Fiesta Nacional de la Orquídea

Marie, hast du in zwei Wochen am Wochenende Zeit beim Biergarten mitzuhelfen?

Natürlich hatte ich Zeit und so fing die ganze Geschichte an. Ein Wochenende , also genauer gesagt fünf Tage lang, wurde in Montecarlo mal die Sau rausgelassen. Im Volkspark Vortisch stellten mehrere ortsansässige Orchideenhändler aus. Sonst gab es natürlich auch Autohändler, Poolhändler, die Matefirma der Stadt, Handwerker, Schmuckstände, Stände der Schulen, Imbisse, Festzelte und Bühnen. Alles was eben zu einem guten Fest gehört.

Unsere Schule hatte den Stand Bierfest. Es war eher ein ganzer fester Festpavillon, welcher nur einmal im Jahr zum Blumenfest benutzt wird. Die ganze Schulgemeinde arbeitet hierfür Wochen und der Gewinn ist ein großer Teil der Finanzierung der Schule. Also arbeitete ich natürlich fleißig mit. In der Küche aber auch am Kuchenstand.

Zu bieten hatten wir neben der torta negra– Schwarzwälderkirschtorte, Apfelstrudel, Käsekuchen und verschiedene Tartes. Alle Kuchen von den Müttern der Schule gebacken. Aber auch Brezel, Käsestangen und Chopp (also gezapftes Bier), durften nicht fehlen. Zum Mittag und Abend servierte die Küche ein Buffet mit verschiedenen Salaten und der Grill wurde angeschmissen.

Sonntag morgen um 8:30 Uhr stand ich also in der Küche. Pellte Kartoffeln, schnitt Tomaten und Zwiebeln. Ergebnis war das Salatbuffet, welches neben den typisch deutschen Gerichten wie Kartoffelsalat, Sauerkraut, Pickels und Krautsalat auch Maniok und Maniokpommes zu bieten hatte.

Während meinen Schichten hörte ich mehr deutsche Schlager, als ich in Deutschland jemals am Stück.

Kurz um war ich begeistert von dem Zusammenhalt und Engagement innerhalb der Schulgemeinde. Dass neben den Eltern und Angestellten der Schule auch die Schüler als Bedienung bis in die Morgenstunden mithalfen. Und erschrocken.

Von dem Luxus, wie einen Pool oder mehrere neue überteuerte Blumen, den sich viele Leute hier in der Stand leisten können. Auf der anderen Seite saßen nur 10m vor dem Eingang die Ureinwohner, welche unter Planen sitzend, ohne Schule und mit dreckiger Kleidung ihre aus dem Wald abgerissenen Pflanzen verkaufen. Angeblich wollen sie so frei leben und keine Hilfe der anderen.

Ich weiß es nicht.

Außerdem war ich am Samstagmorgen mit einer anderen Freiwilligen im Kinderheim. Ich war zwischen Heulen und Aggression. Wie ungerecht kann die Welt nur sein? Was haben diese Kinder falsch gemacht, sodass Sie in ungezogenen und dreckigen Betten zu viert in einem kleinen Zimmer schlafen müssen…? Die Schule spendete Ihnen eine Klimaanlage für den Essenssaal. Bisher konnte sie nicht angeschlossen werden, da die Leitungen nicht genug Spannung besitzen…

Ich werde ein Ferienprojekt dort für zwei Wochen starten und irgendwie versuchen den Kindern etwas zu helfen. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist…

 

tres sermanas

Zusammenfassung.

Besuch. Posadas. Regen. Gruta India. Dia del estudiante. Mate. Spanischstunden. Verzweiflung. Gewitter. Überschwemmungen. Pläne. Gitarre. Yoga. Videoprojekt. Planänderungen. Deutschunterricht für Lehrer. Flugblätter schneiden. Schulausflug. Iguazu. Glücksmomente. Wilde Tiere. Chipas. Moskitosstiche. Mixed Pickles herstellen. Kopfstand.

Vieles ist passiert in der Zeit. Viele Verständnisprobleme und Spanischvokabeln. Viel Regen und viel Hitze. Aber auch viele Glücksmomente, an denen sich diese Hürden wieder bezahlt machen. An denen die Schüler dich auf der Straße umarmen, dir ihr Pausenbrot anbieten, dir eine Lehrerin ein Eis ausgibt, du spontan von einer Freundin zu einem Ausflug abgeholt wirst, du zwei Stunden anstatt eine Stunde Deutschunterricht gibst, da die Lehrerinnen so begeistert sind, oder dir die Vermieterin ein selbstgebackenes Brot vorbeibringt und sagt, dein Spanisch sei so gut geworden.

Aber auch diese Tage, an denen du etwas so atemberaubendes, wie die Iguazu Wasserfälle siehst oder den Punkt, an dem Brasilien, Argentinien und Paraguay zusammen treffen siehst.

Yogaübungen

Eisessen

Posadas

 

Es war eine Zusammenfassung. Eigentlich gibt es noch sooo viel mehr zu berichten. Aber hiermit belasse ich es mit diesem Lebenszeichen 😊🙋🏼

quieres Mate?

Resume der ersten Woche: 100 Mate und zwei Feiern. Schon bei meiner Ankunft, wurde auf dem Weg vom Flughafen nach Montecarlo an einer Tankstelle angehalten. Es wurden 3 Pesos heißes Wasser getankt, um während der Fahrt am Steuer Mate zu trinken. Wie bei uns Coffee-to-go. Auch in den nächsten Tagen wurde ich oft auf Mate oder Terete (Matetee mit kalten Wasser oder Limonade aufgegossen) eingeladen.

Mate am Steuer

Allgemein ist die Matekultur eine sehr schöne Angelegenheit. Reih um wird der Matebecher immer wieder weitergegeben und es strahlt eine Gelassenheit aus.

Diese Gelassenheit und Gastfreundlichkeit spürte ich in dieser Woche sehr oft und gab mir Kraft, wenn ich mal wieder an meine Spanischgrenzen stoß.

Ich wohne hier in einer kleinen casita neben einer sehr netten Frau, mit welcher ich mich mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Spanisch unterhalte. Bisher fühle ich mich hier nicht allein, da meine zuständige Lehrerin mich zu allen Feten mitnimmt und mir alle möglichen Aktivitäten hier im Dorf aufzeigt. Außerdem freuen sich alle hier mir zu helfen oder ihre Deutschkenntnisse rauszukramen.

Eine weitere Eigenschaft der Argentinier ist, dass jeder Feiertag gefeiert werden muss oder ein Akt veranstaltet wird. Gleich am zweiten Tag ging es für mich zu einer Art Lehrerwichteln, von dem nun der Abschluss in der Pizzaria gefeiert wurde. Die ganze Woche lang schenkten sich die Lehrer gegenseitig einer bestimmten Person Kleinigkeiten (z.B. einen Tag eine Frucht). Am Freitag wurde also nun aufgelöst, wer einen die Woche über die Geschenke machte und man bekam dazu nochmals ein großes Geschenk. Dabei wurden mehrere Pizzas, fritierte Maniok (so ähnlich wie Pommes) , Pommes und Bier aus 1l Flaschen bestellt.

Pizzaessen

Am Samstag ging es dann für mich mit Gladis zu ihrer Mutter und es wurden bei Mate, Kuchen und Chipas gegessen. Letzte sind aus Maniokstärke, Eiern, Käse und Butter gemacht und werden hier auch in der Schule am Kiosk verkauft.

Eine angegessene Chipa aus dem Schulkiosk

Sonntag fuhr ich mit einer Freundin, welche ich hier kennenlernte mit aufs Land. Sie und ihr Bruder nahmen sich fünf Stunden Zeit mir alles bei Ihnen sowie das Internat des Bruders zu zeigen. Sie zeigten mir ihren riesigen Hof mit Kühen, Pferden, Hühnern, zugelaufenden Hunden, einer Holzfabrik, Bienenstöckern, Kiefernplantagen, und Mateteeplantagen. Außerdem ging es zum Bach und zu einem kleinen Wasserfall. Dabei gab es natürlich Terete.
Die restliche Woche ging es für mich in die Schule, zum Yoga und gestern noch zum Lehrergrillen. Dort wurde nachträglich der Dia del profesora gefeiert. Für mich als Vegitarier etwas Salat und Brotlastig, aber trotzdem sehr schön.

Heute ist der Dia de estudiante und frei. Natürlich muss vor und nachher gefeiert werden und die Secundaria macht einen Tag vor und nachher in der Schule spiele und es wird viel getanzt.

Deutschunterricht am Montag

Mal schauen, was das Wochenende so bringt. Vielleicht fahre ich nach Posadas oder nehme eine Klavierstunde… aber wie man hier so schön sagt: Despacito.

 

curso preparatorio

Zehn Tage Vorbereitungsseminar an dem Werbellinsee in Berlin sind nun vorrüber. 

Ohne Erwartungen ging es für mich am 31. September mit dem Flixbus richtung Berlin. Gleich am ersten Tag erschlugen mich 319 andere Freiwillige mit den drei Fragen; Wer bist du? Wohin gehst du? Mit welcher Organisation gehst du weg? Machmal kam noch der ein oder andere Smaltalk über das bereits angefangende Studium oder das Hobby hinzu. Kurz und knapp: 320 engagierte, kritisch denkende, junge Menschen auf einen Fleck. Für den ein oder anderen eine Herausforderung, wie sich schnell herausstellen sollte.

Meine Tage dort waren durch Homezonetreffen, Energizern, Ängsten, Kaffee, political correctness, Workshops, Kartoffeln, Nudelsalat und Frühschwimmen geprägt. 

Unter den Freiwilligen wurde oft der Sinn und Zweck unseres Aufenthalts dort diskutiert. Jedoch kann ich, glaube ich für alle sagen, dass diese Zeit sehr bereichernd war. Ich zumindest, nehme neben einer Erkältung, der kultuweit Trinkflasche, dem PAD USB Stick und dem Argentinischen Höflichkeitsvisum, viele neue Weltansichten anderer Freiwilliger, welche ich mehr oder weniger teile, mit nach Montecarlo. 

 

adiós

23kg. Gar nicht so viel für ein ganzes Jahr. 

Ich werde also viel in Deutschland lassen müssen, jedoch sehe ich es als „Erleicherung“. Ein Jahr die Universität links liegen lassen und den Kopf durchlüften.

Gerade in der Klausurenphase, in welcher sich jeder Lehramtsstudent denkt: „Was soll ich mit dem ganzen Unsinn später machen?“ und „Was davon benötige ich wirklich als guter Lehrer?“

Somit gehe ich voller positiver Erwartungen los. Möglichst viele Unterrichtserfahrungen sammeln können, Spanisch lernen und natürlich viel von Südamerika sehen. (Sophie ich freu mich sooo auf unsere Tour im Januar!)

Klar hat man auch etwas bedenken durch mangelnde Spanischkenntnisse und auch mit dem Anschluss in Argentinien. Immer wenn jemand zu mir sagt: „…und kannst du schon Spanisch sprechen?“, muss ich leider antworten, dass ich momentan fleißig auf meiner Spanisch-App Vokabeln pauke 😀

Jedoch helfen mir Camie (eine jetztige Freiwillige) und Gladis (die dortige Deutschlehrerin) sehr weiter und nehmen mir die Angst. 

So, ich denke, dass reicht fürs erste.

Eure Marie

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