Urlaub an der Adria

Nachdem ich in den letzten Wochen vor viele spannende aber auch anstrengende Aufgaben gestellt wurde und vor lauter Terminen, Treffen mit Klassen, Unterrichtsvorbereitung und Bosnischunterricht schon beinahe erschöpft war, freute ich mich umso mehr Dubrovnik mit Adéle besichtigen zu können. Alles was wir im Voraus über das Internet checken konnten machte einen guten Eindruck – Wahnsinns Altstadt, tolles Hostel und super Wetter. Am Abend davor waren wir wieder mit der multikulturellen Gruppe unterwegs und lernten ein neues tolles bosnisches Restaurant kennen und anschließend ging es auch schon ans Rucksäcke packen. So gut so weit. Das einzige was uns jetzt noch von unserem Trip in den Süden Kroatiens trennte war die sechsstündige Busfahrt, auf die wir nicht gerade mit Vorfreude hinfieberten.

So begaben wir uns nicht wirklich ausgeschlafen, mit den Taschen voller Snacks und den achtstündigen Erzählungen zu „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ auf dem Handy, gegen halb 6 in Richtung Busbahnhof. Dort angekommen stellte sich schnell heraus, das diese Busfahrt alles andere als langweilig oder anstrengend werden würde.

Ausblick aus dem Fenster des Busses

 

Wir haben so wunderschöne Landschaften gesehen und jedes Mal, wenn der Bus um eine neue Kurve fuhr, waren wir aufs neue sprachlos. Bei dem Anblick der bosnischen Landschaft hätte ich am liebsten all meine besten Freunde in ein Auto gesteckt um Bosnien von Norden bis Süden zu erkunden! Aber diesmal sollte es für uns nach Dubrovnik gehen, nämlich 3 Nächte ins, im Herzen der Altstadt gelegenen Hostel Angelina.

Nach einigen Treppenstufen waren wir dann angekommen und hatten die Möglichkeit mit der netten Mitarbeiterin des Hostels die Aktivitäten während unseres Aufenthalts zu planen und ein bisschen zu quatschen. „Ihr könnt euch glücklich schätzen.“ sagte sie „Ende März und Anfang April habt ihr schon super Wetter und die Altstadt noch fast für euch, erst gegen Sommer wird es dann stressig.“ Und tatsächlich wurden wir größtenteils von Selfiesticks-schwingenden Touristengruppen und langen Warteschlangen verschont und auch Essen und Getränke waren deutlich günstiger als zur Hauptsaison. So erkundeten wir voller Freude am ersten Abend die alten Straßen Dubrovniks, hatten Palatčinke und ein super Abendessen in einem veganen (Ja! Vegane Gerichte im Balkan – kaum zu glauben) Restaurant und fielen dann nach diesem langen Tag ziemlich erschöpft ins Bett.

Sonntagmorgen ging es dann mit einem ausgiebigem Frühstück mit Meerblick weiter. Das war so gut, dass das kleine Restaurant zu unserem Stammfrühstücksplatz wurde.

Satt und gestärkt wollten wir nun die Stadtmauern der Altstadt erkunden. (Die ganze Stadt ist von Mauern umgeben und innerhalb dieser Mauern sind keine Autos erlaubt. Außerdem besteht die Möglichkeit auf den Mauern zu gehen und somit einen super Ausblick auf Dubrovniks stari grad, das Meer und bergige Umgebung genießen zu können). Zusammen mit dem tollen Wetter war das wirklich eine wunderbare Erfahrung und ich lege diese Mauerwanderung jedem nahe, der mal in Dubrovnik vorbei kommen sollte.

Eine semiprofessionelle Panoramaaufnahme 😀 – Im Hintergrund die Insel Lokrum

 

Später ging es dann mit dem Boot auf die Insel Lokrum. Dort erwarteten uns tolle Strände, Olivenbaumwälder, Kaninchen, Pfaue sowie Katzen und das Game of Thrones Museum. Die Sache ist nämlich die: Die Serie wird größtenteils in Dubrovnik gedreht, weshalb die ganzen Hardcorefans allein deshalb hier her reisen. Schön und gut dachten wir uns, wenn wir eh schon einmal hier sind können wir uns ja mal die erste Folge anschauen, so vor dem schlafen gehen. Als dann aber nach den ersten 10 Minuten schon ungefähr 15 Menschen geköpft wurden, entschlossen wir uns dann doch auf Fluch der Karibik umzusteigen. Wie auch immer, durch das Museum sind wir trotzdem kurz geschlendert.

 

Am nächsten Tag waren wir dann mit den Leuten vom Hostel unterwegs. Es ist wirklich wahnsinnig cool, so viele interessante Menschen von überall auf der Welt zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten. So stellte ich beispielsweise voller erstaunen fest, dass ich nicht wirklich in der Lage bin Österreicher zu verstehen, wenn sie sich nicht auf Hochdeutsch unterhalten. Oder das es mir viel leichter fällt Neuseeländer als den Typen aus Manchester zu verstehen. Oder man findet heraus, dass die meisten Australier sich in ihrer Freizeit Europa anschauen wollen, während es halb Deutschland nach der Schule nach Sydney oder Melbourne zieht.

Zufälligerweise hatte eine Irin Geburtstag und so gingen wir alle gegen Nachmittag an den Strand um den Sonnenuntergang zu betrachten.

Entschuldigung für die tausenden Fotos aber ich habe das Bedürfnis diese wunderschönen Eindrücke zu teilen. Alles in allem war der Kurztrip eine tolle Erfahrung – vor allem das Meer, das leckere Essen und die lieben Menschen, die wir getroffen haben, haben es mir angetan. Er hat mir aber auch gezeigt, wie sehr ich mich schon an Sarajevo gewöhnt habe. Fast schon unverschämt kam es mir vor ganze 49 Kuna (umgerechnet 7€) aus meinem, nun schon 3 verschiedene Währungen enthaltenden, Geldbeutel für einen großen Salat zu kramen.

Seit vorgestern Abend bin ich „zu Hause“ in Sarajevo, leider ist es mir aber nicht gelungen das gute Wetter mitzunehmen… Ich freue mich aber auch wieder an der Schule zu sein – diese Woche stehen Präsentationen über deutschsprachige Länder in den ersten Klassen an, die vierte Klasse ist gerade mit ihren Präsentationen über Zivilcourage fertig geworden und für die dritten Klassen arbeiten wir an einem großen klassenübergreifenden Quiz zum Thema Umwelt. Ihr seht schon ich habe hier genug zu tun, hoffe aber mich bald wieder melden zu können.

Bis dahin, vidimo se!

 

 

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