Von Kühen auf der Ladefläche

10 Minuten Fahrt mit dem Fahrrad später und ich bin mitten in der Natur. Vom Stadtleben keine Spur, stattdessen Blick auf die Berge, den blauen Himmel und ab und zu eine Kuh an einer Leine oder auf der Ladefläche eines kleinen Transporters.

Ich habe es vermisst Fahrrad zu fahren und trotz der Hitze konnte ich es sehr genießen. Das ein oder andere Mal hatte ich zwar kurz Panik, als mich ein schnelles Auto überholt hat, aber ich bin heile angekommen und wurde mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Die Mes-Brücke bei Shkodra wurde im 18. Jahrhundert gebaut und ist mittlerweile eine „große“ Touristenattraktion. Kein Wunder, bei der Aussicht.

Das hatte ich wirklich nicht erwartet, als ich mich dazu entschieden habe, das lange Wochenende in Shkodra zu verbringen.

Die Stadt hat mich in vielen Aspekten überrascht und wirkte auf mich deutlich intensiver und „albanischer“ als Tirana.
Die Armut und der Kontrast zur Fußgängerzone und zum Tourismus war viel ausgeprägter, als es mir hier aufgefallen ist.
Aber auch so wirkte die Stadt organisierter und touristischer als Tirana. Was wahrscheinlich auch der Größe geschuldet ist. Shkodra ist wirklich nicht groß und ich hatte 3 Tage Zeit, um die Stadt und seine Umgebung kennen zulernen.

So hatte ich die Möglichkeit zur „Rozafa“ Burg und zur Mes-Brücke in die Vororte zu fahren.
Außerdem habe ich einen Ausflug nach Montenegro gemacht. Von Shkodra fährt man, wenn an der Grenze alles klappt, ca. 1 1/2 Stunden mit dem Bus nach Ulqin.
Überall wurde ich mit wunderschönen Ausblicken und tollen Erfahrungen überrascht. Die Natur im Norden Albaniens ist wirklich schön und sehr erfrischend, wenn man aus der Stadt kommt.
Zwei Mal wurde ich von Lokalen interessiert angesprochen, in ein Gespräch verwickelt und zum Essen eingeladen. Und auch alle anderen Menschen, die ich getroffen habe, waren sehr freundlich. Freundlich sind die Menschen in Tirana auch, allerdings wirkten meine Bekannten in Shkodra auf eine andere Art freundlich und offener.

Gut gefallen hat mir auch das friedliche Zusammenleben der Religionen. In Tirana fallen die verschiedenen Religionen kaum auf, im Norden gibt es aber mehr Muslime und so auch mehr Moscheen, die aktiv besucht werden.
Trotzdem stehen auch in Shkodra eine Moschee, eine orthodoxe und eine katholische Kirche dicht beieinander und es gab keine – für mich ersichtlichen – Probleme.

Stay tuned!

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