Gelandet und angekommen (?)

Gestern ist so viel passiert, es würde eigentlich für eine ganze Woche reichen. Aber von vorn!

Eigentlich beginnt die Geschichte gar nicht gestern, sondern schon am 15. September. Den ganzen Tag war ich mehr oder weniger aufgeregt, bin hin- und hergelaufen um auch wirklich alle Kleinigkeiten einzupacken, die vorher nicht ihren Weg in meinen Koffer gefunden hatten (Webcam, Uhr, Tan-Generator, etc. …). Irgendwann wurde ich dann überzeugt, dass ich alles habe, und es ging los zum Flughafen.

Gute Laune am Flughafen (und so viel Gepäck…)

Koffer und Rucksack abgegeben, dann irgendwie doch plötzlich Verabschiedung. Vor der Sicherheitskontrolle die Hoffnung, dass die Menschen das Handgepäck nicht wiegen und auch nichts zu den Maßen sagen (hat geklappt, wie immer).  Dann traf es mich doch: ein ganzes Jahr weg von zu Hause. Alles selber machen müssen. Allein sein?

Aber ich hatte mich ja entschieden, die Flüge waren gebucht, die Miete für September bezahlt, und dann war ich ja sowieso schon am Flughafen. Also ging es natürlich weiter.

In München dann (gefühlte) komplette Besichtigung des Flughafens (inklusive U-Bahn-Shuttle) und vage Zweifel, dass mein Gepäck auch richtig ankommen wird. (Spoiler: ja, hat alles geklappt!)

Bei der Passkontrolle in Georgien wurde ich dann auffällig bevorzugt (Stichwort roter Pass und weiße Privilegien – ich dachte nicht, dass so schnell damit Erfahrungen machen würde). Ich musste nicht mal sagen, mit welchem Flug ich gekommen bin (andere z.B. aus der Türkei schon), einfach Stempel rein und durchgewunken. Krass. Dann wurde ich abgeholt, habe noch einen fürstlichen Mitternachtssnack bekommen und gegen 6 Uhr Ortszeit habe ich mich dann schlafen gelegt.

Drei Stunden später noch Mal eine reichliche Mahlzeit (inklusive frischer, georgischer Weintrauben vom Dorf). Danach ging es mit dem Taxi weiter zur WG, zwischendurch noch schnell Geld wechseln. Dort angekommen hat sich bestätigt, was ich schon vorher im Verdacht hatte: Georgien ist nichts für dicke Menschen. Die Türen sind teilweise einfach nur 50 cm breit. Stört mich an sich jetzt nicht so, aber es war echt schwierig, das Gepäck da irgendwie durchzutragen… Dann wurden mir die Regeln der WG erklärt und ich war einkaufen- eine Metrokarte, Lebensmittel und Bügel. Ich muss noch ein richtiges Möbelhaus finden, ein paar kleine Dinge fehlen dann doch noch.

Blick aus dem Fenster (bei Nacht oder am frühen morgen noch viel schöner)

Später wollte ich noch zu anderen Freiwilligen, eigentlich. Ich wohne als einzige in Zentrumsnähe… Leider habe ich das Bussystem noch nicht begriffen (ich weiß nur so viel, dass keine Fahrpläne existieren). Erst bin ich aus Versehen in eine Marshrutka (Minibus) gestiegen, die zwar die richtige Nummer hatte, aber leider eben kein Bus war. Und die Schilder, auf denen das Ziel steht, sind nur auf Georgisch. An sich nicht schlimm, aber die Busse halten nur etwa fünf Sekunden, und so gut beherrsche ich das Alphabet noch nicht, dass ich da irgendwas entziffern kann… Zudem konnte der Fahrer kein Englisch. Die anderen Fahrgäste auch nicht, aber auf jeden Fall haben wir irgendwann begriffen, dass ich im falschen Gefährt saß. Also schnell wieder raus. Irgendwo in Tbilisi. Ohne Internet und Stadtplan und Orientierungssinn und Straßenschilder (ich war in der Touristen-Info, Pläne gibt’s Montag wieder).

Irgendwie hab ich dann wieder eine Straße gefunden, die mir bekannt vorkam, den richtigen Bus gefunden (Haltestellen werden weder angezeigt, noch angesagt, noch steht an den Haltestellen, wie sie heißen – oder ich habs noch nicht gefunden), dann war ich auch irgendwann an der richtigen Adresse. Und mich in der Uhrzeit geirrt. Gewartet, gewartet, gewartet, es wurde dunkel, und wahrscheinlich hab ich die anderen nur kurz verpasst, aber ich hab mich absolut nicht wohl gefühlt (wem mache ich was vor, ich hatte Angst – allein, im Dunkeln, in einer fremden Stadt) und bin wieder zurück zur WG. (Und war auch gleich in einer Fahrkartenkontrolle).

Dort bin ich auf meine Flatmates gestoßen, die zum Tbilisi Photography Day wollten (ein Foto- Festival). Ich wurde spontan eingeladen, und um es abzukürzen, meine Vermieterin hat jetzt einen Freund und ich hatte eine grandiose Aussicht vom Dach eines Hostels (Fabrika, wer mal herkommt- sehr stylish).

Fazit: ich bin gelandet, aber bis ich hier richtig angekommen bin, wird noch einige Zeit vergehen.

Nun hat der nächste Tag begonnen, meine heutige Mission lautet Sim-Karte kaufen. Mal schauen, was noch kommt. Jetzt geh ich erstmal frühstücken. Bis bald!

PS: ich war mittags mit meiner Vormieterin unterwegs und wurde für ihre Tochter gehalten. Sie ist 22 und ich 18….

PPS: Ich hoffe, ich denke heute mal an meine Kamera, dann gibt’s mehr Fotos 😉

 

 

 

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3 Kommentare zu Gelandet und angekommen (?)

  1. Astrid sagt:

    Hallo Julia
    Wir wünschen dir alles Gute auf deiner Reise !!!!
    Bodo und Astrid

  2. Tom sagt:

    Oi Schwesterherz,
    liebe Grüße aus dem verregneten Münster. Mach nicht zu viel Randale da in 4000 km Entfernung 🙂 Viel Spaß und viele neue Freunde wünsch ich dir – Tom

  3. Steffen sagt:

    Meine liebe Jule,
    Du weißt doch, wenn sich irgendwas nicht finden lassen will, Mama fragen… Ich wünsche Dir eine geniale Zeit im Land der unbekannten Buchstaben, der fehlenden Bushaltestellen und Fahrpläne und drücke meinen größten Neid bezüglich der Weintrauben aus.
    Liebe Grüße aus Neuseddin
    ERWACHSENENSCHOKOLADE

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