Abenteuer Skakavac

Unglaublich aber wahr – meine zweite Woche in Sarajevo neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Diese Woche stellte ich mich der ein oder anderen Herausforderung! Mittwochmittag meinte Amna zu mir sie fühle sich nicht besonders gut und wenig später kam die Frage auf, ob ich mir vorstellen könnte sie morgen zu vertreten und den Unterricht 3 Stunden lang alleine zu übernehmen. So studierte ich daheim ihre Materialien zu Präpositionen im Akkusativ oder Dativ und Texte über Freundschaft und Jugendliche. Da es ihr auch Freitag nicht besser ging übernahm ich den Unterricht für zwei komplette Tage und war wirklich überrascht wie gut das geklappt hat. Wenn ich mir vorstelle, dass eine 18jährige Bosnierin bei meinem Gymnasium in Deutschland zwei Tage lang alleine den Unterricht geleitet hätte, wären die Stunden sicherlich nicht so ruhig verlaufen. Also erneut ein riesengroßes Kompliment an die Schüler und Schülerinnen des Dritten Gymnasiums!

Auch sonst kann man die Woche durchaus als ereignisreich beschreiben. Zwei Stunden Sprachkurs, die mir einerseits wirklich Spaß gemacht haben (meine Lehrerin ist toll!), andererseits auch ein wenig verzweifeln lassen, da ich das Gefühl habe nieeemals in der Lage sein zu werden, ordentlich Bosnisch/ Serbisch/ Kroatisch sprechen zu können. Aber ich arbeite daran!

Samstag habe ich einen kleinen Einblick in das Nachtleben Sarajevos bekommen, wir waren im Sloga, einem umgebauten Theater/ Kino mit, wie sehr oft in Sarajevo, toller Live-Musik und später mit einem DJ.

Das schönste Erlebnis der Woche war aber mit Abstand der Samstag. Wir, eine buntgemischte, fünfköpfige Truppe, die auf die Frage „Where are you from?“ fünf verschiedene Antworten zu bieten hat – „I’m from Germany“, „France“, „Poland“, „Egypt“, „And I’m from Malaysia“, hatte das Ziel den nahe an Sarajevo gelegenen Wasserfall Skakavac zu besichtigen. Da wir kein Auto zur Verfügung hatten entwickelte sich daraus ein Tagestrip – erst mit dem Bus bis zur Endstation fahren, dann circa 2 Stunden bis zu einem kleinen Café/ Restaurant laufen und anschließend in Richtung Wasserfall die bosnischen Wälder erkunden.

Apropos Café! Ich lieeeebe diesen Ort. Man kriegt hier hausgemacht bosnische Spezialitäten zu klasse Preisen und die Familie, die das kleine Restaurant betreibt ist super lieb.

Mein erster originaler „bosanska kafa“


Und hier meine neue große Liebe: Uštipci (eine Art Brot, das warm serviert wird und mit Kajmak oder anderem bosnischen Käse verspeist wird)

 

Nach dieser ersten Pause begann dan die wirkliche Wanderung:

Der Skakavac Wasserfall ist mit knapp 100 Metern der längste Wasserfall Ex-Jugoslawiens

Wir haben tolle Ausblicke auf Sarajevo und die Täler und Wälder um Sarajevo herum genossen, viele nette Menschen getroffen und abenteuerliche „Brücken“ überquert.

Als es auf dem letzten Stück des Rückwegs immer kälter und dunkler wurde, hielt ein Pärchen an und fragte, ob es uns mitnehmen sollte und erstaunlicherweise ist es tatsächlich möglich 7 Personen mit einem Kleinstwagen auf alten bosnischen „Straßen“ zu transportieren. Von der ersten Haltestelle aus ging es dann mit dem Bus wieder ins Zentrum der Stadt und nach beinahe 8 Stunden Bewegung waren Adéle und ich uns dann auch einig, dass es wohl besser wäre ein Taxi zu nehmen, um nicht auch noch den Bistrikhügel hinaufklettern zu müssen.

Zu Hause angekommen bin ich direkt ins Bett gefallen – und 11 Stunden später wieder aufgewacht!

Für heute ist ein Besuch im War Childhood Museum (http://museum.warchildhood.com) und anschließend ein Dinner im Barhana (http://barhana.ba) , einem Restaurant mit typisch bosnischem Essen geplant.

Ansonsten freue ich mich schon sehr auf nächstes Wochenende, da geht es für mich nämlich nach Dubrovnik! Danach melde ich mich hoffentlich wieder über diesen Blog.

Vidimo se!!

 

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