Zwischen Tauben, Cévapi und Franz Ferdinant

Montag, 13. März ca. 12:30 Uhr. Ich lande am Sarajevo International Airport, erkenne meinen Koffer an der Gepäckabgabe und bewege mich gespannt in Richtung Ausgang. Schnell erkenne ich in einer mit Pappschildern bewaffneten Menschenmenge eine freundlich aussehende Frau, die ein Plakat mit der Aufschrift „Lara – Treća Gimnazija“ in der Hand hält. Das ist Amna, Deutschlehrerin am Dritten Gymnasium und meine Ansprechperson für das kommende halbe Jahr. Sie nimmt mich mit ihrem Auto mit, wir plaudern ein bisschen über die Schule und suchen nebenbei meine Wohnung, die ich über eine Facebookgruppe gefunden habe. „Das ist weiter oben im Bistrik-Bezirk“, sagt sie, „da wirst du morgens ein bisschen mehr Zeit einplanen müssen um zur Schule zu kommen aber das kriegen wir schon hin“. Na toll denke ich erstmal, doch als wir das Haus, das ich mir mit einer Französin und einer Italienerin teile finden und ich auf das im Tal liegende Sarajevo hinunter blicke nehme ich den etwas längeren Arbeitsweg gerne in Kauf.

Der Blick aus meinem Wohnzimmerfenster – von hier aus kann man so gut wie jede Sehenswürdigkeit, die Sarajevo zu bieten hat erkennen.

  Nach meiner bisher einwöchentlichen Erfahrung ist mein Wohnort optimal gelegen. Ich brauche circa 10 Minuten um die die Miljacka überbrückende „Latinska Ćuprija“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinerbrücke) und somit den Ort, an dem durch ein Attentat auf Franz Ferdinant und seine Gemahlin der 1. Weltkrieg ausgelöst wurde, zu erreichen. Anschließend befinde ich mich auch schon in Sarajevos Stari Grad (Altstadt), dem wie ich finde schönsten Teil der der Stadt.

Der Brunnen Sebilj, ein Wahrzeichen der Stadt in der Mitte des Baščaršija (Marktplatzes)

  Was meine Tätigkeit als den Unterricht unterstützende Muttersprachlerin betrifft kann ich bisher auf Grund der auf Hochtouren laufenden Klausurenphase noch nicht so viel sagen. Meine Aufgaben bestanden bis jetzt vor allem darin Diktate auf Fehler zu durchsuchen, Fragen zu beantworten und Wörter zu erklären, oder zu buchstabieren. Was ich aber schon mit Sicherheit sagen kann ist:

  1. Ich bin auf einem Gymnasium mit wirklich hohen Ansprüchen an seine Schüler gelandet, wodurch das Deutschniveau der Erstklässler (ca. 15-16 Jahre alt) so viel höher ist als ich es mir vorgestellt hatte.
  2. Die Schüler, die ich bis jetzt getroffen habe, die mich in der Stadt herumgeführt haben und die mit mir Kaffee trinken waren sind super lieb und offen!
  3. Die Deutschlehrerinnen der Schule setzen sich sehr für ihre Schüler ein, bilden ein starkes Team und haben mich toll aufgenommen.

Heute ist „Tag der Schule“, somit haben sowohl Schüler, als auch Lehrer frei und ich werde die freie Zeit nutzen um meinen ersten Bosnischunterricht zu nehmen, um hoffentlich mein Englisch in Zukunft immer weniger nutzen zu müssen. Ich werde mich jetzt wieder auf den Weg in Richtung Altstadt bewegen und versuche mich schnellstmöglich wieder über diesen Blog zu melden. Bis dahin: doviđenja i vidimo se!      

 

 

   

1 Kommentar

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