LOSgezogen

Meike auf Reisen

Eine kleine, große Reise…

Hallo meine Lieben,

ich habe jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr geschrieben. Auf der einen Seite weil der vorweihnachtliche Stress mich wie jedes Jahr fest im Griff hatte, und auf der anderen Seite, weil ich dannach meine freie Zeit zum Reisen verwendet habe.

Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellung mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.

-Samuel Johnson-

Unter diesem Motto ging es für mich dann kurz nach Weihnachten los Richtung Norden. 10 Busstunden entfernt liegt die zweitgrößte Stadt Perus, Trujillo. Mit gerade einmal 710.000 Einwohnern, kam sie mir im Vergleich zu Lima (ca. 8 Millionen, Tendenz steigend) wie eine Kleinstadt vor.

Trujillo hielt was es versprach, Sonne, Strand und Meer. Obwohl ich ein wenig enttäuscht war von dem legendären Strand, Huanchaco, der mir von einigen Freunden in Lima so hoch angepriesen wurde, tat die Auszeit von der Großstadt wirklich gut. Silvester wurde dann natürlich auch am Strand gefeiert.

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Natürlich darf bei einem Besuch in Trujillo auch Chan Chan nicht fehlen. Chan Chan gehört seit 1989 zum Weltkulurerbe und steht gleichzeitig auf der „Roten Liste des gefährdeten Welterbes“. Auf fast 28km² können die Ruinen der präkolumbischen Hauptstadt des Chimu-Reiches besichtigt werden. Leider setzen Wind, Wetter und vor allem der Klimawandel dem Weltkulturerbe sehr zu. Auch hier musste ich meine „Vorstellung, mit der Wirklichkeit abgleichen.“ Von einigen meiner Schüler in Lima als „total langweilig, nervig und ätzend“ beschrieben, hat mich Chan Chan total beeindruckt.

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Eigentlich war mein Plan ca. eine Woche in Trujillo zu bleiben. Weil aber Sonne, Strand, Meer und Chan Chan in weniger als 4 Tagen abgehackt waren, beschloss ich kurzfristig nach Cajamarca, eine Stadt 6 Stunden östlich von Trujillo, zu fahren.

 

Cajamarca ist heute vor allem für seine Goldmine bekannt. Unweit entfernt der Stadt liegt das Yanacocha Bergwerk, die profitabelste Goldmine der Welt. Dennoch war Cajamarca auch früher schon ein wichtiger Wirtschaftsknotenpunkt, beim Handel zwischen an der Küste angesiedelten Kulturen und Andenvölkern. Dementsprechend viel hat Cajamarca auch heute noch zu bieten. Eine Stunden entfernt und auf 3500 Metern liegt Cumbe Mayo, ein Äquadukt aus Pre-Inka-Zeiten, das auch heute noch sehr gut erhalten ist.

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Cajamarca hat mich sehr beeindruckt. Es ist eine wunderschöne Stadt, mit wahnsinnig viel eigener Kultur, tollen Häusern im Anden- und Kolonialstil, mit Eucalyptuswäldern (wurde aus Australien eingeschleppt) und großartigen Menschen.

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Leider hatte ich nur zwei Tage Zeit in Cajamarca. Dann hieß es für mich wieder 6 Stunden Busfahrt zurück nach Trujillo, bei der ich mich nicht getraut habe aus dem Fenster zu schauen. Unser Busfahrer bewältigte die kurvigen Pässe in Rekordzeit und mein Magen verlangte meine volle Konzentration. Im Anschluss ging es dann nochmals 10 Stunden zurück nach Lima. Ehrlich gesagt waren es 10 Stunden bis Lima. und weitere 3 Stunden bis zum Busterminal durch Lima. Wie froh ich war aus dem Bus zu steigen, den grauen Himmel von Lima zu sehen das Hupen der Taxis zu hören und zu wissen, ja ich bin wieder zu Hause.

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