Allmählich wird es ernst….

Die Zeit rennt. Nur noch 1 Monat in Deutschland und in weniger als drei Wochen geht es schon zum Vorbereitungsseminar am Werbellinsee in Brandenburg.

Meine Entscheidung, 1 Jahr im Ausland zu verbringen, wird langsam zur Realität. Jeden Tag kommt die nahende Ausreise als Gesprächsthema auf den Tisch. An dieser Stelle:  Entschuldigung an alle, dass es momentan nicht viele andere Themen gibt über die man sich mit mir unterhalten kann. Immer wieder muss ich mich aber auch von Freunden und Bekannten verabschieden, die ich vor meiner Abreise nicht mehr sehe, weil sie entweder selber ins Ausland gehen oder in den Urlaub fahren. Die ersten Tränen sind bereits vergossen worden, aber ich befürchte, dass da noch Einige fließen werden.

Auch insgesamt ist mein Zeitplan gefüllt mit Terminen bei Ärzten und Behörden, Familienfesten, Verabredungen mit Freunden…

Visum. Am letzten Dienstag bin ich früh morgens aufgestanden um mit dem Zug nach Frankfurt zum Chilenischen Generalkonsulat zu fahren. Das sich als eher kleines Büro-Apartment inmitten eines nobleren Wohngebiets entpuppt hat  und ganz zu meinem Erstaunen gab es nicht mal eine Taschenkontrolle. Auch sonst waren die Mitarbeiter sehr locker und nehmen wie auch schon bei der Beantragung des Visums, nicht alles ganz so ernst. Normalerweise ist man nach 15 Minuten mit dem Visum in der Hand wieder an der frischen Luft. Bei mir hat das ganze etwa 1 Stunde gedauert, weil der Mitarbeiter besonders gesprächig war und mir direkt mal ein paar Reisetipps mit auf den Weg gegeben hat. Aber schließlich konnte auch ich freudig mit dem Visum für einen befristeten Aufenthalt in Chile den Heimweg antreten.

Packliste.  Zweifel kommen auf. Nicht darüber, ob das FSJ tatsächlich das Richtige ist, sondern eher wie ich in einem Koffer meinen gesamten Kleiderschrank samt Schuhen unterbringe und dieser dann auch nicht mehr als 23kg wiegt. Täglich fallen mir noch mehr Sachen ein, die ich gerne mitnehmen würde. Ich befürchte, dass das Packen den ein oder anderen Nervenzusammenbruch von mir und meiner Mama fordern wird, aber das wird schon irgendwie werden…hoffentlich…

Einsatzstelle. Mir ist aufgefallen, dass ich im vorherigen Blogeintrag gar nicht berichtet habe, was ich eigentlich in Chile machen werde. Die folgenden 12 Monate werde ich am ‚Liceo Bicentenario de Excelencia Polivalente San Nicolás‘ verbringen. Das Liceo ist Teil der PASCH-Initiative, einem weltweiten Netzwerk aus Schulen an denen die Sprache Deutsch einen hohen Stellenwert hat. An der Schule werden etwa 950 Schüler in den Klassenstufen 7-12 unterrichtet. Meine Aufgaben bestehen darin, die Deutschlehrer in den verschiedenen Klassen zu unterstützen und speziell gute Deutschschüler auf Sprachprüfungen vorzubereiten. Außerdem darf ich eigene Projekte und AGs für die Schüler organisieren und leiten um auch außerhalb des Unterrichts die deutsche Kultur näher zu bringen. Mal gucken wie gut das alles klappen wird…

Reiseziele. Während meiner Zeit in Südamerika habe ich vor möglichst viel zu reisen um Land und Leute auch außerhalb der Touri-Destinationen kennen zu lernen. Hierzu habe ich bereits bei Google Maps ‚Möchte ich hin‘-Pins auf der Landkarte verteilt und jedes Mal, wenn ich ein bisschen in meinem Lonely Planet Reiseführer schmöker, finde ich neue Orte, denen ich gerne einen Besuch abstatten möchte. Laut zahlreicher Reiseführer und dem Internet, reist man in Chile vornehmlich mit dem Mietauto oder dem Bus, weil es nur wenige gut ausgebaute Bahnstrecken gibt. Da ich leider keine 21 bin, wird das mit dem Mietauto wohl eher schwierig und ich werde wohl oder übel mit dem Bus vorlieb nehmen müssen. Ich würde unter anderem unheimlich gerne die Atacama-Wüste, Kap Hoorn, die Osterinseln, die Salzwüsten von Bolivien, Machu Picchu und die Regenbogen-Felsen in Peru, die Galápagos-Inseln und die Iguazú-Wasserfälle in Argentinien besuchen. Ich bin gespannt, was ich wirkliche schaffe zu erkunden, denn es sind ja nur 12 Monate.

Mit den Informationen zum aktuellen Stand war es das jetzt erst mal wieder. Täglich rückt mein Abenteuer näher und seitdem ich mein Visum habe, steht dem Ganzen auch nichts mehr im Wege.

 

Im letzten Jahr haben meine Eltern mir ein Schild mit einem Spruch aus dem Urlaub mitgebracht. Welcher lautet:

Enjoy the little things in life…

…for one day you’ll look back and realize they were the big things.

Diesen Spruch möchte ich als eine Art Motto für die kommenden Woche bis zu meiner Ausreise und auch für meine Zeit in Chile sehen. Er soll mich daran erinnern jeden Moment zu leben, nicht alle Dinge zu erzwingen und mir auch in stressigen Zeiten mal eine Auszeit zu gönnen, weil ich sonst die besten Augenblicke meiner Jugend verpassen könnte.

 

Bis bald!

eure Marie

 

 

4 Gedanken zu “Allmählich wird es ernst….

  1. Liebe Marie, vor jetzt schon über zwei Jahren habe ich mich auch auf den Weg nach San Nicolás gemacht! Ich hoffe, du hast eine schöne Zeit, es wird sehr spannend, mitunter auch anstrengend, aber ich schaue immer voller amor und Fernweh auf meine Zeit zurück. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, kannst du dich ja melden.
    Grüß die Schüler von mir!
    Besitos, Adina

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