Meine Reise nach Serbien und ein ,,Wortshop“


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Serbien? Ja. Ich war auch in Serbien in den Herbstferien und zwar in Novi Sad. Das ist die zweitgrößte Stadt Serbiens. Dort habe ich den Kulturweitfreiwilligen Vincent besucht, der an einem Gymnasium in Novi-Sad arbeitet. Von meinen vielen Eindrücken muss ich Euch natürlich erzählen und auch davon, dass ich einen Poetry-slam workshop an der serbischen Schule gemacht habe und und und… aber erstmal langsam und der Reihe nach:).

Tag 1: Nachdem ich also nach meiner Reise nach Budapest voller Eindrücke zurück nach Szeged kam, ging es am Mittwoch, den 2.11. für mich weiter mit dem reisen. An einem regnerischen Nachmittag stieg ich in einen Bus Richtung Novi Sad. Dort bekam ich erstmal einen leichten Panikanfall, als klar wurde, dass ich die Busfahrt in Dinar (die ich bis dato noch nicht hatte) zahlen sollte und nicht in Forint. Jedoch hatte ich Glück und konnte an der Grenze schnell das Geld in Dinar tauschen:). Dank eines der englischen Sprache mächtigen Menschens war dies möglich. Die Fetzen ungarisch halfen mir nämlich auch nur bedingt weiter, da in Serbien nun mal serbisch gesprochen wird. Nach einer Fahrt mit langen Pausen, vielen Feldern, irgendwo durchs nirgendwo erreichte ich dann mit mindestens einer halben Stunde  Verspätung den Busbahnhof Novisads, wo ich bereits erwartet wurde:D20161103_132257

Zu meiner Freude wurde ich direkt am ersten Abend mit den kulinarischen Besonderheiten der Region vertraut gemacht, die da wären: ,,Fleisch, Fleisch, Fleisch“… naja zumindest hauptsächlich. Und so konnte ich diesen leckeren Burger verspeisen:

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Zu meiner noch größeren Freude aber bekam ich direkt am 1.Tag einiges von der Stadt mit. Novi-Sad hat einen besonderen Charm. Viele Passagen, Irish Pubs, und bunte Häuser zieren die Stadt. Hinzu kommt eine völlig andere Kultur, Währung und Sprache. Novi sad wurde 1999 fast vollkommen zerbombt. Dies macht sich an einigen Stellen bemerkbar. Doch es gibt auch Straßen wie diese….

,,Dunavska Straße"

,,Dunavska Straße“

Die Dunavska Straße ist eine der ältesten Straßen in Novi-Sad, einfach wunderschön…

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Tag 2 : Am Morgen des 2. Tages habe ich die Schule in Serbien besucht. Dies war sehr interessant, zum einen da das Gebäude sehr schön war, zum anderen aber auch, da ich eine mal etwas andere Athmosphäre und Schule mitbekam. Anders als an meiner Schule in Szeged werden die Schüler dort billingual unterrichtet, weswegen es nicht selten vorkommt, dass das Wort ,,Wasserstoffkreislauf“ aus dem Munde eines 9.Klässlers kommt, was mich anfangs etwas irritierte… Also einen Poetry Slam Workshop sollte und wollte ich leiten. Diese Aufgabe hatte besonders deswegen einen hohen Stellenwert, da der Schulleiter im nächsten Jahr ein internationales Poetry Slam Festival am Gymnasium in Novi-Sad veranstalten möchte. Somit sollte ich die Schüler in das Thema einführen. Das jedoch erfuhr ich erst währendessen ich nun diesen Workshop veranstaltete. Überhaupt hatte ich nicht besonders viel geplant und gedacht bloß vor einer Klasse zu sprechen. Als ich dann erfuhr, dass ich im großen Saal sprechen sollte, wurde ich eben ins kalte Wasser geschmissen. Doch mit Improvisationen und Spontanität kommt man weit;). Sehr weit, denn dies schaffte eine lockere Athmosphäre und weckte auch die Motivation der Schüler. Ich trug insgesamt zwei selbstgeschriebene Poetry Slam Texte vor und erklärte an einigen Beispielen wie sprachliche Bilder entstehen können und wie man sich so etwas zu nutze machen kann. Natürlich ließ ich Sie auch Fragen stellen. Außerdem spielte ich eine Art Spiel mit Ihnen in dem ich einen Satz sagte und sie versuchen ließ einen Reim oder passenden Satz dazu zu finden. So entstanden schnell einige Strophen. Die Schüler schrieben sogar selber Gedichte oder sogar Poetry Slam ähnliche Texte. Mir hat dieser Workshop großen Spaß gemacht! Bei eingen Textem musste ich schmunzeln und war erstaunt über diese kreativen Köpfe:

,,Warum mussen wir das machen?

Sie kommt aus Aachen.

Vieleicht ist die Mathe besser

Jemand gibt mir ein Messer.(xD)

Weil heute der Donnerstag ist.

Und du eine Schülerin bist

Sie möchte uns helfen

Dass wir Deutsch besser sprechen

Also Leute

Hört uns zu

Unternehmen wir etwas heute

Und viel Spaß haben wir dazu

Das Leben ist wichtig

Meine Wörter sind richtig

Ob ich dramatisch bin?

Oder fahre ich immer hin?

Dieses Lied hat viele Fehler

Aber bin ich kein Lehrer.“

                        ~ Milica Kovačić, Bojan Krak

Poetry Slam Workshop in Novi Sad. Danke an alle die mitgemacht haben! Ihr seid super! :)

Poetry Slam Workshop und Konversationsstunden mit Vincent und Schülern und Schülerinnen
in Novi Sad. Danke an alle die mitgemacht haben! Ihr seid super! 🙂

,,Kinder auf der Welt,

tuen gerne was ihnen gefällt

alle Kinder können zu uns kommen,

wenn sie wollen.

Novi Sad – wir sind hier

wollen sehen was passiert

wir sind lustig, haben kapiert,

dass wir alle unterschiedlich und doch gleich sind.

Jeder Mensch Rechte zu träumen wie ein Kind,

unser Leben verfliegt wie die Blätter im Wind.

Wie können wir weitergehen,

bei so vielen Ideen und Dingen,

die um die Welt geschehen?

Unser Leben ist ein Kreislauf:

Wasserstoff, Stickstoff und Aminosäuren.

In unserer Zelle kommen Poren.

Wir sind Streber und Streberinnen

Wir mögen unsere Lehrer und Lehrerinnen

Wir pauken alle viel

Für unser Ziel.“

~ Ana Mihaljevic, Filip Vasic, Iskra Srnka,        Ana Jakovljevic

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht! DANKE:)

Nach diesem ereignissreichen Vormittag wollte ich aber natürlich noch etwas von der Stadt sehen. Besonders berühmt in Novi-Sad ist diese ,,Festung“ auf der anderen Uferseite der Donau:

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mit diesem süßen Kichtürmchen:

Der ,,Uhrturm"

Der ,,Uhrturm“

Nach diesem Aufstieg waren wir sehr hungrig und so blieb uns nichts anderes übrig als bei einer Bäcker-/Konditorei halt zu machen und diesen köstlichen Kuchen zu uns zu nehmen:

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Sehr lecker was soll ich sagen: ,,Valah“(wie auch immer man das jetzt schreibt). Das bedeutet auf serbisch ,,Danke“. Abends gab es dann noch etwas in der Suppenküche von nebenan zu kosten. Eine gefüllte Paprika mit…. (Trommelwirbel…Ja richtig! Fleisch;D) und zum Nachtisch eine Art Apfelzimtgebäck vom feinsten…

Tag 3: Nun bekam ich aber Lust die Stadt auch mal auf eigene Faust zu erkunden. Da ich nicht sonderlich  motiviert war neben meinem ungarisch auch noch serbisch zu lernen (das eine ist schon schwer genug:D ) und der Kulturweitfreiwillige Novisads eh zum Sprachkurs musste, nutzte ich den Vormittag um ganz entspannt alleine die Stadt zu erkunden. Zuerst stolperte ich natürlich in einen Schallplattenladen aus dem ich erstaunlicherweise nach etwa 20 Minuten aber wieder herausfand, ohne etwas zu kaufen!  Da das Wetter wunderschön war an diesem Tag, beschloss ich nachdem ich durch zahlreiche Passagen geschlendert war, mich in der Nähe des Rathauses vor einem Café im Sonnenschein niederzulassen und mich mit einem Kaffee zu verwöhnen.

Das Rathaus von Novisad

Das Rathaus von Novisad

Mmm..was für ein Start in den Tag

Mmm..was für ein Start in den Tag:)

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Die ,,Marienkirche“

Außerdem traf ich, wie war es anders zu erwarten, auf Straßenmusiker. Einige spielten typisch serbische Musik. Jedenfalls musste ich mich zusammereißen meinen Weg fortzusetzen, nachdem ich ein Weilchen einem seht guten Gitarristen mein Gehör schenkte. Ich beschloss nun endlich auf den Markt zu gehen und mir dort Käse und Wurst zu kaufen, beides hatte ich im vorhinein schon gekostet. Der Markt in Novisad ist sehr gut! Bauern der Region verkaufen ihre frischen Produkte.

Markt ist jeden Morgen in Novisad

Markt ist jeden Morgen in Novisad

Für umgerechnet 10€ hatte ich dann 2 Würste und 3 verschiedene Käsesorten gekauft. Die Marktfrau meinte es wohl gut mit mir, denn sie packte zu jedem Stück noch etwas mehr zum probieren dazu…

Das Wetter sagte mir klar, dass ich auch noch einmal zum Donauufer gehen solle. Und so genoss ich die Sonnenstrahlen und den Herbsttag an der Donau.

Tanz in den Herbst...

Tanz in den Herbst…

Statuen am Donauufer

Statuen am Donauufer

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Hin und zurück ging ich durch den ,,Donaupark“.

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So hatte ich nun an einem Vormittag schon wahnsinnig viel gesehen. Zu Mittagessen wurde ich mit der Vielfalt Deutschlands konfrontiert, denn Vincent hatte ,,Wuchteln“ etwas typisch sächsisches Gericht gekocht. Mit vollem Magen ging ich am Nachmittag ein weiteres mal mit in die Schule. Dort führte Vincent Konversationsstunden mit den Schülern und auch ich genoss es sehr mich mit den serbischen Schüler und Schülerinnen zu unterhalten, gemeinsam kreativ zu sein und mich inspirieren zu lassen… Anschließend musste natürlich auch diese Stadt einmal am Abend begutachtet werden und so sah das ganze aus:

Brücke über der Donau

Brücke über der Donau

Wie hier zu sehen, zeigt sich Novi-Sad hier von einer modernen Seite. Im Rahmen der zukünftigen Kulturhauptstadt 2021 spiegeln sich bunte Lichter in der Donau. Kultur begegnet man auch Abends beim essen der leckeren serbischen Gerichte oder auf der Straße, wenn die sogenannten ,,Kafarnas“, Stehkneipen mit lauter Musik und tanzenden Menschen öffnen. Eine Stadt mit vielen Kontrasten, vielfältig und beeindruckend.

Am Samstagmorgen gegen 5Uhr ging es für mich wieder nach Szeged. (Ja später fuhr kein Bus:D)

Bedanken möchte ich mich bei dem Kulturweitfreiwilligen Novi Sads sowie bei der Schule an welcher er arbeitet. Es hat mir große Freude bereitet diesen Workshop zu leiten und zudem habe ich sehr viele neue Eindrücke gewonnen. Danke vielmals:)!

Bis bald!

Eure Lina

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