Lektion aus dem Schulalltag: Spicken muss gelernt sein

Wahrscheinlich Jeder hat während seiner Schulzeit geglaubt, beim Spicken unauffällig zu sein.

Gerade sitze ich bei einer Elften Klasse in einer Deutsch-Prueba (Klassenarbeit). Nicht mehr als Schüler an einem Einzeltisch mit dem Blick zur Tafel, sondern als Assistenz der Lehrerin mit dem Blick auf die angestrengten Gesichter meiner Schützlinge. Ich kann jetzt sagen:

Leuteee spicken müsst ihr üben!!!

  • Eine fuchtelt vergeblich am Ärmel ihres Pullis rum, um den darin versteckten Zettel zu lesen. (Weitere am Kragen und am Rock)
  • Sobald die Lehrerin im hinteren Teil des Raums ist, geht der Kopf eines anderen Schülers zur Seite um in seinem auf seinem Schoss liegenden Handy, Wörter nachzuschauen.
  • Der Blick eines anderen Schülers fällt direkt auf das Blatt seines Vorder-/Hinter- oder Nebenmanns.
  • Ein weiterer Schüler zieht mehrmals flink sein Heft aus dem Fach unter seinem Tisch hervor um dem darin Geschriebenen einen kurzen Blick zu würdigen.
  • Wieder Andere fragen einfach ihren Nachbarn nach der Lösung.

Wenn sich die Schüler nach ihrem erfolgreichen, teilweise auch dreisten Spickversuchen wieder ihren Aufgabenblättern zuwenden, sieht man deutlich erhelltere Gemüter.

In gewisser Weise habe ich ja Sympathie mit meinen Schülern. Wenn ich Sie bei ihren Spickversuchen erwische, lächele oder lache ich sie einfach nur wissend an und darauf kommt dann ein verlegendes Grinsen, das zeigt, dass sie sich ertappt fühlen.

 

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