Ausflug in den Norden

So langsam traue ich mir schon gar nicht mehr das zu sagen, aber letztes Wochenende war schon wieder ein langes, Montag und Dienstag war mal wieder „feriado“. Das habe ich natürlich ausgenutzt um ein lang ersehntes Ziel zu besuchen. Ich bin hoch ganz in den Norden Argentinien, nach Jujuy, geflogen. Schon auf dem Weg zum Flughafen in Buenos Aires schwärmte mein Taxifahrer von der wunderschönen Landschaft im Norden. Ich war erst einmal nur froh dem verregneten Buenos Aires ein paar Tage zu entkommen. In Jujuy begrüßte mich nämlich strahlender Sonnenschein. Von Jujuy aus nahm ich den Bus nach Salta (eine Stadt circa 80km südlich von Jujuy), wo ich ein Hostel gebucht hatte.

Für den nächsten Tag hatte ich einige Dinge geplant, die ich mir angucken wollte und ich fand tatsächlich eine Ganztagestour, die alle diese Sachen abdeckte. So kam es, dass ich am nächsten Tag bereits um halb sieben aufstehen musste und für die Tour abgeholt wurde. Es waren hauptsächlich Pärchen im Bus und nur ein anderes Mädchen, welches ebenfalls allein reiste. Natürlich wurden wir beste Freunde für den Rest der Tour. Hauptsächlich weil wir beide jemanden brauchten, der Fotos von einem machte. Und es hat sich wirklich gelohnt!

Die Tour führte uns zu traumhaften Berglandschaften, unteranderem auch zu dem berühmten Berg „Cerro de los siete colores“. Dieser Berg erscheint durch seine unterschiedlichen Gesteinsschichten in insgesamt sieben Farben. Am Fuße des Berges liegt das kleine Dorf „Purmamarca“. Es erinnerte mich sehr an „San Pedro de Atacama“, ein Dorf, welches ich bereits im Norden Chiles besucht habe. Viele der Häuser waren ebenfalls aus Lehm und Einwohner verkauften ihre bunten Schals aus Alpakawolle.
Das Highlight der Tour war jedoch die Salzwüste in Jujuy. Kaum angekommen musste ich erstmal meine Sonnenbrille aufsetzten, so sehr blendete das weiße Salz. Es sah aus wie eine surreale Schneelandschaft umgeben von Bergen. Es ist wirklich sehr schwer diesen Ort zu beschreiben, weshalb ich einfach ein paar Fotos anhängen werde um die Stimmung der Landschaft zu vermitteln. Aber so viel kann ich sagen: Es war unglaublich schön!

Am nächsten Tag machte ich mit dem Mädel, welches ich bei der Tour kennengelernt hatte, eine kleine Rundtour durch Salta. Bevor wir dann am Abend zum Flughafen nach Jujuy zurück fuhren.
Obwohl ich nur kurz dort war, muss ich sagen, dass der Norden mich stark beeindruckt hat.

 

Ostern in Córdoba

Mal wieder stand uns ein langes Wochenende bevor – Ostern! So entschied ich mich spontan nach Córdoba zu fliegen um meine ehemalige, deutsche Mitbewohnerin (Anna) zu besuchen.

Kaum in Córdoba angekommen, nahmen wir auch schon den Bus in die kleine Stadt Carlos Paz. Dort mussten wir dann erstmal einige Zeit an der Haltestelle warten, da Annas Freunde noch mit ihrem Auto im Stau steckten. Schlussendlich schafften sie es jedoch zur Haltestelle und wir fuhren gemeinsam zu dem Ferienhaus, welches einem der Freunde gehörte. Wir stiegen aus dem Auto aus und fielen fast sofort in den Pool, den wir dann für die nächsten Stunden nicht wieder verließen. Eine solche Hitze war ich aus Buenos Aires, wo sich mittlerweile herbstliche Temperaturen eingestellt hatten, gar nicht mehr gewöhnt.

Am Abend gab es dann für alle 12 natürlich Asados, was auch sonst? Danach hörten wir noch ein bisschen Musik, tanzten, quatschten und hatten alles in allem eine gute Zeit.

Auch am nächsten Tag war der Pool ein Muss. Wir konnten jedoch leider nicht den ganzen Tag darin verbringen, da es am späten Nachmittag schon wieder mit dem Bus zurück nach Córdoba ging.

In Córdoba trennten sich dann erstmal Annas und mein Weg, da sie nun weiter zu ihrer Gastfamilie fuhr, die zwei Stunden außerhalb der Stadt wohnte. Ich machte mich währenddessen auf den Weg zu meinem Hostel und stellte erfreut fest, dass ich mir das Zimmer mit nur einer anderen Person teilte.

Für den nächsten Tag hatte ich mich vormittags mit Anna verabredet, um die Stadt zu besichtigen. Der erste Satz meiner „Reisefuehrerin“ war: „Also wirklich viel gibt es hier nicht zusehen.“ So liefen wir ein bisschen durch die Innenstadt, sahen uns die Kathedrale, den „Mini-Obelisco“ und ein Museum an. Gegen Mittag entschieden wir uns etwas leckeres einzukaufen und ein kleines Picknick im Park zu veranstalten. Für ein paar Stunden quatschten wir über alles mögliche, bevor wir gemeinsam zum Busbahnhof liefen. Von dort aus nahm Anna dann wieder den Bus nach Hause und ich ging ins Hostel.

Am Abend wollte eine Brasilianerin aus der Gruppe ihren Geburtstag in einem Club nachfeiern. Pünktlich um 23 Uhr standen die beiden Deutschen, Anna und ich, vor dem Club und warteten 45 Minuten, bis der Rest eintrudelte. Als sich dann endlich alle versammelt hatten, konnten wir den Club betreten. Drinnen bekamen wir sogar Essen und eine Flasche Sekt als „Geburtstags-special“. So hatten wir einen netten Abend mit Essen und viel Reggeaton Musik.

Am nächsten Morgen trat ich dann bereits wieder die Heimreise nach Buenos Aires an.

Schule mit vielen Projekten

 Letztes Jahr im November hatte ich die Möglichkeit einen Artikel über die Cangallo Schule für das „Argentinische Tagesblatt“ zu schreiben. Der Artikel sollte vor allem als Werbung für die Schule dienen. Nun wurde eben dieser Artikel letzten Monat in der Zeitung veröffentlicht und ich möchte ihn nun hier ebenfalls veröffentlichen. – Ein großes Dankeschön geht dabei an meine Großeltern, die mir, wie schon so häufig, durch ihr Korrekturlesen wahnsinnig geholfen haben!

 

Mein Name ist Katharina Faber. Seit September 2017 arbeite ich als Freiwillige an der Cangallo Schule. Ich komme aus Dresden in Deutschland und nehme an einem Programm der deutschen Partnerschulen teil. Dadurch habe ich die Möglichkeit, ein Jahr an dieser Schule in Buenos Aires zu verbringen und den Alltag dort hautnah mitzuerleben.

Als ich zum ersten Mal die Cangallo Schule betrat, fielen mir gleich die beiden großen Vitrinen mit den vielen Pokalen darin auf. Jeder Pokal steht für Schüler, die erfolgreich etwas an der und natürlich auch etwas für die Cangallo Schule geleistet haben.

Wenn ich gefragt werde, was mir an der Schule am besten gefällt, dann erzähle ich von den engagierten Schülern und von den vielfältigen Möglichkeiten, die ihnen die Schule bietet. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr sich die Schule um Projekte für ihre Schüler bemüht. Alle Schüler haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, der Schulleitung eine neue Idee oder ein neues Projekt vorzuschlagen. Frau Lentini, welche die meisten Projekte an der Schule koordiniert, sagte mir, dass man sich stets um neue, innovative Themen bemüht. Diesen Eindruck habe ich in meiner kurzen Zeit an der Cangallo Schule definitiv gewonnen. So gibt es unter anderem Simulationsprojekte, in denen die Schüler zum Beispiel die UNO und ihre Verhandlungen simulieren. Gruppenweise werden den Schülern Länder zugeteilt, über die sie sich anschließend intensiv informieren. Das fördert nicht nur das politische, sondern auch das kulturelle Verständnis.

Außerdem besuchen die Schüler argentinische Städte. Die Klassen fahren nach Mendoza, Mar de Plata oder auch Verónica. Dabei geht es der Schule vor allem um „intelligenten Tourismus“. Die Schüler sollen dort nicht einfach nur Urlaub machen, sondern so viel wie möglich lernen. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, sich auch außerhalb der Schule weiterzubilden – eine wichtige Kompetenz für das spätere Leben.

Natürlich geht nicht jeder Ausflug in die Ferne. Häufig besuchen die Schüler mit ihren Lehrern Museen, Kinos, Krankenhäuser, Naturschutzgebiete, Theater, usw. in Buenos Aires und Umgebung. Des Weiteren kooperiert die Schule mit der Universität Buenos Aires, sodass die Schüler auch Veranstaltungen der Universität wahrnehmen und dadurch einen Eindruck in das Uni- und Studentenleben gewinnen können.

Das Projekt, auf das ich besonders hinweisen möchte, ist aber die Reise nach Deutschland, welche die Schüler der elften Klasse unternehmen. Sie leben einige Tage in Stuttgart und erhalten dort Deutschunterricht, danach werden sie für drei Wochen bei Gastfamilien aufgenommen und besuche zum Abschluss München. Auf diese Reise werden sie an der Schule vorher intensiv vorbereitet. Sie lernen vieles über die deutsche Kultur und ihre Eigenheiten. Ich konnte persönlich miterleben, wie die Schüler sich freuten, neue Dinge über Deutschland zu lernen und dann selbst dorthin fahren zu können. Dieser kulturelle Austausch ist nicht nur für die Schüler eine schöne Erfahrung, sondern auch für mich. Durch die Möglichkeit, in diesem Unterricht mitzuwirken, habe ich auch gemerkt, wie wichtig solche Projekte für die Schule sind.

Ein kurzes Update

Nachdem ich nun endlich wieder für längere Zeit mich in Buenos Aires aufhalten würde, gab es einiges zu tun. Zunächst einmal hatte ich natürlich Wäsche zu waschen, zu staubsaugen und die Miete zu zahlen.

Doch ich konnte mich nun auch seit langem mal wieder mit Freunden treffen. So kam es, dass ich mich mit Lurdes, einer ehemaligen Schülerin, im Shoppingcenter traf. Und was macht man so im Shoppingcenter? Richtig! Man besucht den eingebauten Freizeitpark mit Schiffsschaukel, Karussell und Achterbahn. Okay, zugegebener Maßen waren wir so ziemlich die einzigen Erwachsenen an diesem Ort, aber wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß!

In der Woche darauf begann „leider“ wieder der Alltag an der Schule. Zu Schulbeginn war natürlich alles noch lauter und chaotischer als sonst (Ich bewundere die Lehrer dafür wie sie bei all, dem noch den Überblick behalten können). So kam es auch, dass ich ein paar Mal sehr kurzfristig (bedeutet ich kam Morgens in das Lehrerzimmer und mir wurde vermittelt, ich solle doch bitte direkt in das Klassenzimmer gehen) als Vertretungslehrerin einspringen musste und die Kinder anderthalb Stunden beschäftigen durfte. Glaubt mir: nach einer solchen Erfahrung schafft man alles andere im Leben mit links.

Nach einer wirklich anstrengenden und aufregenden Schulwoche bekam ich überraschend Besuch von einer Freiwilligen aus den Norden des Landes. Am Freitag tranken wir gemeinsam Kaffee und am Samstag verabredeten wir uns zu Ofengemüse und Apfelstrudel. Wir versuchten beides selbst in meiner Küche zu produzieren und erlangten ein erstaunlich gutes Ergebnis!

Karrusell im Shoppingcenter

Familienbesuch

Anfang Februar war es dann endlich soweit: Meine Familie kam mich besuchen! Meine Mutter, mein Vater und mein kleiner Bruder sind extra über den großen Teich geflogen, um mich zu sehen. Ich habe mich wirklich wahnsinnig darauf gefreut sie wiederzusehen.

Die ersten paar Tage verbrachten wir in Buenos Aires und ich war damit beschäftigt ihnen alle Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Wir besuchten viele Cafés und selbst ich lernte noch neue Ecken der Stadt kennen.

Danach ging es weiter nach Mendoza, in die Weinregion Argentiniens. Wir waren auf einem kleinen, familiären Weingut untergebracht. Von dort aus erkundeten wir vier Tage lang die Umgebung. Wir besuchten natürlich einige sehr schöne Weingüter, das Tal „Valle de Uco“ und mein Bruder und ich gingen sogar einen Nachmittag zum Wildwasserrafting.

Nach diesem Stopp hatten wir nichts weiter geplant und/oder gebucht. Also mussten wir uns erstmal überlegen, wo wir nach Mendoza eigentlich hin wollten. (Wir sind alle vier mit sogenannten „Standby Tickets“ geflogen – das sind günstige Tickets, die du als Airline Mitglied kaufen kannst. Du wirst dann aber nur mitgenommen, wenn Platz im Flugzeug übrig ist.)
Schließlich fiel die Wahl auf „El Calafate“. Wer noch nicht dort war: Ich kann jedem nur empfehlen dort einmal im Leben hinzufahren. Der riesige Gletscher sah schon von der Aussichtsplattform beeindruckend aus. Die mächtigen Eismassen, die sich unermüdlich vom Berg in den hellblauen See bahnen sind einfach nur beeindruckend. Regelmäßig kann man beobachten und hören! wie größere Eismassen vom Gletscher ins Wasser fallen. Nach der Aussichtsplattform fuhren wir mit einem Schiff näher an den Gletscher heran und man bekam einen ersten Eindruck, wie hoch sich Eiswand wirklich auftürmt. Von dort aus machten wir dann eine geführte Tour über den Gletscher und konnten die Vielfalt an Blautönen der surrealen Eislandschaft betrachten. Am Ende der Tour gab es dann für alle Schokolade und Whiskey mit Gletschereis. – Wenn das kein gelungener Tag war!

Die nächste Stadt, die wir besuchten, lag noch etwas weiter südlich als „El Calafate“. Genauer gesagt handelte es sich dabei um die südlichste Stadt der Welt „Ushuaia“ – das Tor zu Antarktis (so heißt es zu mindestens auf den Stempeln in unseren Pässen, die wir in der Touristeninfo bekamen). Wir verbrachten unsere Zeit am Ende der Welt damit den Nationalpark „Tierra de fuego“ („Feuerland“) zu besichtigen. Wir gingen mit einer Gruppe wandern, aßen in einem Zelt Mittag und fuhren mit Paddelbooten den Fluss entlang.

Anschließend ging erstmal wieder zurück nach Buenos Aires, bevor wir am nächsten Tag einen Flieger nach Iguazú nahmen. Dort blieben wir eine Nacht in einem sehr schönen Hotel, welches direkt im Nationalpark lag. Von den Zimmern aus hatte man einen guten Blick auf die Wasserfälle. Obwohl ich bereits Fotos und Videos von den Wasserfällen gesehen hatte, war ich hin und weg als ich tatsächlich davor stand. (Es empfiehlt sich übrigens einen Badeanzug anzuziehen – man wird klatsch nass). Es stand außer Frage warum sie zu einem der sieben Naturweltwunder gehören. Die unheimlichen Wassermengen, die in den Abgrund stürzen, sind mehr als beeindruckend.

Zum Schluss blieb meine Familie noch zwei Nächte in Buenos Aires und wir besuchten unter anderem meine Schule. Alles in allem habe ich mich wirklich sehr über den Besuch gefreut, aber jetzt vermisse ich sie ein bisschen mehr als vorher und freue mich auch schon sehr darauf sie im August endlich wieder zusehen.

Zu Argentinien: Ich habe jetzt schon einen kleinen Einblick in die Vielfalt dieses Landes erhalten können und freue mich schon sehr darauf noch mehr zu sehen. Ich kann wirklich jedem nur wärmstens empfehlen sich dieses atemberaubende Land einmal anzusehen. Und ich bin wirklich sehr froh darüber hier gelandet zu sein (Danke Kulturweit!^^).

Meine Reise durch Chile

Ich hatte kaum einen Tag in Buenos Aires, denn es ging für mich gleich weiter nach Santiago de Chile.

Dort blieb ich jedoch erstmal nur eine Nacht und fuhr am nächsten Morgen gleich weiter mit dem Bus nach Valparaiso. Das ist eine recht kleine Stadt am Meer. Den ersten Eindruck, den ich von der Stadt hatte, war nicht unbedingt der beste. Der Teil, in dem der Bus hielt, war sehr dreckig, roch nicht besonders gut und es gab viele Obdachlose. Den schönen Teil der Stadt, von dem alle immer so schwärmten, fand ich erst, als ich auf einen der umliegenden Berge stieg. Von dort aus hatte man einen super Blick über die Stadt und das Meer. Außerdem waren die Häuser dort oben bunt bemalt und alles war sehr ordentlich.

Meinen zweiten Tag in Valparaiso verbrachte ich recht entspannt und lief nur noch ein paar mal durch die Stadt, bevor ich am nächsten Morgen wieder zurück nach Santiago fuhr.

Doch auch diesmal sah ich nicht viel von der Stadt, da ich vom Busbahnhof gleich den Shuttlebus zum Flughafen nahm. Meine nächste Station führte mich in die trockenste Wüste der Welt, die Atacama Wüste. Dort blieb ich in der kleinen und recht touristischen Stadt San Pedro de Atacama. Kaum im Hostel angekommen traf ich schon zwei deutsche Mädels, die gerade ein Urlaubssemester machen und beschlossen hatten für drei Monate durch Südamerika zu reisen. Wir gingen zusammen einen Kaffee trinken und tauschten uns dabei über bisherige Erfahrungen aus. Als die beiden hörten was ich hier so mache, war ihr erster Kommentar: Unsere Eltern hätten das niemals erlaubt! – Da kann ich wohl wirklich froh über meine Eltern sein. Leider fuhren die beiden bereits am nächsten Morgen weiter nach Bolivien.

Ich stand am nächsten Morgen dafür ebenfalls früh auf und lief für drei Stunden ein bisschen durch die Wüste um mir einen ersten Eindruck von der Landschaft zu verschaffen. Diese war vor allem sehr staubig und geprägt von hohen Bergen. Am Abend ging es dann zum Valle de la luna (Weg des Mondes), wo ich von einem der hohen Berge einen wunderschönen Blick auf das Tal hatte, welches tatsächlich ein bisschen an eine Mondlandschaft erinnerte, und später sogar auf den Sonnenuntergang. So ging mein erster Tag in der Wüste zu Ende und ich war bisher total begeistert.

Geschlafen habe ich in der darauf folgenden Nacht jedoch kaum. Teils der Aufregung wegen, teils wegen dem Typen, der im Bett unter mir schnarchte, wie eine Kettensäge, aber hauptsächlich war es der Tatsache verschuldet, dass ich bereits um vier Uhr Morgens aufstehen musste. Ich zog ein T-Shirt, zwei Pullover, zwei Jacken, eine Jeans und zwei Paar Socken übereinander an. Denn schon, sobald ich das Hostel verließ schlug mir die Kälte entgegen. Als wir dann jedoch mit dem Bus bei den Geysiren ankamen, die sich auf über 4000m Höhe befanden, lag die Temperatur nur noch bei -7 Grad Celsius. Mit klapperten Zähnen lief ich über das Gelände und sah mir das wunderschöne Naturschauspiel der heißen Quellen an. Gott sei Dank wurde es nach dem Sonnenaufgang sehr schnell wärmer. Dafür sorgte auch das Frühstück, das wir bekamen. Danach ging es mit dem Bus in ein wirklich sehr kleines Dorf, in dem wir Flamingos sahen. Da wir nun alle etwas wacher waren, lernte ich ein Mädchen aus meiner Reisegruppe kennen, welches aus Portugal kommt und derzeit aber in Kolumbien studiert. Ich tauschte mich intensiv mit ihr aus und wir verstanden uns wirklich gut. Zum Schluss führte uns die Tour noch zu einem Canyon, von dem aus wir eine Wahnsinns Aussicht genossen.

Wieder im Hostel angekommen legte ich mich erstmal wieder ins Bett. Ohne Gesellschaft blieb ich jedoch nicht lange. Neu in mein Zimmer kamen Rosalie und Robert aus Berlin. Beide waren Mitte zwanzig, hatten ihre Jobs gekündigt und reisten nun durch Lateinamerika. Also die beiden hatten einiges zu berichten! So kam es, dass ich Rosalie auch gleich mitnahm, als ich mich mit meiner ehemaligen WG-Partnerin aus Buenos Aires auf ein Bier traf. Sie war gerade ebenfalls zufälligerweise in San Pedro.

An meinem letzten Tag in San Pedro konnte ich dann endlich mal wieder ausschlafen und alles was ich an dem Tag noch gemacht habe war mir die Stadt und die Kirche ein letztes Mal anzugucken. Dabei war ich teilweise wieder mit Robert und Rosalie unterwegs. (Die beiden haben übrigens einen Youtube Kanal und veröffentlichen dort Videos von ihrer Reise. In dem Video über San Pedro de Atacama komme ich teilweise auch vor, weshalb ich es euch hier mal verlinke: https://www.youtube.com/watch?v=8B-H77nPNaQder Kanal heißt: „Hinterher weiß man mehr).

24 Stunden später kam ich dann bei meiner nächsten Station im Süden des Landes, in Puerto Montt, an. Die kleine Hafenstadt lag direkt am Meer. Da es bereits später Nachmittag war, besuchte ich nur kurz die Stadt und buchte mir für den nächsten Tag eine Tour.

Die Tour startete bereits am Vormittag und der erste Halt war an dem großen See Lago Llanquihue wo ich einen schönen Spaziergang machte. Danach ging es zum einen Aussichtspunkt um Fotos von dem gigantischen Vulkan Osornozu machen. Mein persönlicher Liebengs-Stopp waren die Lagunas Verdes (grüne Lagunen, ich denke auf den Fotos sieht man warum sie so heißen). Im Nationalpark konnten wir dann einige Zeit verbringen und viele Fotos machen. Die Tour fand ihr Ende in dem schönen Dorf Puerto Varas (dort gibt es übrigens eine sehr moderne deutsche Schule) am See. Durch die Tour war ich den ganzen Tag unterwegs und ging danach nur noch schlafen.

Am nächsten Tag flog ich dann wieder nach Santiago und blieb dort diesmal für zwei Nächte um mir wirklich mal die Stadt anzugucken. Bereits am Nachmittag meiner Ankunft traf in einen Brasilianer, mit dem ich auf die Aussichtsplattform Cerro San Christobal ging. Von dort oben aus hatte man wirklich einen Wahnsinns Blick auf die Stadt.

Den letzten Tag in Chile verbrachte ich damit durch die Stadt zu laufen und mir so viel wie möglich anzusehen. Danach ging es auch schon wieder zurück nach Buenos Aires.

Weihnachten in Florida

Einen Tag vor Heiligabend kam ich endlich am Flughafen in Miami an, wo ich von dem Hotel Shuttlebus abgeholt wurde und zu meiner Familie fuhr. Sie erwarteten mich bereits aufgeregt im Hotel. Ich freute mich wahnsinnig sie wieder zusehen und stellte erleichtert fest, dass sie sich nicht wirklich verändert hatten. Nur mein kleiner Bruder war vielleicht ein bisschen gewachsen. Nach dem Wiedersehen frühstückte ich erst einmal etwas, duschte, zog mich um und dann ging es auch schon los mit dem Mietwagen südlich Richtung Palm Beach. Kaum angekommen gingen wir gleich in die Mall, kauften uns alberne Weihnachtsmützen und machten Familienfotos damit.

Den 24. Dezember ließen wir entspannt mit einem Frühstück im Ferienhaus starten. Anschließend verbrachten wir fast den ganzen Nachmittag in einer Outlet Mall und kauften seeehr viele Sachen ein. – Man muss vielleicht dazu sagen, dass es in Argentinien fast keine ausländischen Marken gibt und deshalb Klamotten sehr teuer sind. – Am Abend gingen wir dann in einem schicken Avocado Restaurant essen und machten anschließend die Bescherung im Haus.

Da am 25. ja alles in den USA geschlossen hat, machten wir nach dem Frühstück lediglich einen langen Spaziergang durch Palm Beach und gingen Abends in einem netten italienischen Restaurant essen.

Der darauffolgende Tag war komplett für Tierbesichtigungen reserviert. Zuerst fuhren wir ins Manatee Museum und danach in den Löwen Park. Letzteres ist ein Park, durch welchen man mit einem Auto fährt und sich wie bei einer Safari die Tiere anguckt, die frei herum laufen.

Meine Eltern kamen dann am nächsten Tag auf die tolle Idee durch den Everglades Nationalpark mit dem Fahrrad zu fahren. Dies war tatsächlich sehr nett, weil man so in kurzer Zeit viel vom Park zusehen bekam (wir sahen insgesamt über 20 Alligatoren!). Das Problem war nur, dass es wahnsinnig heiß war und am Abend waren wir dann alle etwas röter als vor dem Ausflug.

Unser nächster Ausflug führte uns nach Miami, wo wir den Oceans Drive entlang liefen, in einem netten französischen Café assen und uns zum Schluss noch Little Havanna anguckten. Bei letzterem kam bei mir direkt wieder das Gefühl auf in Lateinamerika zu sein: wirklich absolut jeder sprach dort Spanisch!

Den letzten Tag unseres Urlaubs ließen wir mit einem langen Spaziergang durch einen Wald ausklingen, bevor wir dann wieder unsere Koffer packen mussten.

Es war sooo schön meine Familie über die Feiertage wiederzusehen! Jetzt freue ich mich schon sehr darauf ihnen im Februar Argentinien zu zeigen.

Unsere weihnachtlich geschmückte Plastikpalme

Palm Beach

Alligator im Everglades Nationalpark

Weihnachten steht vor der Tür

Weihnachtsfeier

Kreativer Adventskranz

Plätzchen

Brezel

Vanillekipferl

Bockwurst mit Sauerkraut

Kaum war ich vom Zwischenseminar wieder zurück stand gleich schon die nächste Veranstaltung von der Tür. Ich ging mit ein paar Schülern der 12. Klasse auf die Feier des Goethe Institutes in Buenos Aires. Für mich als Freiwillige war der Eintritt kostenlos. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich dort auf andere Freiwillige traf. Der Abend an sich bleibt mir in schöner Erinnerung, denn es gab tatsächlich authentisch deutsches Essen. Wir aßen Brezeln, Currywurst, Sauerkraut, Kartoffelsalat und Apfelstrudel. Dazu gab es natürlich deutsches Bier. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel deutsche Kultur man in Buenos Aires wiederfindet.

Was so gar nicht der deutschen Kultur entspricht, ist das Nachtleben in Buenos Aires. Ich war nun schon zweimal auf einer Abschlussparty einer 12. Klasse. Einmal die von meiner Schule und neulich auf der einer anderen Schule. Letzteres war für mich deutlich angenehmer, da ich dort niemanden aus meiner Schule traf. Na gut, außer den beiden 12. Klässlerinnen, mit denen ich dort gemeinsam hinging. Nun dazu wie eine solche Abschlussparty hier abläuft: Die 12. Klässler nehmen einen gemieteten Bus (Partybus trifft es eigentlich eher) und fahren damit zum Club. Dort warten bereits die 11. Klaessler (und Schüler anderer Schulen) auf sie. Die 11. Klässler machen dann ordentlich Radau mit Trommeln, Feuerwerk, etc. Danach sind die 12. Klässler natürlich die ersten die den Club betreten. Alle anderen müssen sich brav anstellen. Im Eingangsbereich des Clubs hängen überall Plakate mit Steckbriefen der Abschlussklasse. Sollte dir ein Mädchen oder Junge gefallen, dann nimmst du dir das Foto von dem Steckbrief mit und kannst es behalten. Auch sonst haben sich die Schüler viel Mühe beim Dekorieren gegeben. Im Rest des Club hängen ebenfalls viele Fotos und Plakate. Außerdem ist der Tanzstil und die Musik ebenfalls etwas anders als man es aus Deutschland gewöhnt ist…

Wo wir nun schon einmal von Party sprechen: Letztes Wochenende hat eine deutsche Freundin und ihr Freund eine Weihnachtsparty veranstaltet. Es gab Plätzchen, Lebkuchen, die argentinische Variante des Stollens („Pan Dulce“ = süßes Brot), Glühwein und ich hatte mal wieder Vanillekipferl gebacken. Wir aßen, quatschten und hörten dazu Weihnachtsmusik. Und nach ein paar Bechern Glühwein ließ es sich auch ganz leicht mitsingen.
Nun sind es nur noch zwei Tage bis Weihnachten und ich freue mich schon wahnsinnig darauf meine Familie wiederzusehen. Heute Abend fliege ich nach Miami, wo wir ein Haus gemietet haben bis zum 31.12. und dort werde dann meine Eltern und meinen Bruder treffen. Mir fällt kein schöneres Weihnachtsgeschenk ein.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Das Zwischenseminar

Das Zwischenseminar ist zu Ende und es wird Zeit Bilanz zu ziehen. (Nach nur zwei Monaten kann man das Seminar zwar nicht wirklich als Zwischenseminar bezeichnen, aber ja gut.)

Das Seminar fand in der Stadt Rosario statt, die sich nördlich von Buenos Aires befindet. Vor mir lagen also gut zwei ein halb Stunden Busfahrt. Ich stieg in den Bus mit der Erwartung dort drei andere Freiwillige zu treffen. Doch scheinbar hatten diese doch einen anderen Bus genommen. Natürlich hatte ich mich vorher nicht überlegt wie ich von der Bushaltestelle zum Hostel kommen würde. “Die anderen Freiwilligen werden das schon wissen” hatte ich mir gedacht… “Nun ja, sicherlich wird der Bus mich an einem Busbahnhof herauslassen und dort gibt es dann W-LAN oder einen Informationsschalter, bei dem man nachfragen kann” – wieder hatte ich falsch gedacht. Kaum angekommen ließ der Bus mich irgendwo am Straßenrand etwas außerhalb von Rosario raus. Nun stand ich da und hatte nicht die geringste Ahnung wie ich nun zum Hostel kommen sollte. Glücklicherweise stieg der Mann, der neben mir gesessen hat während der Busfahrt an derselben Haltestelle aus. Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte ihn, ob er auf seinem Handy einmal nachgucken könnte wie ich zu meinem Hostel komme. Tatsächlich reagierte er sehr freundlich und konnte mir weiterhelfen. So nahm ich dann denselben Bus wie er. Der Mann stieg jedoch früher aus, sodass sich schnell eine Dame einklinkte und fragte, wohin ich denn muss. Die Frau stieg dann an derselben Haltestelle aus und begleitete mich fast bis zum Hostel.

Endlich dort angekommen gab es erstmal Kaffee und Kuchen und einen regen Austausch mit den anderen 22 Freiwilligen (nur eine davon kam aus Paraguay und zwei aus Uruguay. Der Rest wohnte in Argentinien). Kurz darauf begann das Programm, dass wie wir schnell feststellen mussten sehr auf Eigenarbeit basierte.

Am nächsten Tag machten wir einen kleinen Ausflug in die Stadt und hörten uns einen Vortrag über Transgender an, der leider nicht für uns als Zielgruppe geeignet war.

Auch das restliche Programm war nicht sonderlich spannend. Es wurde von zwei deutschen Kulturweit Mitarbeitern geleitet, die extra für das Seminar eingeflogen worden sind. Dies entspricht überhaupt nicht dem Konzept der Nachhaltigkeit, dass Kulturweit (meiner Organisation) so wichtig ist. Schließlich wird ja in jeder E-Mail betont, dass wir nachhaltig reisen sollen. Außerdem zweifelt damit Kulturweit etwa die Kompetenz der Leute vor Ort an? Meiner Meinung nach wäre es nämlich deutlich besser gewesen deutschsprachige Personen, die in Argentinien wohnen, zu finden. Diese hätten uns wenigstens etwas über das Land erzählen können und wären nicht selbst Touristen gewesen.

Rosario als Stadt hat seine netten Plätze, aber ich war trotzdem froh wieder nach Buenos Aires zu fahren.

Wirklich positiv hervorzuheben ist nur der Austausch mit den anderen Freiwilligen und das Essen im Hostel (wirklich großartig!).