Grüße aus Deutschland, Party, Natur und Schlafentzug

Asados Grill auf dem Dach

3/5 meiner Mitbewohner und ich beim Asados essen

Der Recoleta Friedhof

Das Ateneo

San Isidro Landschaft

Letzten Freitag beschlossen wir, als WG auf unserem Dach Asados zu machen (zur Erinnerung: Asados ist wie ein großes argentinisches Barbecue). Alle halfen mit bei den Vorbereitungen. Und was herauskam war ein wirklich schöner Abend mit meinen Mitbewohnern unter Sternenhimmel.
*zu dem Foto: Normalerweise wird nicht auf dem Boden gegessen. Aber unser Tisch hatte eine paar Probleme mit seinen Standbeinen nach dem letzten Gewitter, weshalb wir kreativ werden mussten.
Am letzten Wochenende habe ich auch zum ersten Mal Besuch aus Deutschland bekommen. Eine Flugbegleiterin und Freundin meiner Mutter war dank ihrer Arbeit für insgesamt gut 2 Tage in Buenos Aires. Den Sonntagnachmittag und Abend verbrachten wir zusammen und ich konnte ihr einige schöne Ecken in Buenos Aires zeigen.
Zunächst einmal gab sie mir jedoch die Sachen, die meine Eltern ihr für mich mitgegeben hatten:
– Selbstgemachte Marmelade (ich bin ziemlich verwöhnt was Marmelade angeht, da es jahrelang immer nur selbstgemachte Marmelade meiner Mutter zum Frühstück gab)
– Lindt Schokolade (Schokolade ist in Argentinien nicht nur verdammt teuer, sondern schmeckt auch noch nicht besonders gut)
– Einen Adventskalender (diese gibt es in Argentinien nämlich nicht)
– Und das allerwichtigste deutsches BROT (gutes Dunkles Vollkornbrot gibt es nun mal nur in Deutschland)
Sie übergab mir die Sachen und wir zogen los zu einem Markt in meinem Viertel. Dort suchten wir erstmal einige Zeit eine typisch argentinische Tasche für einen ihrer Freunde in Deutschland. Nach dem Gesuche hatten wir uns dann erstmal eine Pause verdient und ließen deshalb bei Starbucks nieder. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es auf zum Recoleta Friedhof (dieser befindet sich direkt neben dem Markt). Dort spazierten wir im kühlen Schatten der teilweise halb zerfallenen Gruften. Anschließend machten wir uns auf dem Weg zum „Ateneo“, auch bekannt als der schönste Buchladen der Welt. Er wurde in einem alten Theater gebaut und zählt heute zu einer der berühmtesten Attraktionen in Buenos Aires.
Am Abend gingen wir dann zusammen in ein kleines typisch argentinisches Steakrestaurant und aßen hervorragend. Wir verbrachten fast drei Stunden dort, viel länger als ich geplant hatte, sodass ich mich zu meiner nächsten Verabredung sehr beeilen musste. Doch bevor ich dazu komme: Ich fand es wirklich sehr, sehr schön jemanden mal Buenos Aires zu zeigen, etwas über die Stadt zu erzählen und sich auszutauschen. So freue ich mich schon sehr auf noch mehr Leute, die mich besuchen kommen und denen ich ebenfalls diesen besonderen Ort zeigen kann.
Doch nun wieder zum Rest des Abends. Nachdem ich mich von der Flugbegleiterin verabschiedet hatte und schnell geduscht hat, machte ich mich auf den Weg in einer Bar bei mir in der Nähe. Dort wollte ich mich eigentlich mit zwei anderen Kulturweit Freiwilligen treffen. Ich fand jedoch nur einen auf. Der andere verspätete sich um mehr als eine Stunde… Verkehr in Buenos Aires eben. Wir tauschten uns über unsere bisherigen Erlebnisse in der Stadt und in der Schule aus (diese waren sich überraschender Weise sehr ähnlich). Dann machten wir uns auf den Weg zu einem Club am Rande der Stadt. Dort feierte nämlich die 12. Klasse meiner Schule ihre Abschlussparty. Ich war vorher mehrmals vorgewarnt worden, dass die Partys in Argentinien etwas anders waren als die in Deutschland. Also machte ich mich auf alles gefasst. Wir betraten die große Halle, die zugegebener Maßen sehr kunstvoll von den Schülern dekoriert worden war, und uns schallte überlauter Reggaetón (das ist die Musikrichtung, die die Jugendlichen in Lateinamerika überwiegend hören) entgegen. Der nächste kleine Schock kam, als ich feststellen musste, dass alle Mädchen der 12. Klasse lediglich mit BH und kurzem Rock begleitet waren und die meisten Jungs keine Hemden trugen. Na gut, so wurde ihnen wenigstens nicht zu heiß. Wir hatten zu dritt trotz allem unseren Spaß (Vorfalles dabei die anderen irritiert zu beobachten). Das Highlight war eine Kugel an der Decke, die irgendwann anfing eine Menge Schaum zu produzieren. Nass wurden wir also auch noch.
Am Montag um 4:30 (eigentlich ein wenig zu früh um eine argentinische Party zu verlassen) machten wir uns dann auf den Heimweg. Um 6:00 (nach einigen Umwegen, wie zum Beispiel: Bus in die falsche Richtung) kam ich dann bei mir zu Hause an. Dort duschte ich mich erstmal und legte mich dann erschöpft schlafen. Um acht Uhr morgens hieß es jedoch gleich wieder aufstehen. Immerhin war ja Montag und ein ganz normaler Schultag. Wahrscheinlich hätte ich gar nicht kommen müssen, aber ich hatte es irgendwie geschafft mich, als Begleiterin für eine Exkursion zu melden.
Mit den achten Klassen und drei weiteren Lehrern machte ich mich also auf den Weg in das Landschaftsschutzgebiet San Isidro. Im Nachhinein hatte sich der kurze Schlaf dafür wirklich gelohnt! Es war sehr spannend was der Guide so alles über die Natur erzählen konnte und es war außerdem das erste Mal, dass mir wirklich auffiel, dass ich in Lateinamerika bin. So eine Natur hatte ich vorher noch nie gesehen.
Nach der Exkursion schickte mich meine Ansprechpartnerin nach Hause und ich schlief bis zum Abend.

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