Colombia the Beautiful #1 Parque Natural Chicaque

Aus dem Zelt raus und gleich den Berg hoch. Noch vor dem Frühstück lautet unser Ziel Pico de Aguila, ein Aussichtspunkt. Zwischen Felsformationen geht es steil hoch, streckenweise sind ein paar kleine Klettereinlagen notwendig.
Hell ist es schon, doch die ersten Sonnenstrahlen sind noch nicht ganz bis zu uns gekommen, warten noch hinter dem Berg auf ihren großen Moment. Oben angekommen möchte ich gar nicht reden. Nicht die Atmosphäre, diese sanfte und so schöne Stille durchbrechen. Eine Stille, die gar keine Stille ist.
Zu unsere linken Seite liegt Baumwipfel an Baumwipfel, eine dichte Dschungeldecke. Aus ihr heraus dringen seltsam klar und dennoch nicht laut unzählige Vogelstimmen. Ein Morgenkonzert regelrecht mystischer Art, das nach Wildnis und Freiheit klingt.
Von rechts aus den Ebenen, dort wo schon wieder ein paar kleine Dörflein die grüne, weich gewellte Landschaft durchbrechen, hört man ein paar Geräusche, die mehr auf Zivilisation schließen lassen. Der entfernte Weckruf eines Hahnes, das Muhen einer Kuh- Zeichen menschlicher Existenz.

Doch von dem allen wir sind gerade weit weg, hier im Parque Natural Chicaque. Nur eine Autostunde von Bogotá entfernt eröffnet sich dem Naturliebenden ein kleines Paradies der Vegetation, der Vögel und der Entspanntheit. Nach einer Stunde zu Fuß vom Eingang kamen wir Samstag in der Dämmerung beim Zeltplatz an. Die Campingerfahrung wird wohl die teuerste meines Lebens bleiben, denn sie war die bisher einzige, bei der man keine andere Wahl hatte als für 50.000 Pesos 3 Mahlzeiten im holzgebauten Haus dazu zu buchen. Nur zelten geht hier nicht. Das heißt, anstatt dass wir uns, wie es normal wäre, von Dosennudeln und Tütensuppe ernähren, bekamen wir zum Abendessen gleich 3 Gänge serviert.
Zum Glück ist es wirklich gutes Essen und als wir nach 2 Stunden zurückkommen von unserer Morgenrunde zum Pico de Aguila, ist die Freude beim Anblick des Frühstücksbuffet bei uns Vieren groß.

Am Nachmittag geht es los zur nächsten Miniwanderung durch das satteste Grün,
Kolumbien-Grün wie ich es nenne. Ziel ist diesmal ein Wasserfall, unterwegs begegnen uns Kolibris, das Vogelstimmenkonzert setzt sich fort und es fällt auf, dass der Dschungel hier wirklich genau das ist, was er ist. Erstens: kalt, wobei kalt trotzdem Temperaturen von kaum unter 10 Grad in der Nacht bedeutet. Und zweitens: bosque de niebla, ein Nebelwald. Ab und zu sieht man eine Nebelwolke direkt zwischen sich und einem 5 Meter entfernten Baum vorbeiziehen, viel Ausblick bleibt auch von den Anhöhen nicht.
Eine ziemlich einmalige Stimmung aber auf alle Fälle.

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Out of the tent and straight up the mountain. Already before breakfast our destination is Pico de Aguila, a view point. Among rock formations we climb our way up. It’s light out already, but the first real sun beams have not made it all the way to us. Behind the mountains, they are still waiting for their big moment.
Once I arrive at the top I don’t want to talk at all. Don’t want to break this gentle, pretty silence.
A silence that indeed really isn’t all that silent.
To our left one tree top is followed by the next, creating a dense canopy of foliage. From it’s inside, one can hear uncountable bird’s voices, sounding strangely clear but nonetheless soft. A morning concert of truly mystical character.
The sounds that are getting to us from the plaines to our right, where some small villages break the green, wavy landscape, are a little different. A rooster calling the people to weak up, a cow mooing- signs of human existance.

But where we are right now, in the Parque Natural Chicaque, we’re far away from all that. Only one hour by car from Bogotá, a nature’s lover is offered a little paradise of vegetation, birds and tranquility. After one hour of walking from the park’s entrance, we got to the campground Saturday at dawn. The camping experience here will probably be one of the most expensive of my life: no other choice than making an additional booking of 3 meals for 50.000 pesos. Only pitching your tent is not an option here. That means, instead of us living of food cans and instant soup, we already got served a three course dinner. Fortunately it’s really good food and as we  get back from our morning loop to Pico de Aguila after 2 hours, all four of us couldn’t be more pleased by the sight of the breakfast buffet.

In the afternoon we leave the camp again for another small hike through the lushest green. Colombia-green as I call it. This time our destination is a waterfall. Along our way we can spot hummingbirds, the birds continue singing and we notice the specialities of the jungle in this area. Firstly: it is a cold jungle. Cold in this case meaning not the 30 degrees you would get in the Amazon basin or the Carribean coast but nonetheless temperatures that hardly drop under 10°C at night time. Secondly: it’s a bosque de niebla, a cloud forest. Every once in a while you thus see a cloud of fog passing between you and a tree at 5 meters distance. Even from higher points, there’s not much of a view left.
But one thing indeed truly is left: a pretty unique atmosphere.

 

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