Vom Vorbereitungsseminar bis zur Ankunft

Morgen bin ich 4 Wochen hier in Warschau. Mir kommt der Tag meiner Ankunft schon sehr weit entfernt vor. Es ist viel passiert und doch wieder nichts. Ein Gefühl voller Gegensätze begleitet mich. Ein gewisses Gefühlschaos und doch ist alles irgendwie ganz klar und manchmal einfach nur leer. Es ist ungefähr so als würde man einen Stein in ruhiges Wasser werfen. Erst ist dein Spiegelbild unklar und mit der Zeit wird es immer klarer. Die erste Zeit war viel zu viel los und so entschied ich mich erstmal keinen Eintrag zu verfassen. Also machte ich mir immer Stichpunkte und versuchte iwie alle Erinnerungen festzuhalten mit Hilfe eines Kalenders.

Ich muss zugeben: Natürlich habe ich nicht alles notiert.

 

Ich versuche nun mich an meinen Aufzeichnungen zu orientieren. Da ich mich allerdings nicht wirklich kurzfassen kann hier der Hinweis: Das gröbste habt ihr mit den Stichworten schon erfahren 😉

Die ersten Impressionen habe ich „schon“ gestern veröffentlicht.

Nun folgen die ersten Schritte. Aber alles nach der Reihenfolge.

 

Vorbereitungsseminar

Zuerst war da das Vorbereitungsseminar, das mir insgesamt nicht wirklich gefallen hat. Zum Glück war meine Homezone super und damit auch das Vorbereitungsseminar gerettet. Ich denke aber schon, dass das Seminar etwas mit mir gemacht hat. Allerdings kann ich vieles noch nicht genau einordnen. Es muss also noch reifen.

Leider fühlte ich mich danach auf meinen Auslandsaufenthalt nicht viel mehr vorbereitet als vorher. Vielleicht war das ja auch mit “dem kalten Sprung ins Wasser“ gemeint. Dafür weiß ich jetzt aber eine Menge über Rassismus, Gender-Formen, Sexismus und Umwelt. Alles interessante Themen, die mir dann aber auch irgendwann zum Halse raushingen. Wusstet Ihr, dass es über 60 soziale Geschlechter gibt. Ob ich diese Infos wirklich in Warschau brauche? Mal sehen, mal sehen. In der Homezone war dann die Gelegenheit über Themen zu sprechen, die uns alle im Osten betreffen und mit denen wir wahrscheinlich konfrontiert werden. Eine wirklich spannende Region.

 

Zwischenzeit

Danach ging es nochmals nach Hause. Organisatorisch hatte ich alles Mögliche erledigt: Abschiedsgrillen und Papierkram, soweit es mir schon möglich war. Die Zeit wollte ich also eigentl. nur waschen und so fuhr ich entspannt nach Hause. Allerdings auch nur bis ich erfuhr, dass meine Katze verschwunden war. Es kommt doch immer anders als man denkt. Da war nun das Drama. Ich verbrachte die Zeit mit Anrufen, Plakaten verteilen, Tierheim und Klingel-Aktion bei den Nachbarn. Und so kam es, dass alles andere plötzlich nur noch als leise Hintergrundmusik ertönte. Ich realisierte meine immer näher rückende Abreise nicht wirklich. Das war auch der Grund, weshalb ich meinen Koffer erst kurze Zeit vor meiner Abreise packte. Die letzten Stunden verbrachte ich mit einer Freundin. Darüber war ich auch sehr froh, da ich vielleicht ansonsten vielleicht doch durchgedreht wäre.

 

Reise

Danach fuhr ich also gegen 21:45 los nach Düsseldorf zu meiner Mutter. Diese brachte mich dann zum Bahnhof. Selbst dort fühlte es sich nicht an, als würde ich tatsächlich eine ganze Weile nicht mehr wiederkommen. Ich war aufgeregt, mehr nicht. Keine Träne, kein Kummer, keine Luftsprünge. Es war wie es war und ich stieg in den Zug. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass ich schon sehr oft in den Zug gestiegen bin, um fortzufahren. Es war also nichts Besonderes mehr.  So fuhr ich also durch die Nacht und versuchte zu schlafen. Lichtkegel rasten an mir in der schwarzen Nacht vorbei. In Berlin hieß es dann umsteigen. Erstmal musste ich allerdings die Stunde Wartezeit irgendwie umkriegen. Um ca. 6 Uhr ging es dann weiter nach Warschau. Müde aber nun mit gespannter Freude, was mich denn da erwartet bei dem entfernten Nachbarn. An Schlafen konnte ich nun nicht mehr denken. Ich schaute also aus dem Fenster. Dabei wurde meine Zugfahrt von einer klangvollen Untermalung begleitet. Gemeint ist damit das ständige Hupen des Zugfahrers. Ich weiß bis jetzt nicht was es damit auf sich hatte. Allerdings hatte ich in den Stunden auch genug Gelegenheit mir dazu Theorien zu überlegen. So kann man die Zeit auch umkriegen. Mit der Zeit erkannte ich die verschiedenen Töne. Die Landschaft erinnerte mich sehr an Mannheim. Ich sah eine Menge flache Landschaften abgewechselt mit Wäldern. Besonders sind mir die Kühe ins Auge gestochen, da diese einfach in kleinen Gruppen rumliefen. Ein Zaun suchte ich vergeblich. Waren vielleicht deswegen die Hupen da?

 

Ankunft

Um ca. 13 Uhr war es dann endlich soweit. Ich war da. Ich hievte meine 2 Koffer aus dem Zug und wurde auch schon erwartet. Eine Mitarbeiterin der Außenstelle empfing mich schon am Gleis sehr herzlich. Ich war erleichtert. Wir suchten uns den  Weg durch die Masse zu der Tram. Überall liefen Menschen wild herum wie ein Ameisenhaufen.  Zuerst fuhren wir zu meiner Wohnung. Dort bekam ich die Schlüssel und dann ging es auch erstmal raus. Nachdem ich so viele Stunden sitzend verbrachte, freute ich mich über jeden Schritt. Ich wurde zum Mittag eingeladen. Wir aßen israelisch und es war wirklich lecker. Danach gingen wir kurz ins Büro und ich stellte mich vor. Anschließend ging ich platt nach Hause.

2 Gedanken zu “Vom Vorbereitungsseminar bis zur Ankunft

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