Von Feiertagen und Festen

Ja, der Artikel erscheint zu spät, und ich habe keine Ausrede dafür. Oder doch. Irgendwann werde ich noch mal Weltmeisterin im Prokrastinieren, und bis dahin muss man schließlich üben… 😉

Das Wetter am Montag war eher bescheiden, es regnete den ganzen Tag in Strömen. Natürlich habe ich keinen Regenschirm aus Deutschland mitgenommen, das wäre zu einfach gewesen. Ich habe lieber eine der Haupteinkaufsstraßen (erfolglos) danach abgesucht. Mir konnte auch keiner der Verkäufer sagen, wo man denn in Georgien, abgesehen vom Wochenmarkt, einen Schirm kaufen kann. Hier gibt es aber viele Unterführungen (da die Straßen teilweise zu gefährlich sind, um sie zu überqueren), in denen merkwürdige, winzige Geschäfte sind. Dort habe ich jedenfalls einen Regenschirm gefunden. Pitschnass, nach einer Stunde suchen, das versteht sich…

Am Abend war ich auf einem Empfang der deutschen Botschaft, anlässlich des Tags der deutschen Einheit. (Fun Fact: Der Empfang war am Montag, weil die Leute von der Botschaft Dienstag frei haben wollten). Zu Gast waren viele mehr oder weniger wichtige Leute, wie diverse Botschafter, Militärangehörige, Deutsche, die in Georgien leben und daneben wir Freiwilligen. Ich habe sogar einige Worte mit der deutschen Botschafterin gewechselt. Allerdings nur, weil ich eine mutige Begleitung hatte (danke, Johanna :D), alleine hätte ich mich nicht getraut, irgendwen anzusprechen. Alles in allem war der Abend ziemlich schön, was nicht zuletzt auch am Essen lag (ja, ich gebe es zu, mich kann man mit Schokopralinen ködern).

Der Rest der Woche war eher ruhig, Mittwoch habe ich weiter die Stadt erkundet. Es gibt hier eine Einkaufsmeile, die so klug geplant wurde, dass es dort zwar viele Restaurants gibt, aber wenige bis keine Einkaufsläden. Echt praktisch. Donnerstag hatte ich spontan Besuch, mit dem ich ein paar Stunden über das Leben in Georgien geredet habe. Am Freitag fand nach der Schule wieder unser Sprachkurs statt.

Am Wochenende stand das Stadtfest in Bolnisi (Dorf ca. 1,5 Stunden außerhalb von Tbilisi) an, wo die Ankunft der ersten deutschen Siedler 200 Jahre zuvor gefeiert werden sollte. Darauf habe ich mich wirklich gefreut, war letzten Endes jedoch ernüchtert. Das Fest hat mir nicht so recht gefallen, was jedoch verschiedene Gründe hatte. Das Dorf aber war sehr interessant. In einer Führung wurden die wichtigsten Häuser vorgestellt, Fotos gezeigt und von den deutschen Siedlern berichtet.

Der Besuch hat bei mir die Lust geweckt, sich weiter mit der georgischen Geschichte und Kultur auseinanderzusetzen, da sie einfach unvergleichlich spannend ist. In welchem Land findet man ein Geschichtsbewusstsein, dass bis ins 4./5. Jahrhundert und noch weiter zurückreicht? Dazu noch die georgischen Trachten, Tänze und Musik… Unbeschreiblich. An manchen Tagen frage ich mich, wie es sein kann, dass ich bis vor wenigen Monaten nicht mal wusste, wo genau dieses Land liegt…

Sonntagmorgen bin ich an einem kleinen Tiefpunkt angelangt. Wie gerne hätte ich mich für einen Tag nach Hause gebeamt… Leider nicht möglich. Der Kühlschrank war auch leer, also musste ich auch noch vor dem Frühstück einkaufen gehen. Glücklicherweise haben die Geschäfte hier auch am Sonntag geöffnet.

Nachmittags war ich auf der Tbilisoba, dem Stadtfest in Tbilisi. Wir haben nur einen kleinen Teil gesehen, da es in der ganzen Stadt Veranstaltungen gab, trotzdem war es sehr schön. Die Menschen fanden uns mit den Blumenkränzen sogar so toll, dass wir mehrmals fotografiert worden sind… Hier ein paar kleine Impressionen vom Sonntag:

 

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2 Kommentare zu Von Feiertagen und Festen

  1. peterkarlrichard sagt:

    Hallo Julia, da ich gerade Deine Berichte gelesen habe, möchte ich Dir kurz (sehr kurz) dazu sagen, dass ich die ganz toll finde (ohne Einschränkungen).
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.

  2. Brüderlein sagt:

    Kein Wunder, dass du nicht wusstest wo genau Georgien liegt. Weißt ja nicht Mal wo Stuttgart ist 😛
    Ansonsten wieder sehr schöner Bericht, unterhaltend geschrieben und informativ. Bildungsauftrag kommt aber zu kurz, könntest mehr Details nennen (was war denn so einschneidendes im 4./5. Jahrhundert?). Viel Spaß in Georgien und vergiss nicht, bald wieder zurück zu kommen. Immerhin kannst du auch hier schöne Impressionen erleben 🙂

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