Ein schneller, stummer Frisörbesuch

Seit 2 Monaten wollte ich schon zum Frisör, aber ich wollte damit warten, bis ich in Albanien bin. Ein Frisörbesuch auf Albanisch gehört ja wohl dazu, wenn man das Land kennenlernen möchte. Außerdem hatte ich gehofft, vielleicht sogar ein kleines Gespräch führen zu können.

Weil meine Albanisch Kenntnisse aber zu wünschen übrig ließen habe ich es immer weiter vor mir her geschoben, einen Termin zu machen.

Und als ich dann endlich – über Instagram, weil hier alles über Instagram läuft – einen Termin machen wollte, bin ich kläglich gescheitert. Der Frisör spricht kein Englisch, ich kann kaum Albanisch und er schrieb nur sehr
umgangssprachlich, sodass ich aufgeben musste.
Dementsprechend war ich sehr dankbar darüber, dass mir eine albanische Bekannte ausgeholfen hat. Jetzt hatte ich also einen Termin.

Ich habe mir ein Foto herausgesucht, die wichtigsten Vokabeln aufgeschrieben und mich im Glauben, gut vorbereitet zu sein, auf den Weg gemacht.
Im Laden angekommen, verstand ich direkt die erste Frage nicht. Na toll.
Lauter albanische Frauen um mich herum, die mich fragend anschauen. Ich wurde auf ein Sofa verfrachtet und mein Albanisch reichte so gerade aus, um zu hören, dass sich alle über mich unterhielten.

Von da an bestand die Kommunikation, so weit wie möglich, nur noch aus Zeichensprache. Ein bisschen schade, ich wollte doch auch mein Albanisch trainieren, aber so ist wenigstens nichts schief gegangen.
Was mich im Endeffekt sehr gewundert hat, denn der Frisör fing nach einem extrem kurzen Blick auf das Foto direkt an sehr selbstbewusst und sehr schnell meine Haare abzuschneiden. Etwas kürzer, als ich es eigentlich haben wollte, ist es geworden, aber das wächst zum Glück ja nach.

15 Minuten später waren meine Haare auch schon fertig und ich war ziemlich perplex. In meinem Kopf ging einiges vor. Wieso dauert das zu Hause immer so viel länger? Was muss ich jetzt nochmal sagen? Was wird das wohl kosten?
Ich war mir nicht sicher, was so ein Haarschnitt hier so kostet und wäre also bereit gewesen zu bezahlen, was ich zuhause auch immer zahle. Zum Glück hab ich aber erst nachgefragt. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden habe und habe ihm sicherheitshalber mal einen 5.000 Lek (ca. 40€) Schein in die Hand gedrückt. Und war ziemlich verdutzt, als ich 4.000 Lek wieder zurück bekam.

Umgerechnet habe ich jetzt also 8€ gezahlt. Etwas durch den Wind und sehr verwirrt ging ich also nach einer halben Stunde beim Frisör mit einer neuen Frisur wieder nach Hause.

Stay tuned!

2 Gedanken zu „Ein schneller, stummer Frisörbesuch“

  1. Cooler Bericht! Ich geh immer in Thailand zum Frisör und das ist ungefähr so wie du beschrieben hast.
    Finde das immer sehr spannend, vorallem weil man nie so genau weiss wie man nachher auf dem Kopf aussieht

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