Das Sahnehäubchen

Endlich komme ich dazu wieder zu schreiben. Wieder einmal sammelt sich in meinem Kopf ein gewaltiges Sammelsorium von Ereignissen verschiedener Art an, sodass ich doch einiges niederschreiben muss und Euch mitteilen will.

Dieses Wochenende fing damit an, dass ich Freitagabend bei einem Abendspaziergang in eine Kneipe namens ,,Millenium“ stolperte, da ich von weitem musikalische Schwingungen vernahm. Wobei handelte es sich denn nun bei diesen genau? Ich will es Euch erklären: Während ich draussen mit meinem Regenschirm vermutlich einen Regentanz auffuehrte (da ich wie Ihr wisst bei Musik nicht still bleiben kann ;)), blickte ich in das Fenster dieses misteriösen Ambientes hinein. Und was ich dort sah, nachdem ich ohne groß nachzudenken von meinen Gefühlen geleitet, eintrat? Eine lebensfrohe Sängerin, ein Schlagzeuger, einen Gitaristen und einen Hornisten. „Goodcampus“- so hieß diese Band. Der Abend der aufgrund der Wetterlage anfangs noch so trist erschien war gerettet.


Der darauffolgende Tag war nicht weniger magisch, denn es wurden Muffins gebacken. Nicht irgendwelche Muffins! Nein- Schoko-muffins. Am Samstagmorgen gegen 11 Uhr kamen mich 5 Schülerinnen des Ságvári Gymnasiums aus meiner Deutsch-Ag in meiner Wohnung besuchen. Unser Projekt:

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So wurde es zumindest auf Snapchat verewigt.

Gemeinsam machten wir uns zuersteinmal auf den Weg um einkaufen zu gehen. Wieder zu Hause angelangt wurde dann fleißig gerührt und gearbeitet:

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Da jeder mit anpackte, dauerte es garnicht lange und wir hatten bald schon den Teig fertig.

Mhmmm... sieht das gut aus. Vor allem das Schokostückchen in der Mitte oder?

Mhmmm… sieht das gut aus. Vor allem das Schokostückchen in der Mitte oder?

Aber jetzt mal ehrlich. Bei aller Arbeit darf natürlich der Spaß nicht fehlen;)

und so hatten nach kurzer Zeit alle ein Tüpfelchen Sahne auf der Nase..

und so hatten nach kurzer Zeit alle ein Tüpfelchen Sahne auf der Nase…

Aber das seit Ihr schließlich selber schuld.:p Was soll ich schon machen, wenn mir dieses Geschenk gemacht wird: 20161022_122303

Okay, um wieder seriös und ernsthafter zu berichten: Nach kurzer Zeit war die Tat vollbracht. Überall in der Wohnung roch es nach Schokolade… ein Traum, wie man sich denken kann.

Fertig gebacken. Finom! Nagyon Jó;)

Fertig gebacken. Finom! Nagyon Jó;)

Sehr schnell waren die kleinen putzigen Muffins verputzt. Trotz sich langsam anschleichender Müdigkeit halfen alle mit die Küche wieder in den „ursprünglichen Zustand zu versetzen“. (Ja eine Person zu Hause müsste an dieser Stelle schmunzeln 😉 ). Erstaunlich war mit wie viel Motivation die Schülerinnen am Werk waren. Eh ich mich versah war alles blitzeblank und poliert, sogar gespült. Ein großes Lob!

Eine Deutsch-Ag wäre keine Deutsch Ag wenn kein Deutsch gesprochen werden würde, natürlich haben wir uns während des arbeitens auch unterhalten und deutsche Musik gehört.

Ausserdem habe ich den Schülerinnen etwas zu meiner Heimatstadt Aachen erzählt und gezeigt, was ich kommende Woche auch im Untericht machen werde. Ein paar verbliebene Printen wurden verkostet falls noch Platz für diese blieb nach vernaschen der Muffins und ich konnte es mir nicht nehmen lassen Ihnen auch noch ein ,,Loriot“-scatch zu zeigen. Also wenn wir schon bei deutscher Kultur sind…

Also langweilig schien es jedenfalls nicht zu sein

Langweilig schien es jedenfalls nicht zu sein 😉

Als wir uns mit geteiltem Schokoglück verabschiedeten war klar, dass dieser Tag schon einmal sehr gut angefangen hatte:)!

Nagyon Köszönöm!


Aber damit nicht genug. Schließlich hat ein Tag 24 Stunden, oder? Na dann! Als ich mich Zuhause wieder alleine vorfand, wendete ich mich erst einmal 1-2 Stunden dem arbeiten zu. Anschließend empfing ich von einem Freund die Nachricht, dass es in dem veganen Laden gegenüber meiner Wohnung Essen umsonst gäbe. Na dann! Nichts wie dahin…. „Green Fusion“ ein kunterbunter Laden mit kunterbunten Menschen. Ich selbst bin kein Veganer. Trotzdem war es interessant etwas anderes zu probieren und warzunehmen. Das Essen war nichtmal schlecht ganz im Gegenteil.

Wie ein kleines Sahnehäubchen- denn ohne vorher auch nur daran gedacht zu haben, traf ich einen Schlagzeuger mit Klangschalen im Gepäck, der mir die alte ungarische Schrift versuchte zu lehren (hier ein Foto der Hyroglyphen):

Was das heißt verrate ich Euch nicht.

Was das heißt verrate ich Euch nicht.

,eine Künstlerinnen, deren Notizbuch ich am liebsten mitgenommen hätte aufgrund der schönen Zeichnungen darin und eine Sängerin sowie einige weitere inspirirende Persönlichkeiten… Wie verrückt das Leben manchmal doch ist.

Die Sängerin erzählte von ihrem Lehrer, der am Abend Jazzgitarre spielen würde auf einem Konzert im „Grand Café“. Mehr dazu später… Es wurde ein Vortrag über Veganismus gehalten von dem ich leider (k)ein Wörtchen verstand aufgrund meiner leider immernoch nicht vollständig ausgereiften ungarisch Kentnisse.

Aber das war auch nicht schlimm denn einer meiner hier neu gewonnen Freunde machte dem Vorschlag einen ,,SlamJam“ in Szeged aufzusuchen. Poetry Slam- Ja, das klingt doch vielversprechend und ich willigte ein. Jedoch vergas ich leider, dass dieser nunmal ausschließlich auf ungarisch stattfinden würde. Zudem wollte ich ja auch auf das Konzert gehen und es kam zu einer Planänderung, da beschlossen wurde sich vorerst im ,,Nyugi“ niederzulassen.

Das Nyugi ist eine Kneipe gegenüber der Bibliothek hier in Szeged. Bunte gemütliche Sofas, Wandmalereien, Streetart, Kunst auf allen Ebenen, Bilder und Fotos schmücken diese. Hier ein paar Impressionen: https://vimeo.com/1820161022_002455img-20161002-wa0051

Außenbereich vom ,,Nyugi"

Außenbereich vom ,,Nyugi“

Viele junge Menschen finden sich hier an vielen Abenden vorwiegend am Wochenende ein. Solch einen Ort habe ich noch nie gesehen. Als wäre das nicht genug, so gibt es dort tatsächlich auch Live-music und wie ich vernahm nächste Woche eine Jamsession:)! Nun als ich dort mit einigen Freunden, wie eben erwähnt war, spielte gerade eine Band guten ,,Rock’n roll“…

Wie ihr merkt gibt es sehr viele Möglichkeiten, Plätze und Orte in Szeged um Kultur zu genießen und zu erleben! #Szegedszép

Das wurde mir vor allem klar als ich gegen 22:00 Uhr das Konzert des oben erwähnten Lehrer der Sängerin und Gitarristen besuchte. Was mich dort erwartete, war etwas vollkommen anderes als was ich erwartet hatte. Es war ein Konzert. Jedoch wurde dort kein Jazz gespielt sondern experimentelle Musik. Dazu verwendeten die drei Musiker in Anzug und Krawatte nicht nur einen Fahrradreifen sondern auch einen Eierschäler sowie eine Trommel und eine Gitarre, die sie jedoch nicht in herkömmlicher Art spielten. Das ganze wurde mit Drumset und elekronischer Musik kombiniert. Ja und eine Bierdose eignet sich doch super zum Gitarre spielen oder etwa nicht?

"Monofog" (Bandname) experimentelle Musik

„Monofog“ (Bandname) experimentelle Musik

Das ganze klingt ganz schön schräg und das war es auch. Aber im positiven Sinne. Auf der Bühne wurde improvisiert. Kein Klang vorher genauestens erprobt, Kein Leedsheet dass den Musikern sagt was zu tun ist- genau das ist es was mich an der Musik so reizt. Und ob ihr das jetzt glaubt oder nicht? So etwas habe ich zuvor noch nie gehört und es war nicht schlecht sondern eher athemberaubend. Wahnsinn was alles möglich ist, ob in der Musik oder an einem Tag oder in ein paar Monaten. Ich bin dankbar für all die vielen Eindrücke!

Und wenn dann noch Eure italienische Zimmernachbarin nach Ihrer langen Reise in Ihre Heimat nach Hause kommt mit einem Lächeln im Gesicht, weil Ihr Pasta für sie gekocht habt und sie dann sagt „Thank you for cooking. It’s very good!“ , Ja dann ist das doch wirklich das Sahnehäubchen!

Danke, dass Ihr diesen nun wirklich längeren Beitrag gelesen habt! Ich habe versucht vieles so anschaulich wie möglich zu beschreiben. Könnt Ihr Euch vorstellen dass ich Euch ,,nur“ von Freitagabend und Samstag erzählt habe. Ich auch nicht. So Ihr Lieben, macht’s gut!

Örülök! Sziasztok! Bis bald:)

 

 

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