Zwischen Hummusbar und Obdachlosigkeit

Hallo, ihr liebste aller Bloggemeinden! Es ist nun schon ein wenig her, seit ich meinen letzten Beitrag geschrieben habe. Deswegen wird es langsam Zeit, euch alle auf den neuesten Stand zu bringen.

Warum hast du so lange nichts gepostet? 

Eines vorweg: Es war nicht nur Faulheit! Ich bin mir noch unsicher, wie ich hier fair berichten und abbilden kann. Damit meine ich: Wie kann ich hier von meinen Erlebnissen und Begegnungen berichten, ohne damit Einzelpersonen oder gar ganzen Kulturen auf den Schlips zu treten? Wie kann ich auf Augenhöhe erzählen? Ich versuche es heute einfach mal.

Wie lebst du in Ungarn?

Ich lebe im Obergeschoss eines Hauses, in einem 16.000-Einwohner*innenstarken Ort nahe Budapest. (Fót ist der Name, für diejenigen, die mich auf einer Karte pinnen wollen.) Ich habe mich gut eingelebt, meine Wände mit Plakaten und Postern tapeziert, Bilder aufgehängt und meinen Arbeitsplatz eingerichtet. Mit der Bahn fahre ich eine halbe Stunde nach Budapest in die Innenstadt, zu meinem Arbeitsplatz.

Wie und wo und was arbeitest du eigentlich?

Ich arbeite in einer Schule in Budapest, genauer: am Városmajori Gimnázium. Hier unterstütze ich die Fachschaft Deutsch bei ihrer Arbeit. Ich möchte den Schüler*innen die Möglichkeit geben, die deutsche Sprache am „lebenden Objekt“ kennen zu lernen. Ich bekomme die Chance, viele Stunden selbst zu leiten (ca 15 die Woche). Zusätzlich assistiere ich manchen Lehrer*innen in ihren Stunden. Besonders viel Spaß macht es mir, mit den Schüler*innen über unterschiedliche Essgewohnheiten im Wandel, Konsum, Schulkritik und Musik zu sprechen – auf deutsch, versteht sich. Demnächst werde ich hoffentlich mit Projektarbeit anfangen.

Soweit zu den Basics. Wie erlebst du Budapest und Ungarn an sich?

Ich erlebe Budapest zum Einen total schön: mit prunkvollen Sehenswürdigkeiten, Wandgemälden, jeder Menge internationalen Restaurants, weltoffen – und viel selbstverständlicher hilfsbereit als Deutschland. Andererseits nehme ich viel Obdachlosigkeit und Armut wahr. Menschen leben auf der Straße, fragen mich nach Münzen oder Zigaretten, während ich gerade auf dem Weg zu einer der zahllosen hummusbars bin – eine Absurdität. Nicht dass das in deutschen Großstädten anders oder gar besser wäre. Es fällt mir nur hier zum ersten Mal sehr bewusst auf.

Auch wenn ich noch nicht alle Facetten dieser Stadt vollends kennengelernt habe – Ich liebe sie dennoch bereits jetzt und fühle mich hier unglaublich wohl.

Und sonst so? Du hängst doch nicht nur in der Schule ab?

Richtig! Zusammen mit den anderen Freiwilligen habe ich schon viel erlebt. Wir haben das Schloss in Gödöllő (das „ungarische Versailles“, Lieblingsschloss von Sisi) zusammen besucht und einen Spaziergang in der riesigen Parkanlage gemacht. Wir waren bei Caro in einem Außenbezirk von Budapest, bei Kari in Újhartyán und bei Vicky in Miskolc zu Gast. Helena und Vicky waren mehrfach zu Besuch hier, auch mit ein paar Freiwilligen aus der Slowakei haben wir schon coole Abende gehabt! Um das ganze zu krönen, war ich am letzten Wochenende (wir hatten Ferien, hihi) für einige Tage mit Helena und Karen in Prag, der Hauptstadt der tschechischen Republik! Zweifellos eine der schönsten Erfahrungen in meinem gesamten bisherigen Freiwilligendienst.

Bis bald. Euer Luki 💗

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