quieres Mate?

Resume der ersten Woche: 100 Mate und zwei Feiern. Schon bei meiner Ankunft, wurde auf dem Weg vom Flughafen nach Montecarlo an einer Tankstelle angehalten. Es wurden 3 Pesos heißes Wasser getankt, um während der Fahrt am Steuer Mate zu trinken. Wie bei uns Coffee-to-go. Auch in den nächsten Tagen wurde ich oft auf Mate oder Terete (Matetee mit kalten Wasser oder Limonade aufgegossen) eingeladen.

Mate am Steuer

Allgemein ist die Matekultur eine sehr schöne Angelegenheit. Reih um wird der Matebecher immer wieder weitergegeben und es strahlt eine Gelassenheit aus.

Diese Gelassenheit und Gastfreundlichkeit spürte ich in dieser Woche sehr oft und gab mir Kraft, wenn ich mal wieder an meine Spanischgrenzen stoß.

Ich wohne hier in einer kleinen casita neben einer sehr netten Frau, mit welcher ich mich mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Spanisch unterhalte. Bisher fühle ich mich hier nicht allein, da meine zuständige Lehrerin mich zu allen Feten mitnimmt und mir alle möglichen Aktivitäten hier im Dorf aufzeigt. Außerdem freuen sich alle hier mir zu helfen oder ihre Deutschkenntnisse rauszukramen.

Eine weitere Eigenschaft der Argentinier ist, dass jeder Feiertag gefeiert werden muss oder ein Akt veranstaltet wird. Gleich am zweiten Tag ging es für mich zu einer Art Lehrerwichteln, von dem nun der Abschluss in der Pizzaria gefeiert wurde. Die ganze Woche lang schenkten sich die Lehrer gegenseitig einer bestimmten Person Kleinigkeiten (z.B. einen Tag eine Frucht). Am Freitag wurde also nun aufgelöst, wer einen die Woche über die Geschenke machte und man bekam dazu nochmals ein großes Geschenk. Dabei wurden mehrere Pizzas, fritierte Maniok (so ähnlich wie Pommes) , Pommes und Bier aus 1l Flaschen bestellt.

Pizzaessen

Am Samstag ging es dann für mich mit Gladis zu ihrer Mutter und es wurden bei Mate, Kuchen und Chipas gegessen. Letzte sind aus Maniokstärke, Eiern, Käse und Butter gemacht und werden hier auch in der Schule am Kiosk verkauft.

Eine angegessene Chipa aus dem Schulkiosk

Sonntag fuhr ich mit einer Freundin, welche ich hier kennenlernte mit aufs Land. Sie und ihr Bruder nahmen sich fünf Stunden Zeit mir alles bei Ihnen sowie das Internat des Bruders zu zeigen. Sie zeigten mir ihren riesigen Hof mit Kühen, Pferden, Hühnern, zugelaufenden Hunden, einer Holzfabrik, Bienenstöckern, Kiefernplantagen, und Mateteeplantagen. Außerdem ging es zum Bach und zu einem kleinen Wasserfall. Dabei gab es natürlich Terete.
Die restliche Woche ging es für mich in die Schule, zum Yoga und gestern noch zum Lehrergrillen. Dort wurde nachträglich der Dia del profesora gefeiert. Für mich als Vegitarier etwas Salat und Brotlastig, aber trotzdem sehr schön.

Heute ist der Dia de estudiante und frei. Natürlich muss vor und nachher gefeiert werden und die Secundaria macht einen Tag vor und nachher in der Schule spiele und es wird viel getanzt.

Deutschunterricht am Montag

Mal schauen, was das Wochenende so bringt. Vielleicht fahre ich nach Posadas oder nehme eine Klavierstunde… aber wie man hier so schön sagt: Despacito.

 

curso preparatorio

Zehn Tage Vorbereitungsseminar an dem Werbellinsee in Berlin sind nun vorrüber. 

Ohne Erwartungen ging es für mich am 31. September mit dem Flixbus richtung Berlin. Gleich am ersten Tag erschlugen mich 319 andere Freiwillige mit den drei Fragen; Wer bist du? Wohin gehst du? Mit welcher Organisation gehst du weg? Machmal kam noch der ein oder andere Smaltalk über das bereits angefangende Studium oder das Hobby hinzu. Kurz und knapp: 320 engagierte, kritisch denkende, junge Menschen auf einen Fleck. Für den ein oder anderen eine Herausforderung, wie sich schnell herausstellen sollte.

Meine Tage dort waren durch Homezonetreffen, Energizern, Ängsten, Kaffee, political correctness, Workshops, Kartoffeln, Nudelsalat und Frühschwimmen geprägt. 

Unter den Freiwilligen wurde oft der Sinn und Zweck unseres Aufenthalts dort diskutiert. Jedoch kann ich, glaube ich für alle sagen, dass diese Zeit sehr bereichernd war. Ich zumindest, nehme neben einer Erkältung, der kultuweit Trinkflasche, dem PAD USB Stick und dem Argentinischen Höflichkeitsvisum, viele neue Weltansichten anderer Freiwilliger, welche ich mehr oder weniger teile, mit nach Montecarlo. 

 

adiós

23kg. Gar nicht so viel für ein ganzes Jahr. 

Ich werde also viel in Deutschland lassen müssen, jedoch sehe ich es als „Erleicherung“. Ein Jahr die Universität links liegen lassen und den Kopf durchlüften.

Gerade in der Klausurenphase, in welcher sich jeder Lehramtsstudent denkt: „Was soll ich mit dem ganzen Unsinn später machen?“ und „Was davon benötige ich wirklich als guter Lehrer?“

Somit gehe ich voller positiver Erwartungen los. Möglichst viele Unterrichtserfahrungen sammeln können, Spanisch lernen und natürlich viel von Südamerika sehen. (Sophie ich freu mich sooo auf unsere Tour im Januar!)

Klar hat man auch etwas bedenken durch mangelnde Spanischkenntnisse und auch mit dem Anschluss in Argentinien. Immer wenn jemand zu mir sagt: „…und kannst du schon Spanisch sprechen?“, muss ich leider antworten, dass ich momentan fleißig auf meiner Spanisch-App Vokabeln pauke 😀

Jedoch helfen mir Camie (eine jetztige Freiwillige) und Gladis (die dortige Deutschlehrerin) sehr weiter und nehmen mir die Angst. 

So, ich denke, dass reicht fürs erste.

Eure Marie

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