Altes Neues

Ja, die letzten Wochen habe ich es leider etwas schleifen lassen mit dem Berichten. Dies bedeutet aber auch, dass ich viel erlebt habe und umso mehr zu berichten habe. Hier also der Versuch einige Erlebnisse des letzten Monats festzuhalten:

Die Klassenfahrt nach Buenos Aires mit den 6ten Klassen verlief erwartungsgemäß anstrengend und chaotisch, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Am zweiten Tag mussten wir aufgrund eines Gewitters, das unsere Hütte leicht geflutet hatte, mit allen 60 Schülern und Schülerinnen, die sich gerade halbwegs eingerichtet hatten, ins Schulgebäude umziehen. Außerdem herrschte genau in dieser Woche eine ziemliche Moskitoplage in der Region und wir waren dreimal am Tag damit beschäftigt die gesamte Gruppe mit Moskitoschutz einzusprühen. Optimistisch wie ich war, wollte ich mir die „Chemiekeule“ zuerst nicht auf die Kleidung sprühen. Nach dem ersten Abend, mit über 20 Stichen durch die Jeans, nahm ich jedoch auch am morgendlichen Einsprühritual teil! Regen, Moskitos und auch der kaputte Bus auf der Rückfahrt konnten der Stimmung jedoch keinen Abbruch tun und vor allem die Ausflüge nach Buenos Aires und Tigre haben allen viel Spaß gemacht.

Mein Sprachkurs an der Universität von der Mar del Plata läuft auch gut. Wir sind eine recht kleine Gruppe und die Lehrerin Laura versucht allen Niveaustufen gerecht zu werden und jedem individuelle Aufgaben zu geben. Besonders unterhaltsam ist der neue Teilnehmer in unserer Gruppe. Weilong aus Shanghai ist für ein Jahr in Mar del Plata und seine Spanischkenntnisse sind doch eher begrenzt. Die Versuche von Laura einen Dialog zu führen, scheitern außerdem häufig an der in China wohl weitverbreiteten Lernmethode hauptsächlich das nachzusprechen, was die Lehrerin sagt. Daher kommt es im Unterricht momentan häufig zu solchen Situationen (hier jetzt auf Deutsch wiedergegeben):

Laura: Weilong, wo wohnst du?
Weilong: Wo wohnst du?
Laura: Nein, wo lebst du hier?
Weilong: Wo lebst du hier?
Laura: Nein, die Straße!
Weilong: Die Straße!

Dabei wird aber viel gelacht und alle freuen sich, wenn nach einigen Minuten und Online-Übersetzungen geklärt ist, wo Weilong wohnt.

Der ganze Kurs ist auch zu meinem Geburtstag gekommen, was mich super gefreut hat! Insgesamt hatte ich einen wirklich schönen Tag, was ich so gar nicht erwartet hatte. Da am 19. Mai ein ziemlich heftiger Sturm über Mar del Plata gefegt ist, ist die Schule ausgefallen und ich konnte ausschlafen. Mittags haben Ceci und JuanPi für mich gekocht und beim Dekorieren geholfen. Am Nachmittag gab es dann Geburtstagskaffee und –kuchen. Ich hatte einige Leute recht formlos eingeladen und rechnete eigentlich gar nicht damit, dass viele kommen würden. Den argentinischen Gegebenheiten habe ich mich versucht anzupassen und war erst eine halbe Stunde nach „offiziellem Beginn“ mit den Vorbereitungen fertig. Als nach einer Stunde aber immer noch niemand da gewesen ist habe ich schon angefangen mir Gedanken zu machen, was ich mit dem ganzen Kuchen machen anstellen soll, falls niemand mehr kommt. Genau eine Stunde nach offiziellem Beginn waren aber auf einmal alle die ich eingeladen hatte da und wir hatten eine lustige, gemütliche Runde, die sich dann sogar noch bis 22 Uhr abends hingezogen hat.

 

 

 

 

Am nächsten Morgen ging es dann direkt nach Buenos Aires, wo ich das Wochenende mit Karo, Sophia und Camie verbracht habe. Wir ließen es uns wieder gut gehen, es gab leckeres Essen, viele Kaffee-Pausen und auch einige kulturelle Highlights: Wir waren im La Boca Viertel (der berühmte Caminito ist wirklich sehr bunt, aber auch sehr touristisch), im Museo de Bellas Artes, einer tollen Buchhandlung die früher ein Theater gewesen ist und am Sonntag wieder auf dem Markt in San Telmo.

 

 

 

 

Montag früh ging es dann mit dem Bus nach Rosario zu unserem Zwischenseminar. Dort hatten wir ein tolles Hostel mit super Verpflegung. Die Woche haben wir damit zugebracht ein bisschen aus unserem Alltag raus zu kommen, über unsere bisherige Zeit zu reflektieren und neue Ideen und Anreize zu bekommen. Der Austausch untereinander hat wirklich gut getan und ich habe viele Ideen und neue Motivation für meine restliche Zeit in Mar del Plata mitgenommen.

 

 

 

 

Das Wochenende im Anschluss nutze ich zusammen mit Camie und Sophia, um noch weiter nach Cordoba zu fahren. Dort verbrachten wir noch drei schöne Tage und machten einen Ausflug nach Alta Gracia, einem Dorf ungefähr eine Stunde von Cordoba entfernt in den Bergen. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und den ganzen Tag über begleitet uns ein total lieber Hund. Er folgte uns einfach überall hin: Ins Casa de Che (hier hat Ernesto „Che“ Guevara seine Kindeheit verbracht, da die gute Luft in den Bergen gegen sein Asthma helfen sollte), zum See, der Jesuiten-Anlage, in die Kirche, zum Mittagessen und ins Cafè.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach den tollen Tagen zusammen mussten wir leider alle wieder Abschied nehmen und jeder fuhr in seine Richtung davon. Für mich bedeuteten dies 17,5 Stunden im Bus, zurück nach Mar del Plata. Währen dieser Fahrt über Nacht konnte ich jedoch erstaunlich gut schlafen und war „recht erholt“, als ich morgens wieder in Mar del Plata angekommen bin.

Hier ist jetzt wirklich der Herbst eingekehrt. Die Bäume sind alle kahl und es ist vor allem morgens ziemlich kalt. In der Schule habe ich zurzeit viel zu tun, aber davon berichte ich dann beim nächsten Eintrag!

Danke außerdem für eure ganzen lieben Kommentare! Ich freue mich sehr darüber, dass ihr so rege an meinen Erlebnissen hier Anteil nehmt 🙂

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2 Comments

  1. Karola

    Liebe Lisa, es ist fast unglaublich, was Du alles erlebst. Da wirst Du Dich bestimmt Dein ganzes Leben lang positiv daran erinnern.So viele Eindrücke und Begegnungen sind einfach toll. Weiterhin noch ganz viel Freude. Ich fahre am Mittwoch für ein paar Tage mit ehemaligen Nachbarn nach Oslo. Über Sylt bin ich bisher noch nicht in den Norden vorgedrungen und bin gespannt. Liebe Grüße Karola

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