Die Zeit rennt

Jeden Montag steht meine Mitbewohnerin und Kollegin Lea im Büro und starrt völlig entgeistert auf ihren Kalender. „Es ist einfach schon der 26. Juni, Katha. Der SECHUNDZWANZIGSTE JUNI. Diese Woche beginnt schon Juli und nächste Woche ist das Bimester schon vorbei und dann ist einfach schon fast August! Das ist doch unglaublich“

Am Anfang habe ich mich immer noch über dieses wiederkehrende Szenario amüsiert, aber mittlerweile bekomme ich beim Blick in den Kalender die gleichen, fast panischen Gefühle.

Mein Rückflugticket ist gebucht, am 21.08. startet der Flug von Monterrey aus und am 22.08. bin ich dann schon wieder in Deutschland. In nicht einmal 2 Monaten bin ich wieder in Berlin.

Wie kann es sein, dass die Zeit, die doch immer im gleichen Tempo vergeht, auf einmal beschlossen hat, auf den letzten Metern des „1-Jahr- Freiwilligendienst- in- Mexiko- Marathons“                            einen Endspurt einzulegen?

Kurz vor ihrer Abreise sagte mir Leslie, dass sie immer dachte, noch so viel Zeit zu haben und noch nicht einmal am Flughafen realisiert hatte, dass es jetzt nach Hause geht, und ich denke, dass es mir auch so gehen wird.

Nicht, dass ich das Gefühl hätte, dass ich meine Zeit hier bisher „nicht genutzt“ hätte. Auch wenn ich meinen Blog in den letzten Monaten ein wenig vernachlässigt habe, ist trotzdem viel passiert.

Ich bin oft unterwegs und lerne die interessantesten Menschen kennen und erlebe die faszinierendsten Dinge.                                                                                                                                           Ob im Rahmen der täglichen Kulturarbeit, bei Aufführungen von klassischen Konzerten, beim Dreh des Promotion Videos fürs CCA, Theaterstücken, oder auch einfach nur im Unterricht, den ich gebe. Besonders meine Kollegen tragen viel dazu bei, meine Arbeit noch besser zu machen: die Mexikaner, die mir mit viel Lachen Wörter beibringen, die man nur in Monterrey benutzt und mir geduldig alles erklären, wenn ich mal wieder nur Fragezeichen auf der Stirn habe und auch die Deutschen, mit denen man sich über die persönlichen Eindrücke aus Mexiko austauschen und zusätzlich noch etwas über die verschiedenen Facetten Deutschlands lernen kann (Liebe Schwaben, Gsälz heißt also Marmelade? Na klar, darauf hätte man ja kommen können…)..

Ein wichtiger Teil meines Lebens hier sind natürlich auch die Freunde, die ich gefunden habe. Sie lassen mich an dem Alltagsleben der regios* teilhaben und zeigen mir gleichzeitig mit einer unvergleichlichen Begeisterung ihre persönlichen Lieblingsorte und Aktivitäten.

Gereist bin ich zwar nicht mehr so viel, habe mich jedoch wie schon im letzten Eintrag angekündigt, in die berühmten USA nach Texas gewagt, und mich sonst darauf fokussiert, Ecken von Monterrey zu erkunden, in die es mich bisher noch nicht verschlagen hatte.

Zum Beispiel auf einen riesigen Berg auf dem ich gestern mit einigen Freunden gewandert bin.

Ja, Wanderung.

Ja, ich bin tatsächlich am Sonntag um 5h morgens aufgestanden, um der 43grad Mittagshitze zu entgehen und einen der zahlreichen Berge in Monterrey zu erklimmen. Ja, ich habe es bis zum Gipfel geschafft. Nein, ich habe dabei nicht geweint. Ja, für den wunderbaren Ausblick hat es sich gelohnt, heute mit  Muskelkater auf den unbequemen Bürostühlen zu sitzen.

   

 

 

So, Mittwoch geht’s noch ins Museo de Historia Mexicana, nächste Woche auf einen Trip in die Berge, um erneut von Wasserfällen zu springen und im August dann nach Chiapas.

Jetzt buche ich erstmal die Flugtickets nach Puebla.

Hat irgendwer noch eine Idee, wann ich es schaffe,
Guadalajara einen Besuch abzustatten?….

Es ist ja auch schon der 26. Juni.

….

….Mexiko, ich muss definitiv wiederkommen.

 

 

 

 

 

 

*Bezeichnung für die Einwohner Monterreys

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