, um zu wandern. Ich glaube, keiner würde freiwillig solch einen Urlaub wie Sophie und ich machen, aber ich fand es so super. Nach den eindrucksvollen Stränden und der unglaublichen Ruhe an manchen Orten dort, ging es für uns nach Sao Paulo.

Nachdem die Sonne am letzten Tag doch noch rauskam. Sophie hatte sich bei diesem Ausflug etwas verbrannt.

Florianopolis

Sao Paulo war für uns beide nicht sooo schön. Eine Großstadt eben, in der viel Verkehr herrscht und alle Menschen sehr hektisch sind. Da wir am Busbahnhof schon das erste Dilemma mit dem Essen in Schnellrestaurants hatten, beschlossen wir hier, abends lieber zu kochen. Wir besuchten den Park und auch einen großen Frucht- und Feinkostmarkt. Jedoch waren wir beiden echt froh, als wir diesen wieder verließen. Ein Viertel, indem ich mir auch ein Schloss an meiner Handtasche wünschte, wie das von meiner Freundin. Aber eher hatte ich sogar Angst um meinen Körper. In diesem Moment beschloss ich, nicht in die Favelas in Rio de Janeiro zu gehen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es echt eine Schande ist, nicht dort gewesen zu sein. Aber selbst auf den Straßen in unserem feinen Viertel, auf denen die meisten Frauen weniger anhatten als wir, wurden wir oft angegafft. Auf den Weg zum Terminal de Omnibus in Sao Paulo, warnten uns die Einheimischen vor der Gefahr in Rio. Und da hatten es auch Sophie und Marie geschnallt, dass die Sorgen unserer Eltern nicht unbegründet waren.

Beco de Batman in Sao Paulo

Glücklich, nach Rio de Janeiro zu fahren, ging es geplant von 0-6 Uhr mit dem Bus nach Rio. Da aber ein LKW auf dem Weg vor uns verunglückte, kamen wir erst um 9 Uhr an. Was wir beiden echt gut fanden.  Nach einem Café konnte es losgehen und wir genossen den Tag am Copacabana Strand und bestiegen den Zuckerhut. Abends waren wir beiden echt froh, wieder in unserem Air b and b am Copacabana Strand zu sein. Den nächsten Tag unternahmen wir eine free walkingtour und besuchten Christo Redentor. Eigentlich wollten wir ihn besteigen, aber da uns alle Leute abraten mussten wir 70 Real für die Bergbahn bezahlen. Aber ein Besuch des Christos gehört nunmal dazu. Die letzten Tage verbrachten wir am Strand, auf einem Hippiemarkt und probierten Acai, welches überall angeboten wurde. Nach unserem prägenden Ereignis des ekligen Kokoswassers in Florianópolis, beschlossen wir auf die Kokosnuss zu verzichten und hielten uns an unserem McDonalds Eis. Am letzten Tag joggten wir, wie es sich doch in Rio gehört einmal am Copacabana Strand.

Ausblick vom Zuckerhut

Ausblick vom Christo Redentor. Leider waren dort so viele Touristen, dass es fast unmöglich war Fotos zu machen.

Auf dem Zuckerhut

 

Christo Redentor

Liebe Grüße,

Marie

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