Meine erste Demonstration in Buenos Aires

In Buenos Aires gibt es viele Demos, das bringt es so mit sich die Hauptstadt eines Landes zu sein.

Letzte Woche Mittwoch gab es mal wieder eine solche Demonstration, zu einem Thema, welches ich persönlich sehr wichtig finde. Schon seit Jahren wird in Argentinien über die Legalisierung der Abtreibung diskutiert. Diese ist hier bisher komplett verboten. Nun lag am Mittwochabend der ersten Kammer, dem Kongress, ein Gesetzentwurf zur Legalisierung vor. Von Mittwoch auf Donnerstag gaben alle Abgeordneten ihre Position bekannt und stimmten anschließend über den Entwurf ab.

Schon in der Schule liefen am Mittwoch viele Schüler mit grünen Tüchern und grün bemalten Gesichtern herum. Grün war die Farbe, die für die Legalisierung stand. Am Nachmittag unterhielt ich mich mit einer Deutschlehrerin an der Schule über das Thema und sie erzählte mir, dass sie am Abend zur Demo gehen würde. Sie fragte, ob ich nicht auch mitkommen möchte. „Warum eigentlich nicht?“ dachte ich mir und entschied mich dazu mich den Mädels anzuschließen.

So trafen wir uns kurz vor acht vor dem Kongress und schlossen uns den Demonstranten an. Überall gab es Essen und Getränke zukaufen, es wurden Lieder gesungen und einige Leute schlugen Zelte auf, bereit die ganze Nacht dort zu verbringen. Alles in allem war es ein ziemliches Durcheinander, aber es war schön zusehen, dass sich so viele Leute versammelt hatten, um sich für dieselbe Sache auszusprechen. Nach ein paar Stunden machten wir uns dann wieder auf den Heimweg.

Am nächsten Morgen stand dann endlich das Ergebnis fest: der Gesetzentwurf war durchgekommen und wird nun an die nächste Kammer weitergegeben! Diese Abstimmung findet dann wahrscheinlich erst Ende Juli statt und auch wenn der Entwurf da durch kommt, hat der Präsident immer noch ein Vetorecht, aber immerhin: so weit war der Gesetzentwurf noch nie gekommen!

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