Brazilian Days

Über mein letztes Kapitel von 2017.

Dieses Jahr wird Weihnachten anders, das wussten wir. Das erste Mal ohne Familie, dafür aber im Sommer. Irgendwas Besonderes wollten wir deswegen machen, irgendwo hinfahren, am liebsten an einen wunderschönen Strand. Brasilien wäre cool, haben wir mal irgendwann dahingesagt. Richtig ernst war das damals nicht, trotzdem haben wir hin und wieder mal nach günstigen Flügen geschaut. Und dann wurde aus dieser Idee auf einmal ein fester Plan. Plötzlich hatte ich meinen Flug gebucht. Weihnachten am Strand. Weihnachten in Brasilien. Wenn schon, denn schon.

Und so ging es dann am 23. Dezember los. Backpack auf dem Rücken, Vorfreude groß, ab zum Flughafen. Ein paar Stunden später war ich dann tatsächlich in Florianópolis. In Brasilien. Und unsere Erwartungen wurden erfüllt, genau so einen Strand haben wir uns für unser Mal-Ganz-Anderes-Weihnachten erhofft. Tina, Marlene und ich, Mädelstrip. Wir sind alle drei Familienmenschen, deswegen waren wir froh über unsere Entscheidung, nicht in Santiago zu bleiben. So waren wir absolut nicht in Weihnachtsstimmung, happy über unseren Urlaub, über den Strand direkt vor der Nase, über die Aussicht aufs Meer beim Frühstück. Heilig Abend haben wir in einem coolen Partyhostel verbracht, wir haben in einer großen Gruppe zusammen gekocht, was letztendlich absolut nicht wie geplant verlief, gerade das hat den Abend aber noch charmanter gemacht. Wie es sich für Brasilien gehört, wurde Caipi getrunken. Getanzt. Spaß gehabt. Weihnachtsfeeling? Absolut nicht. Aber gerade deswegen war es rundum ein schönes, wenn auch ganz anderes Weihnachten.

Nach vier Nächten im Partyhostel und zu wenig Schlaf sind wir umgezogen. Unser zweites Hostel war noch weiter oben, noch weiter mitten im Dschungel, mit einer noch schöneren Aussicht. Es gab nur Glasfenster, weswegen ich immer ab Sonnenaufgang (um 06:20 Uhr…) wach war, dafür ging aber der erste Blick morgens aufs Meer. Ein kleiner Balkon mit Panoramablick über die Lagune war für die restlichen Tage unser Lieblingsspot. Die Regenzeit machte uns zwar einen kleinen Strich durch die Rechnung, an langen Strandspaziergängen und -bräunungssessions sowie Wanderungen durch den Dschungel und Lagunen konnte sie uns aber trotzdem nicht hindern. Eine tägliche Superfood-Acai-Bowl hat mein Glück perfekt abgerundet.

Portugiesisch ist zwar nicht Spanisch, aber das wird ja wohl ähnlich sein. Falsch gedacht. Wörter ähneln sich, weshalb lesen möglich ist, der Flow, der Klang und die Aussprache sind jedoch völlig unterschiedlich. Welche Sprache reden die da gerade, habe ich mich nicht nur einmal gefragt. Mit unserem Spanisch, Mimik, Händen und Füßen hat die Verständigung aber funktioniert. „Obrigada“ heißt „danke“ auf portugiesisch, so ziemlich die einzige Vokabel, die wir konnten, mit der wir die Woche über ganz wild um uns geschmissen haben.

Sylvester wollten wir unbedingt in Valparaíso feiern. Dort sollen wohl die größten Partys ins neue Jahr abgehen und es gibt ein Feuerwerk im Meer. Ich liebe Feuerwerke. Für mich hieß es also direkt vom Flughafen in Santiago mit dem Bus nach Valpo, wo mich Niki in Empfang genommen hat. Der Flug meiner Mädels wurde nach hinten verlegt, weswegen keine Busse mehr fuhren und die beiden sich ein Auto leihen mussten. Was man nicht alles so auf sich nimmt….. Bei meiner Ankunft erfuhr ich, dass unsere Hostelreservierung gecancelt wurde, im Endeffekt haben wir also ein bisschen im Auto gepennt und sind direkt um 6 Uhr morgens nach dem Feiern zurück nach Santiago gedüst. Was eine Story.

Jetzt bin ich also zurück in Santiago, froh, eine Woche Zuhause zu sein, bevor es wieder losgeht. Happy 2018 everyone!!!

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