Ein Ritual scheint sich einzuschleichen

Unseren Samstag verbrachten wir in James Town, wo ein Hip Hop Jam von weltwärts-Freiwilligen organisiert wurde. Mit verschiedenen Workshops und Basketball wurden vor allem einheimische Kinder und Jugendliche angelockt.

Kaum waren wir angekommen, sprangen schon die ersten Kinder um uns herum und wichen uns nicht mehr von der Seite. Sie wollten bespaßt werden, man konnte sie Ewigkeiten mit den einfachsten Sachen beschäftigen (Kinder halt, welches Kind mochte es nicht über die Köpfe der Anderen gehoben zu werden?) und es war ein Aufmerksamkeitskampf vom allerfeinsten. Sobald die Workshops anfingen (u.A. Tanzen oder Graffitis sprühen) legte sich diese Aufmerksamkeit und vor allem beim Tanzen sah man das Strahlen und den Spaß der Kinder. Die komplette Veranstaltung hat gezeigt, dass man mit etwas Aufwand schon einiges bewirken kann und für das ganze Kinderlachen muss es sich schon gelohnt haben.

Nach den Workshop entschieden wir uns aber, uns James Town mal etwas genauer anzugucken. Weit sind wir allerdings nicht gekommen, da uns der Hunger zurück nach Osu trieb. Dort gab es für mich zum ersten Mal Tilapia. Den Fisch reicht man häufig komplett (zumindest habe ich es bis jetzt noch nicht anders gesehen) und man beschäftigt sich eine Weile die Gräten zu entfernen. Auch dass man mit den Fingern isst, macht das Essen zu einem Erlebnis. Man bekommt grundsätzlich zwei Schüsseln Wasser und Seife gereicht, um sich die Hände waschen zu können. Daran könnte ich mich gewöhnen 😀

Vielleicht wird der Sonntag zu unserer Entspannungstradition. Wir waren am Bojo Beach etwas außerhalb von Accra, um uns den nächsten Strand auf unserer Liste anzuschauen. Und wir wurden nicht enttäuscht! Für schlappe 20 Cedi Eintritt (in etwa vergleichbar mit dem Eintritt im Freibad) wurden wir mit dem Boot zum Strand gebracht und durften dort einen ruhigen Tag verbringen. Aber seht selbst:

Der Rückweg gestaltete sich etwas schwieriger. Die Taxifahrer verlangten zum Teil unverschämt hohe Preise (wir zahlten 35 Cedi für die Hinfahrt, für die Rückfahrt wollten sie fast das Doppelte) und ein Uber war nicht Verfügbar. Und auch wenn die Taxifahrer zum Teil unverschämt beim Verhandeln waren, konnten wir doch wieder die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber Touristen/Freiwilligen sehen. Wir wurden direkt darauf hingewiesen, dass wir auf keinen Fall zu Fuß bis zur Hauptstraße laufen sollten, die Straße sei bekannt für Raubüberfälle. Auf halber Strecke nach Hause sagte unser Taxifahrer, wir sollen unsere Handys einpacken, siewürden auf der Strecke aus den Autos geklaut werden. Nach meiner noch begrenzten Erfahrung hier möchte wirklich kein Mensch, dass einem hier etwas Unangenehmes passiert.

Die Menschen sind so unglaublich freundlich und hilfsbereit (und das in wirklich jeder Situation!), dass man sich in Ghana nur Willkommen fühlen kann.

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