Internationale Deutscholympiade

Alle zwei Jahre findet die Internationale Deutscholympiade statt. Die IDO ist ein Wettbewerb für Deutschlernende weltweit. Jedes teilnehmende Land sucht in einem nationalen Wettbewerb seine beiden Repräsentanten aus, die dann beim internationalen Finale in Deutschland gegen die weltweit besten Deutschschüler antreten. In diesem Jahr wird das Finale in Freiburg im Breisgau ausgetragen und erstmals haben auch chilenische Schüler die Möglichkeit ihr Land zu vertreten.

Aber mal ganz zum Anfang zurück:

Ende März kam der Aufruf bei den Schülern kund zu tun, dass es wieder mal einen Wettbewerb geben wird. Dieses Mal aber nicht nur irgendein Wettbewerb, sondern eben die Internationale Deutscholympiade. Direkt machte ich mich in den 11ten und 12ten Klassen auf die Suche nach motivierten Deutsch-Schülern und Schülerinnen und konnte tatsächlich einige animieren teilzunehmen.

18-20.04.2018 Intensivvorbereitungskurs. Um den Schülern die bestmögliche Vorbereitung zu bieten, setzten wir einen Intensivkurs an, den ich allein planen und durchführen sollte. In Nachtarbeit bereitete ich am Tag vor Beginn der Vorbereitung zahlreiche Arbeitsblätter zur Wiederholung des gesamten!!! Unterrichtsstoffs des Niveau A2 vor. Wie sollte es auch anders kommen, vergaß ich auf Grund des „auf den letzten Drücker“-Stress einen Wecker für den nächsten Schultag zu stellen und verschlief prompt. In wohl gemerkt 10 Minuten!!! schloss ich, angezogen und gewaschen, die Haustür hinter mir und lief im Eilschritt richtig Bushaltestelle. Mit viel Glück kam dann auch ziemlich schnell ein Bus Richtung San Nicolás und ich kam nur etwa 20 Minuten zu spät. Meine Schüler warteten bereits sehnsüchtig auf mich und wir konnten dann auch relativ schnell anfangen. Zu Beginn erklärte ich den Schülern den Ablauf des Wettbewerbs und wie die entsprechende Vorbereitung aussehen werden wird. In den kommenden 2 1/2 Tagen verbrachten wir die Stunden mit Grammatik wie Perfekt, Reflexivverben und dem Konjunktiv, verschiedenen Arbeitsblättern zum Anwenden des vorher Wiederholten und der Recherche und Gestaltung der mündlichen Präsentationen.

Der Intensivkurs ging unheimlich schnell vorbei und es hat wirklich Spaß gemacht mit diesem hochmotivierten Grüppchen zusammen zu arbeiten, auch wenn es für mich ziemlich stressig war das ganze Material vorzubereiten und immer einen Plan zu haben.

27.04.2018 Die schulinterne Vorauswahl. Endlich war es soweit und die ersten Runde des Wettbewerbs fand endlich statt. Am Freitag morgen wartete ich gemeinsam mit meinen super aufgeregten Schülern im extra dekorierten Raum auf die Ankunft der Jury aus Santiago. Hinter uns lag eine Woche mit zahlreichen Treffen in den Pausen und Unterrichtsstunden um Fragen zu klären und die mündlichen Präsentationen sprachlich und schauspielerisch zu perfektionieren. Im ersten Teil mussten die Schüler dann einen einstündigen schriftlichen Test zu Grammatik, Leseverständnis und Wortschatz schreiben. Anschließend gab es dann zur Entspannung Kekse und Kaffee. Die Anspannung war trotz des schon vollbrachten Ersten Teils präsent, denn nun sollten die mündlichen Präsentationen folgen. Hierzu hatten die Schüler bereits im Vorfeld die Themen bekommen um diese vorzubereiten und zu üben. Zur Auswahl standen a) die Darstellung einer Alltagssituation und b) eine berühmte deutsche Persönlichkeit. Nur eine Schülerin wählte die Alltagssituation. Sie hatte sich überlegt einen Schulmorgen vorzustellen, an dem sie allerdings verschläft, sich beim Zähneputzen die Kleidung beschmutzt, im Sprint ihre Sachen zusammen sucht und schließlich feststellt, dass es Samstag ist. Der Rest entschied sich für die Vorstellung einer berühmten Persönlichkeit. Albert Einstein mit Watte-Bart und Kittel, inklusive Geigeneinlage. Dirk Nowitzki im Dallas-Hemdchen bei einer Pressekonferenz und mit finalem Korbwurf (in einen Mülleimer). Dr.Oetcker in einer Kochshow , der in seinem Miniofen aus Pappe einen Kuchen backt.

Die Schüler und ich, als stolze Mami meiner „Kleinen“, freuten uns riesig über das große Lob seitens der Jury für die wirklich gelungenen und liebevoll gestalteten Präsentationen. Da es sich aber ja um eine Vorauswahl handelte, konnten nur zwei der vier gewinnen und die Schule beim Finale vertreten. Bei der kleinen Siegerehrung entschied sich die Jury schließlich für Carlos und Damián.

04.05.2018 Das nationale Finale. Unsere Schülerdelegation und eine Lehrperson brachen bereits am Donnerstag Richtung Santiago auf und verbrachten die Nacht in einem Hostel in der Nähe des Goethe-Instituts. Da ich aus versicherungstechnischen Gründen nicht die Aufsicht übernehmen durfte und ich mich nicht stressen wollte, fuhr ich erst in der Nacht zu Freitag nach Santiago. Im Berufsverkehr und der daher völlig überfüllten Metro ging es dann einmal quer durch die Stadt zum Goethe. Während de ganzen Fahrt war ich meinen Nachbarn definitiv zu nah. Dort traf ich dann auf meine Schützlinge, die anderen Final-Teilnehmer und einige andere „kulturweit“-Freiwillige. Bei der Vorrunde war ich gebeten worden eine PowerPoint vorzubereiten um den Wettbewerbstag einzuleiten. Nach meiner Motivations-Präsentation und einer kleinen Rede des Leiters des Goethe-Instituts, dem Leiter des PASCH-Büros und der Wettbewerbsorganisatorin ging es auch schon los. In der ersten Aufgabe sollten die Teilnehmer einen Artikel zu einem von ihnen gewählten Thema für eine Wandzeitung schreiben und gestalten. Hier kamen Ideen zu ÖPNV in Deutschland, Deutschen Musikern und der Flüchtlingssituation in Deutschland und Chile zustande. Nach einem Mittagessen und einer anschließenden Mittagspause ging es dann mit einem zweiten mündlichen Teil weiter. Die Schüler worden in Gruppen eingeteilt und worden gebeten ein Gruppengespräch zum Beispiel zu einer Situation in der Schule oder der Planung einer Reise vorzubereiten. Die im Anschluss stattfindende Präsentation war äußerst unterhaltsam und des Öfteren brach das Publikum und auch die Jury in schallendes Gelächter aus.

Trotz der fantastischen Beiträge konnten auch hier nur zwei der neun Teilnehmer gewinnen und sich somit das vollfinanzierte Ticket nach Deutschland zum Internationalen Finale im Juli 2018 in Freiburg sichern. Meine Jungs gewannen leider nicht, aber ich denke mal, dass es ihnen trotzdem Spaß gemacht hat und auch zur Vertiefung der Sprache beigetragen hat. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall super Stolz auf meine Jungs und Mädels, dass sie sich so wacker geschlagen haben und an dem Wettbewerb trotz Klausurphase teilgenommen haben.

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