Ein neuer Blickwinkel

Orthodoxe Ostern und das nächste lange Wochendene. Wie soll ich mich bei so vielen Feiertagen denn jemals an eine normale Woche gewöhnen? Aber worüber beschwere ich mich hier.

Das Wetter war das ganze Wochendene über wunderbar und das wird auch wohl in der Woche so bleiben. Mit 25-28°C ist der Sommer in Tirana angekommen. Und das im April.

In diesen 3 freien Tagen habe ich eine andere Seite von Tirana kennengelernt. Ich möchte das hier nicht bewerten, sondern euch auch an diesem Teil der Stadt teilhaben lassen.

Zum ersten Mal bin ich so richtig dem Tourismus begegnet. Klar, Postkarten kann man hier schon in einigen (wenigen) Läden kaufen und, da Osterferien sind, habe ich auch einige Leute mit Stadtplänen in der Hand gesehen. Aber eine so eindeutige Ausrichtung auf den Tourismus, wie ich sie am Wochenende kennengelernt habe, habe ich noch nicht erlebt.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns am Samstag auf den Weg gemacht und sind mit einer Seilbahn auf den Dajti, den Hausberg Tiranas, gefahren. Während der Fahrt hatten wir einen schönen Blick auf Tirana in der Ferne und das ländliche Leben unter uns. Am besten gefallen hat mit wohl die Aussicht auf einen Mann, welcher seine Kuh an einer Leine hielt und neben ihr auf der Wiese lag.
Die Aussicht war super, aber oben angekommen fühlte es sich an, als wären wir in einer anderen Welt gelandet.
Im Gegensatz zur ruhigen Gondelfahrt war es hier laut, ich sah kaum Freifläche und alles war irgendwie künstlich hergerichtet. Es gab Hüpfburgen und Ponyreiten für Kinder, ein Hotel und die Wege waren gepflastert.
Ich hatte mir das ganze anders vorgestellt, idyllischer, natürlicher und albanischer.

Wir hätten uns in jeder x-beliebigen Stadt befinden können.

Ein ähnliches Gefühl hatte ich am Sonntag, den wir in einem Einkaufszentrum am Rande der Stadt verbracht haben. Ich kannte viele Marken, die dort ihre Läden hatten und das Gebäude hätte genau so gut in Deutschland oder jedem anderen Land stehen können. Es passte überhaupt nicht ins Stadtbild.
Hinzu kommt, dass viele Sachen vergleichsweise so teuer waren, dass es sich mit Sicherheit nicht jeder leisten kann, dort einkaufen zu gehen.

Das fand ich sehr erschreckend, denn so hatte ich Tirana bisher nicht gesehen und es genossen, wie wenig touristisch es hier ist. Trotzdem war es spannend, die Stadt auch mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Stay tuned!

Ein Gedanke zu „Ein neuer Blickwinkel“

  1. Liebe Kim, auch wir finden es immer spannend Land und Leute kennenzulernen. Und wir sind oft erstaunt, wie viele Seiten eine Stadt / ein Land haben kann. Vielen Dank für die spannenden Berichte. Liebe Grüße aus Stockholm Maike und Jürgen

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