Nicht mehr Zuhause und noch nicht wieder Zuhause

London, 21.02.18, 13:27 Uhr.

„You will never be completely at home again, because part of your heart will always be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.“ Nicht mehr Zuhause und noch nicht wieder Zuhause. Irgendwo zwischen Wehmut und Vorfreude. Irgendwo zwischen traurig und glücklich. Irgendwo zwischen Chile und Deutschland. Irgendwo zwischen Sommerkleidchen und Winterjacke. Irgendwo zwischen Abschiedstränen am Flughafen in Santiago und Freudentränen am Flughafen in Hannover. Irgendwo zwischen todmüde und aufgeregt.

Jetzt ist es also tatsächlich real. Ich bin wieder in Europa. 6 Stunden Aufenthalt in London und 1,5 Flugstunden trennen mich noch von meiner Ankunft in Hannover. Der Londoner Himmel ist grau und hier sind so ungefähr 30 Grad weniger als in Santiago. Meine Chile-Zeit ist vorbei. Beim Verlassen meines komplett leergeräumten und kahlen WG-Zimmers musste ich ganz schön schlucken. Mit beiden Augen zugedrückt seitens des Flughafenmanns ging mein Koffer mit Übergewicht durch. Abschiedskomitee am Flughafen, das bis zum aller letzten Moment da stand, bis ich wirklich nicht mehr zu sehen und durch die Security-Kontrolle war. Um ein paar verdrückte Tränchen kam ich nicht drumrum.

Abschiedsparty wurde gefeiert. Tanzen bis morgens um 6. Pisco en masse. So wie sich das gehört. Und auch sonst ganz viele letzte Male die letzten Tage. Alle meine Lieblingssachen nochmal gemacht. Eine sehr emotionale und aufgewühlte Lea. Wenn mich jemand gefragt hat wie es mir geht, war meine Antwort „komisch“. Anders konnte ich es nicht beschreiben. Realisiert, dass dieser Lebensabschnitt jetzt vorbei ist, habe ich noch nicht. Meine Gedanken sind ungeordnet, genauso wie dieser letzte Blogpost.

„I’m not the same having seen the moon shine on the other side of the world.“ Kitschig, ich weiß, aber wahr. Und dafür bin ich dankbar. Für nichts in der Welt würde ich diese Erfahrung missen wollen. Ich habe so viel erlebt, so viel gelernt, so viele neue Menschen getroffen und in mein Herz geschlossen, bin gewachsen und bin gereift. You got me Chile, du wirst immer ein Teil von mir sein.

Que te vaya bien, Chile, te extrañaré, chaíto.

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