Ankunft in Buenos Aires

Als mein Flugzeug Donnerstagmorgen in Buenos Aires landete, war ich vor allem eins: ziemlich müde. Dennoch blieb ich vor der Passkontrolle natürlich nicht verschont. Die kleinen Zettel, die wir dafür ausfüllen mussten, lösten erstmal bei uns Freiwilligen eine menge Verwirrung aus. Doch Gott sei Dank hatten wir eine Stunde Wartezeit, in der wir die Zettelchen entschlüsseln konnten. Als ich dann endlich mit der Passkontrolle dran war wurde ich Routine mäßig gefragt, was ich denn in Buenos Aires so vorhabe und wie lange ich bleiben möchte. Kaum erzählte ich dem Beamten, dass in ein Jahr ein freiwilliges soziales Jahr machen werde, wurde er hellhörig. Er fand es eine richtig gute Sache und stellte mir gleich noch mehr Fragen. Wo genau ich das Jahr mache? Was meine Aufgaben dort sind? etc. …

Eine gute Stunde später und immer noch nicht wirklich wach stand ich vor der nächsten großen Aufgabe: Ein Taxi bestellen. Mit zwei Koffern und einem Rucksack kämpfte ich mich durch die Menschenmengen am Flughafen. Mehrmals musste ich nach dem Weg fragen, um dann endlich eine Bank zu finden, bei der ich mein Geld wechseln konnte (aufgrund des schlechten Kurses des argentinischen Pesos konnte ich in Deutschland kein Geld wechseln). Bis ich dann endlich argentinische Pesos in der Hand hielt verging noch eine Stunde. Doch nun konnte ich mich erleichtert auf zum offiziellen Taxistand am Flughafen machen. Dort gibt man der Frau am Schalter die Adresse, zu der man fahren möchte, dann bezahlt man direkt die entsprechende Summe und wird dann zum Taxi gebracht.
Vom Flughafen aus brauchte das Taxi gut eine Stunde zu der Wohnung. Schon auf der Fahrt fiel mir die Verkehrslage auf… Häufig fuhren die Autos dreispurig wo es nur zwei Spuren gab, rote Ampeln wurde des Öfteren mal übersehen und wirklich absolut jeder hupte bei jeder Kleinigkeit.
Irgendwann kam ich dann endlich an der Wohnung an, wo mich meine Vermieterin (eine freundliche, alte Dame) schon ganz aufgeregt erwartete. Sie führte mich in ihre Wohnung im ersten Stock und zeigte mir mein Zimmer. Es ist sehr gut beleuchtet durch die großen Fenster und man hat den besten Ausblick auf den Tumult auf der Straße. Danach ging es erstmal ans Koffer auspacken, duschen und schlafen.
Später am Nachmittag nahm mich meine Vermieterin dann mit zum Einkaufen. Ich würde sagen, dass man hier im Schnitt so das Dreifache für Lebensmittel ausgibt wie in Deutschland – außer für Milch und Eier, das ist beides verdammt billig.

Am nächsten Tag hieß es dann um acht aufstehen und ab in die Schule, ganz wie in den guten alten Zeiten… Oder auch nicht. Ich lief von der Wohnung gut dreißig Minuten zur Schule und war natürlich ganz pünktlich um halb zehn dort, und natürlich verspätete sich meine Ansprechpartnerin. Als sie dann kam, führte sie mich direkt in das Lehrerzimmer für Deutsch. Wir besprachen einige organisatorische Dinge. Unter anderem meine Arbeitszeiten: „Du musst doch so sechs bis acht Stunden am Tag arbeiten, oder?“ meinte sie. Ich nickte nur. „Okay, dann arbeitest du sechs Stunden am Tag. Acht Stunden in dieser Schule, das ist nicht gesund.“ – Die Argentinier haben das Arbeiten bestimmt nicht erfunden (um meine Mutter mal zu zitieren) *zwinker* .

Kurze Zeit später stand schon das Wochenende vor der Tür. Den Samstag verbrachte ich mit einer Sightseeingtour. Zuerst ging es zum Teatro Colon, das mit seiner Architektur wirklich punkten kann. Anschließend lief ich zum Obelisk von Buenos Aires. Über diese Skulptur scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Naja, wirklich schön fand ich den Obelisk jetzt nicht so.. aber die Hecke davor war echt cool! (Seht selbst^^) Danach ging es zum Plaza de Mayo und zum Casa rosada (dem Präsidentenpalast). Den Palast fand ich wiederrum durchaus beeindruckend.
Am Samstagabend nahm ich dann an einem kleinen Tanzkurs der Organisation „Buenos Aires International Students“ teil. Dieser begann natürlich, typisch argentinisch, eine halbe Stunde als geplant. Dennoch hat es sehr viel Spaß gemacht!
Nun freue mich ich schon sehr auf Montag, wenn mein Arbeitsalltag dann endlich beginnt.

P.S.: Ich habe ja beim letzten Mal erwähnt, dass wir auf dem Vorbereitungsseminar von der Taz „interviewt“ wurden. Nun wurde der Artikel dazu veröffentlicht. Das ist der Link: http://www.taz.de/Identitaetssuche-und-Definitionsversuche/!165049/#2

Der Obelisk von Buenos Aires

Plaza de Mayo

Casa Rosada / der Präsidentenpalast

Teatro Colon

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