Frag doch mal in Kolumbien #2: Bildung, Arbeit, Chancen

 

Für Runde Nummer zwei in unserer weltweiten Interview-Aktion durfte ich ein Interview mit einem Deutschlehrer meiner Schule machen. Er heißt Camilo und unterrichtet seit fast einem Jahr am SCALAS. Er schildert uns seine Meinung über das kolumbianische Bildungssystem und einige andere Aspekte. 

Unser Thema für den Monat Mai ist Bildung, Arbeit, Chancen. Camilo, du bist Deutschlehrer. Wie bist du zu diesem Beruf gekommen? Wie war deine akademische Laufbahn?

Also, zuerst habe ich die Schule beendet und mich danach bei der Universität beworben. In Kolumbien gibt es einige öffentliche Universitäten, aber es ist schwierig, dort einen Studienplatz zu bekommen. Deswegen gibt es an einigen Aufnahmeprüfungen, um zu zeigen, dass man über das geforderte Niveau verfügt, um dort studieren zu können. Ich habe also diese Prüfung abgelegt und danach mein Studium begonnen, genauer gesagt in Philologie, in Germanistik.

 

Du hast die öffentlichen Universitäten erwähnt. Welche Unterschiede gibt es zwischen den öffentlichen und den privaten Universitäten? Von welchem Typ gibt es mehr?

In Kolumbien gibt es viel mehr private Universitäten. Öffentliche gibt es nur ein paar wenige, in Bogotá zum Beispiel sind es drei. Der Hauptunterschied ist, dass die öffentlichen Unis meist einen sehr guten Ruf haben. Die privaten sind teuer und ja, es gibt ebenfalls ein paar sehr gute, aber auch andere, die nicht so gut sind.

 

Denkst du, dass mit der Bildung in Kolumbien ein Geschäft gemacht wird?

Ja, ich persönlich denke das. Es fällt einem besonders auf, wenn man die vielen Institute sieht, die mal ganz klein angefangen haben, aber heutzutage Universitäten sind. Sie bieten eine Option für monatliche Raten an, es ist also, als würdest du einen Kredit abbezahlen.
Das hängt auch damit zusammen, dass die Leute die Wahrnehmung haben, dass Bildung der Weg ist, um später ein besseres Gehalt und ein besseres Leben zu haben. Deswegen gibt es viele Institutionen, die private Bildung anbieten, natürlich gegen Bezahlung, und leider nur wenige öffentliche Einrichtungen. Die Leute suchen Zugänge zur Bildung, es gibt eine hohe Nachfrage. Dementsprechend werden genau diese privaten Angebote kreiert. Ich denke, dass es so nicht sein sollte, aber so ist es nun einmal. Bildung wird wie ein Geschäft in Kolumbien gesehen, oder ist es sogar.

 

Das heißt also, dass es leichter ist, für jemanden mit viel Geld Zugang zu einer guten Bildung zu erhalten?

Ja. Eine der besten Universitäten Kolumbiens ist sehr sehr teuer, die Universidad de los Andes. Sie hat eine wirklich gute Qualität, aber nicht jeder kann es sich leisten, dort zu studieren. Natürlich gibt es Stipendien und Optionen, damit Leute mit geringen finanziellen Mitteln dort studieren können, aber sie sind sehr knapp. Generell ist die Bildung, die den Leuten leichter zugänglich ist, oftmals von nicht so guter Qualität.

 

Welche Unterschiede gibt es zwischen deiner akademischen Laufbahn und der von deinen Eltern oder Großeltern? Hat sich viel verändert?

Ja. In früheren Generationen dachten die Leute, dass man es im Leben wirklich zu etwas gebracht hat, wenn man es zur Universität geschafft hat oder einen akademischen Abschluss hat. Es war etwas besonderes. Die Eltern von vielen meiner Bekannten sind nicht zur Universität gegangen. In den meisten Fällen machte man nur die Schule fertig und suchte sich danach eine Arbeit. Bei meinen Eltern hatte sich das dann schon etwas gewandelt. Sie haben zwar selbst auch nur das Bachillerato (wie deutsches Abitur) gemacht, aber es war auch wegen ihnen, dass ich an die Universität gegangen bin. Es galt schon der Konsens, dass man für eine bessere Lebensqualität am Besten einen Universitätsabschluss macht.

 

Welches sind momentan in Kolumbien die Berufe mit den besten Perspektiven?

Kolumbien ist ein Land, was sich sehr auf Industrie konzentriert. Landwirtschaft war schon immer weit verbreitet, aber die Industrie ist in den letzten Jahrzehnten am Wichtigsten geworden. Deswegen werden viele Ingenieure gesucht. Sie haben mehr Einsatzbereiche und es geht ihnen viel besser im Vergleich zu Studierten aus anderen Bereichen, wie zum Beispiel den Geisteswissenschaften.

 

Von internationaler Perspektive aus gesehen, was denkst du? Gibt es viele Leute, die Kolumbien verlassen für Arbeit, für bessere oder auch einfach andere Möglichkeiten? Gibt es viele Ausländer, die nach Kolumbien kommen, um zu arbeiten?

Heutzutage ist die Welt viel stärker verbunden als früher. Die Leute merken, dass es in viele andere Möglichkeiten gibt für Studium und Beruf in anderen Ländern. Kolumbien hat sein Bild in der Welt auch verändert. Es ist jetzt nicht mehr das Land mit Gewalt, sondern ein Land zum Entdecken. Das ist sehr positiv. Es gehen viele Kolumbianer ins Ausland. Viele Menschen denken, dass ins Ausland zu gehen, sei es für Studium, Beruf oder Leben, bedeutet, die Lebensqualität zu verbessern. Und Ausländer in Kolumbien: ja, dank des neuen Gesichts, was Kolumbien der Welt zeigt, gibt es auch viel mehr Leute, die zum Studieren oder Arbeiten hierher kommen. Es ist sehr interessant.

 

Bogota in Bewegung #2: Zweimal Fahrrad

Fahrrad fahren in Bogotá

Für meinen Schulweg bin ich weder auf normalen Bus noch auf TransMilenio angewiesen. Voller Freude über diese entspannte Unabhängigkeit schiebe ich jeden Morgen wieder um kurz nach sechs mein kleines blaues Fahrrad aus der Haustür heraus auf die noch kaum belebte Straße. Es geht direkt los, ohne langwierige Wartezeit an einer Haltestelle auf einen Bus, der entweder wirklich überhaupt keinen festen Fahrplan hat oder einen, der nirgendwo ersichtlich ist und auch gern mal missachtet wird.

Meine tägliche Fahrradroutine teile ich mit vielen anderen Bogotanos. Uns vereinen nicht nur die gemeinsam genutzten Fahrradwege, von denen es in Bogotá wirklich eine beeindruckende Menge gibt, sondern auch gewisse Muster im Fahrverhalten. Die üblichen Hindernisse werden geschickt umfahren oder unschädlich gemacht: durch die große Pfütze mit voller Geschwindigkeit durch, rechtzeitig die Füße von den Pedalen hochgenommen und schon bleibt man trockenen Fußes. Manche Fahrradampeln müssen nicht immer unbedingt grün sein, damit man es unbeschadet über die Straße schaffen kann. Man lernt hier außerdem schnell alle offenstehenden Möglichkeiten des Überholens, um sein eigenes Vorankommen nicht von langsameren Radlern einschränken zu lassen. Links kann überholt werden, klar, denn die Fahrradwege sind eigentlich fast immer zweispurig. Aber gegen rechts ist eigentlich auch nichts einzuwenden, und links geht das Überholmanöver im Notfall auch mal dreispurig. Ein jeder fahre, so schnell er kann, und so sicher wie nötig.
Doch Achtung ist geboten: denn nicht selten würde man mit einer riskanten Aktion nicht nur sich selbst und eine weitere Person auf dem anderen Fahrrad gefährden, sondern gleich 2 oder 3. Denn Fahrräder können durchaus auch als Transportmittel für (fast) die ganze Familie gleichzeitig dienen. Auf meinem Weg zur Schule begegne ich fast jeden Tag Müttern und Vätern, die ihr Kind so zur Schule bringen. Das Kind sitzt dafür entweder auf dem Gepäckträger, die oft auch schon mit aufgebautem Sitz daherkommen, oder vorne auf dem Rahmen.

Manchmal begegnet man auch einer ganz speziellen Dreierkombination: der Vater auf dem Sattel, in die Pedale tretend, mit einer Hand am Lenker, die Mutter seitlich auf der Stange sitzend und das Kind noch oben drauf, entweder auf dem Schoß der Mutter sitzend oder tatsächlich stehend auf dem Rahmen. In letzterem Fall wird es dann noch vom Vater mit einer Hand festgehalten, und der Lenker mit Bremse bekommt nur noch die andere Hand ab. So riskant wie es klingt, ist es auch.

Zum Glück kann ich aber mindestens ebenso viele Kinder beobachten, die stolz schon auf ihrem eigenen kleinen Fahrrad mit Stützrädern durch die Gegend brausen, gefolgt von einem radelnden Elternteil.

 

Die Ciclovía

Wenn jemand allerdings Bogotas größte Vielfalt an Fahrrädern und ihren verschiedensten Fahrern erleben will, dann lautet die richtige Adresse Ciclovia. Bogotá ist international bekannt als absolute Fahrradstadt, insbesondere für eben genau diese geniale Intiative, die schon seit 1976 das sonn- und feiertägliche Stadtleben prägt. Viele große Hauptverkehrsstraßen werden an diesen Tagen von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags für Autos gesperrt und in die Hände von Radlern, Skatern und Läufern gelegt.

Es ist Sonntagmorgen und ich bin zu einem Matineekonzert einiger Cellofreundinnen in die Universidad Javeriana eingeladen. Die Sonne erhellt den Himmel und ich mache mich mit großer Vorfreude auf den Weg, denn dieser wird mich nach 10 Minuten Fahrradweg danach für 40 Minuten über zwei paradiesisch breite Fahrradstraßen der Ciclovía führen. Ich bin bei Weitem nicht die einzige, je näher ich dem Stadtzentrum komme, desto mehr und mehr Menschen begeben sich in die abgesperrte Hauptstraße. Zu voll wird es trotzdem nicht, ein Gefühl von Gemeinschaft und Volksfeststimmung entsteht hingegen schon. Für Viele ist die Ciclovía Tradition fast schon ein fester Bestandteil der Wochenroutine. Es ist die perfekte Mischung aus Vorankommen und Fahrvergnügen, aus Sport und Genießen.

Mein Weg führt mich an offiziellen Ciclovía-Ständen vorbei, die hungrigen Radlern Früchte, Säfte und Snacks anbieten. Gleich daneben ein kleines Zelt mit Fahrradservice, damit selbst ein platter Reifen die Weiterfahrt nicht lange verhindert. Fast 20 Minuten fahre ich, ohne einer einzigen Ampel zu begegnen. Das nenne ich freie Fahrt.

Nebenbei habe ich Zeit, um mein Umfeld genau unter die Lupe zu nehmen. Es ist eine bunte Mischung. Fahrräder in allen Farben, allen Formen, allen Preisklassen. Rennfahrer mit professionellen Rennrädern und passendem Outfit. Jungs, die auf Fahrrädern ohne Gangschaltung aber mit viel Energie durch die Gegend strampeln. Familien, deren jüngstes Kind gerade erst Fahrrad fahren lernt, während die älteren die Eltern schon abhängen. Ein Typ, der ohne Hemd auf einem grell türkisgrünen Fahrrad an mir vorbeifährt. Eine Gruppe Mädchen mit Inline Skates. Ein Pärchen, das am Rand mit Hund spazieren geht. Auf dem Seitenstreifen wird ein Junge nach einem Sturz von einem Sanitäter verarztet. Die Ciclovía-Sanitäter benutzen ebenfalls das obligatorische Fortbewegungsmittel und treten kräftig in die Pedale, um dorthin zu kommen, wo sie gebraucht werden. Die nach langer Zeit erste Ampel  wird rot, als ich mich ihr nähere. Zusammen mit 20 anderen Personen warten wir hinter einem Absperrband, dass von einem Ciclovía-Helfer vorsorglich bei jedem Rot hochgehalten wird. So kommen alle sicher selbst über die gefährlichste Kreuzung. Danach geht es weiter, durch das Stadtzentrum hindurch, vorbei am Nationalmuseum, an den Glaspalästen der Banken, an kleinen und großen Häusern, bis direkt vor das Eingangstor der Universität. Ein echter Fahrradfahr-Luxus, von dem sich viele europäische Großstädte ruhig inspirieren lassen könnten.

Noch während ich mein Fahrrad auf dem Campus anschließe, freue ich mich schon wieder auf die Rückfahrt und darauf, noch mehr verschiedenste Menschen auf der Ciclovía zu beobachten.

Bogotá in Bewegung #1 TransMilenio, Bogotás Bussystem

Der TransMilenio füllt sich. Ich habe mir einen der guten Stehplätze sichern können, mein Cello neben mir sicher in der Ecke. Das Gedränge ist schon jetzt, um 4 Uhr nachmittags, ziemlich beeindruckend. Der Bus hält an einer Station, die Tür öffnet sich, wie sie es eigentlich immer sollte: zweifach. Zum Einen die Bustür selbst, zum Anderen die automatische Glasschiebetür der TransMilenio-Station, vor der sie hält. “Eigentlich immer sollte” an dieser Stelle, weil die eben erwähnte Tür der Station nicht immer Lust auf ihre Pflicht zu haben scheint. Das hat dann zur Konsequenz, dass alle gemeinschaftlich und mit vereinten Kräften in den Kampf gegen die Automatik eintreten und sogar ein paar Fahrgäste aus dem Bus heraushüpfen, um hilfsbereit den Leuten mit Einsteigewunsch die Glastür aufzuschieben. Spontanes Teamwork im öffentlichen Raum.

Doch gerade ist das zum Glück nicht nötig. Eine Frau bahnt sich hektisch den Weg durch das Meer aus Menschen und Rucksäcken. Die Zeit zum Aussteigen ist knapp und die Strecke bis zur Tür zurückzulegen scheint oftmals unmöglich. Wenn ich für meine Orchesterprobe nicht glücklicherweise an der Endhaltestelle der Linie aussteigen müsste, könnte ich es vermutlich nicht wagen, TransMilenio zu fahren. Allein die Vorstellung, auch noch ein Cello unter Zeitdruck durch die Massen zu bewegen, überfordert. Während der hora pico, der Rushhour, die hier wochentags schon mal um die 2 bis 3 Stunden dauern kann und Samstags gefühlt den ganzen Tag ist, ist alles noch einmal verschärfter. Der Stadt mangelt es ganz eindeutig nicht an Politiker*innen, die das Versprechen vom Bau einer Metro brechen, wohl aber an einem effizienten und umfassenden Verkehrssystem, das den Menschenmassen gerecht wird.

Ich habe heute dank Zeit und Ort noch einmal Glück im Unglück gehabt mit der Gesamtsituation. Und auch mit der Unterhaltung an Bord. Es stellt sich gerade ein Mann vor die Tür und beginnt, die Busfahrt als Allgemeinwissen-Auffrischung zu gestalten. Seine Quizfragen stoßen auf reges Interesse und Antwortbereitschaft. Welches ist das größte Departamento Kolumbiens? Amazonas! Auf wie vielen Höhenmetern liegt Bogotá? 2600! Unvorstellbar, denke ich, dass sich die Leute in einem Bus oder einer Straßenbahn in irgendeiner deutschen Stadt so offen auf ein solches Spielchen einlassen. Hier ist die Offenheit klar größer.

Irgendjemand betreibt eigentlich immer seine Kunst oder sein Verkaufsgeschäft im TransMilenio. Viele gute, Gitarre spielende Sängerinnen und Sänger durfte ich so schon unerwartet hören, war Publikum von Amateurrappern oder wurde von einer als Clown verkleideten Frau mit Stimmverzerrer mit Smileyaufklebern beklebt. Die Fantasie, womit man im TransMilenio ein Bisschen Geld verdienen könnte, hat keine Grenzen. Das Interesse an meinem Cello meist auch nicht. Auch heute werde ich vom älteren Herrn, der neben mir sitzt, freundlich angesprochen, welches Instrument das denn sei, ob ich in einem Orchester spiele, woher ich komme, wie lange ich schon in Kolumbien bin und was ich hier mache. Echtes, ehrliches Interesse, das uns direkt in ein nettes Gespräch verwickelt, bis wir beide an der Endhaltestelle aussteigen.

Frag doch mal in Kolumbien #1 Kindheitserinnerungen

Zusammen mit einigen meiner lieben Mitfreiwilligen, die gerade in der Welt verstreut sind, ist das Projekt Frag doch mal in… zustande gekommen. Das Konzept: ein Thema monatlich, zu dem so viele Freiwillige wie möglich in den verschiedenen Ländern eine einheimische Person befragen. Thema für den Monat März: Kindheitserinnerungen.

Die gesammelten Beiträge finden sich hier

Für mein erstes Interview durfte ich die Schulleiterin des SCALAS befragen, Clara. Sie ist seit vielen Jahren Schulleiterin und wird von Allen sehr für ihre engagierte und verständnisvolle Art geschätzt. Sie erzählt uns über ihre Kindheit mit vielen Geschwistern und über das, was sich seitdem in Bogotá verändert hat.

Unser Thema für den Monat März lautet Kindheitserinnerungen. Sie sind in Kolumbien aufgewachsen. Was sind Ihre lebhaftesten Erinnerungen an die Kindheit?

Ich wurde in Bogotá geboren, vor 59 Jahren. Erinnerungen an meine Kindheit habe ich viele. Zuallererst, dass wir in einem großen, großen Haus wohnten mit einem Garten. Riesig groß, wir waren schließlich 10 Kinder. Also kann man sich sicher vorstellen, dass ich mich noch sehr gut an das Gefühl erinnere, immer von meinen Geschwistern umgeben zu sein. Von den Älteren wie von den Jüngeren. Ich war altersmäßig ungefähr in der Mitte. Ich erinnere mich genau daran, wie wir im Garten spielten, Kinderspiele, die man heutzutage fast gar nicht mehr sieht. Kinderlieder, Fangen, mit Puppen spielen, erwachsen spielen.

Wir sahen die Hausarbeiten, die unsere Mutter machte, und bauten es in unsere Spiele ein. Früh aufstehen, den Plan für den Tag schon im Kopf, Wäsche waschen, bügeln, kochen, putzen, zum Markt gehen, den Ehemann und die Kinder versorgen. Unter den Geschwistern mussten wir uns viel teilen, auch die Hausarbeit, weil meine Mutter das alleine mit 10 Kindern natürlich nicht schaffen konnte. Wir Mädchen haben ihr damals viel geholfen.

Ich erinnere mich, dass mein Vater immer sehr böse war. Er kommt aus einer Region von Kolumbien namens Santander. Die Menschen von dort haben den Ruf, sehr temperamentvoll zu sein. Heute weiß ich, dass mein Vater also gar nicht wirklich böse war. Es war einfach seine Art, zu reden. Weil man in Santander nun mal so spricht. Heute habe ich sogar ein paar dieser Muster übernommen. Ich rede streng, ich rede kräftig. Meine Tochter hat mich einmal gefragt: “Mama, schimpfst du gerade mit mir?” Ich meinte “Aber nein, ich spreche einfach nur laut.” Aber so muss man als Lehrerin auch reden, fest, klar und etwas lauter, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu erhalten.

Besonders schöne Erinnerungen habe ich an meine Geburtstage und an Weihnachten. Wir freuten uns jedes Jahr wieder schon lange vorher schon auf diesen Tag und konnten es gar nicht erwarten. Es war der Tag, an dem wir alles, komplett alles, neu bekamen. Socken, Schuhe, Kleider. Das gab es so wirklich nur an diesem Tag, weil wir eben so viele Kinder waren. Mein Vater hatte nicht die finanziellen Mittel, um uns jedes Mal, wenn wir etwas brauchten, das auch zu kaufen. Wir mussten also alles so lange benutzen bis es ausgedient hatte, weil die wirtschaftliche Situation nicht einfach war. Trotzdem sind wir alle zur Schule gegangen, haben gelernt und unseren Abschluss gemacht.

Was hat Ihr Vater beruflich gemacht?

Mein Vater war selbstständig. Er hat hier in Bogotá mit einheimischen Produkten gehandelt. Er hatte sein eigenes Auto, fuhr durch die Gegend und betrieb so eben seinen Handel. Meine Mutter war die ganze Zeit zu Hause. Wir hatten dieses Muster: die Mutter blieb zu Hause, der Vater ging zur Arbeit. Ein Muster, das wir Töchter alle aufgebrochen haben. Wir sind zur Universität gegangen und haben später beides gemacht: Arbeit draußen und Arbeit zu Hause.

Und wie hat sich Bogotá seit dieser Zeit verändert?

Das Klima hat sich verändert. In meiner Kindheit war das Wetter so. Zeigt nach draußen auf grauen Himmel und Nieselregen. Ja, momentan ist es zwar auch kalt, aber damals war es wirklich immer so. Die Leute gingen nur mit Hut und Regenschirm aus dem Haus. Stück für Stück hat sich seitdem das Wetter immer mehr gewandelt, besonders die Temperatur. Heute haben wir in Bogotá auch wirklich warme Tage.

Noch etwas hat sich in Bogotá verändert: die Lebensqualität. Mit der Menge an Transport und Menschen, die sich durch die Stadt bewegen, ist es wirklich sehr kompliziert geworden, auszugehen und zu genießen. Auf eine Stadt zu treffen, die freundlich ist. Nach Bogotá kommen viele Leute aus allen möglichen Teilen des Landes. Bogotá ist die Stadt von Allen und die Stadt von Niemandem. Deswegen sieht man viele schmutzige Straßen, verwahrloste Parks, die Leute kümmern sich nicht.

Bogotá ist jetzt eine der 10 Städte mit dem schlechtesten Transportsystem. Leider sind wir sogar auf Platz 6. Es ist sehr einfach geworden, ein Auto zu kaufen, immer mehr Leute haben eins oder sogar zwei, um Pico y Placa zu vermeiden (System, das abwechselnd Autos mit gerader bzw. ungerader Endziffer des Nummernschildes Fahrverbot während der Hauptverkehrszeiten auferlegt). Die Luftverschmutzung ist sehr hoch, der Verkehr und die Staus sind enorm. Die Distanzen sind größer geworden, nicht von der Strecke her, aber von der Zeit, die man für sie braucht. Ich laufe deswegen fast nur. Die einzige Strecke, die ich mit dem Auto fahre, ist von meinem Haus bis hierher, zur Schule, und wieder zurück. Ansonsten gehe ich, wohin ich auch gehen muss, immer zu Fuß.

Die Unsicherheit hat auch sehr stark zugenommen. Früher, erinnere ich mich, konnte man in aller Ruhe auf die Straße gehen, ohne jegliches Bedenken, ohne Furcht. Heute fühle ich mich nicht sicher, wenn ich rausgehe und schaue mich nach allen Seiten um, ob jemand sich mir nähert. Ich habe Angst, wenn es jemand tut. Dieses Gefühl der Unsicherheit hat Folgen: wir sind weniger sensibel für die Schmerzen und Sorgen unserer Mitmenschen geworden. Wir fragen uns ständig: stimmt das wirklich, was mir der Andere gerade erzählt? Oder ist es gelogen? Macht er das wirklich? Oder will er mich berauben? Deswegen verändert man seine Reaktion auf die Dinge, die man in der Straße sieht.

In der Schule beobachte ich, dass sich bei den Kindern eins verändert hat: die Spiele. Heute klebt ein Kind an seinem Handy oder Videospiel. Das macht sie sehr impulsiv, sie sind intoleranter und ungeduldig, weil sie alles immer sofort wollen. Außerdem macht es sie auch introvertierter. Die gleichen Videospiele und Fernsehsendungen haben auch viel Aggressivität provoziert. Viele Kinder glauben, die Welt wäre wie ihr Videospiel. Die Muster, die ihnen dort gezeigt werden, vom Kämpfen, von der Gewalt, die übernehmen sie manchmal leider.

Natürlich sind die Kinder heute auch viel aufgeweckter. Ich würde sogar sagen, intelligenter, weil sie ganz andere Mittel haben, um ihre Intelligenz zu entwickeln. Die Kinder seit 2000 sind  privilegierter, weil ihre Eltern gebildet sind. Es sind Eltern mit einer anderen Mentalität. Eltern, die ihren Kindern sagen: du willst etwas lernen? Dann musst du das und das machen. Eltern, die versuchen ihre Kinder ständig zu fördern. Zu meiner Zeit war das vielleicht weniger so, weil ein Großteil der Mütter und Väter selbst nicht über Bildung verfügten. Heute ist es anders und daher ist vielen Eltern klar, dass eine gute Bildung eine wichtige Rolle spielt. Die Technologie ist damit auch verknüpft. Die Eltern bieten ihren Kindern alle möglichen technologischen Mittel an, um verschiedenste Denkprozesse zu fördern. Was einerseits gut ist, bringt andererseits auch wieder Probleme mit sich. Generationen sind natürlich immer anders. Früher hat man mehr Kinderlieder gesungen, zusammen mit anderen Kindern gespielt. Mir scheint, dass heute die menschliche Interaktion deutlich weniger ist.

 

Colombia the Beautiful #2 Parque Nacional Natural Tayrona

Geräusche, Gerüche, Gegrüne um mich herum- alles anders. Eine so wunderschöne Form von anders, wie ich sie vorher noch nie erlebt habe. Welcome to the jungle.

Der Weg vom Eingang bis zu unserem Camp könnte nicht eindrucksvoller sein. Schon am Eingang zum Nationalpark begrüßten uns Affen lautstark aus den Baumwipfeln heraus. Es geht los, ein Bisschen der Strecke mit Auto, ein Bisschen per Pferd, ein Bisschen zu Fuß. Alle Sinne konstant auf Hochleistung. Ich will alles aufsaugen, mir jedes kleine Detail einprägen, was dieses unglaubliche Naturgebilde um mich herum ausmacht. Dicke, spiralförmig ineinander verschlunge Lianen hängen von den Bäumen herab. Blatt wird von Blatt abgelöst, Blätterranke von Blätterranke, Baum von Baum. Riesige, helle, perfekt geformte Felsblöcke durchbrechen die wunderschöne grüne Farbmonotonie. Einen Farbklecks in Vogelform sehe ich kurz auftauchen und dann blitzschnell wieder im Blätterdickicht verschwinden.
Mal ist es laut von Vogelstimmen und Windesbrausen, mal sind plötzlich alle Geräusche gedämpt und machen Raum für grillenähnliches Gezirpe. Ab und zu fällt ein Sonnenstrahl durch den dichten Blätterhimmel über mir und beleuchtet vor mir das, was vor Kurzem wohl noch ein Weg war. Jetzt sieht es eher aus wie ein langgestrecktes, kreatives Kunstwerk aus Matsch und Schlamm. Der Künstler? Regenzeit-Regen, der derzeit zuverlässig und großzügig die grüne Schönheit um mich herum mit Wasser versorgt. Danken sollten wir ihm also und uns nicht über das Bisschen aufgeweichte Erde beschweren (in der man aber schon mal bis zu den Knien versinken kann).
Doch als wäre das der Schönheit noch nicht genug, locken nach Dschungel-Durchquerung am Ende auch noch perfekte Karibikwellen und feinster Sandstrand als Belohnung.

Als wir an der satt grünen, mit Palmen übersähten Wiese unseres Camps ankommen, wird es schon fast dunkel. Bis um sechs haben wir noch Zeit, unsere drei Hängematten zu beziehen, die Moskitonetze über ihnen auf Lochlosigkeit zu prüfen, und schnell unter die angenehm kalte Dusche zu springen, denn dann senkt sich schon die absolute Dunkelheit über den Dschungel. Fast absolut zumindest. Das kleine Restaurant im Camp hat Strom und so versammeln sich alle Tayrona-Verliebten unter dem Vordach, um in einer Wolke aus Mückenspray mit dem Mitgebrachten ihr Abend-Picknick zu machen, Karten zu spielen oder- man glaubt es kaum- Musikvideos zu sehen, denn selbst tief im Nationalpark gibt es doch tatsächlich einen Fernseher. Dementsprechend entkommt man auch hier dem guten alten Reggaeton nur schwer. Nach Hitze, Äquatorialsonne und Anreise tagsüber überrascht uns schon um acht die liebe Müdigkeit und treibt uns in unsere Hängematten. Zwar anfangs noch etwas ungewohnt, kann mich meine nach kurzer Zeit doch überzeugen, dass sie eigentlich echt bequem ist. Und dass es definitiv keinen schöneren Ort zum Schlafen für die nächsten zwei Nächte gibt als sie, mitten im Parque Nacional Tayrona, drei Minuten vom Karibikstrand entfernt, von der einzigartigen Natur lediglich getrennt durch ein Moskitonetz.

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Bukaru- a camp in paradise

Paradise 2.0

Sunset views

Kolumbien kulinarisch

Nach der Schule komme ich nach Hause. Schon beim Aufschließen der 2 Schlösser unserer Haustür verrät mir die Geräuschkulisse von drinnen, dass Besuch da ist. Ein heiteres Stimmengewirr gemischt mit Gelächter, das Klappern von Tassen, vielleicht mit Kaffee oder mit heißer Schokolade gefüllt. Ein Bruder meines Gastvaters, der seit ein paar Jahren in Texas lebt, ist heute Morgen gelandet und jetzt zu Besuch. Obligatorisches Küsschen auf die linke Wange, kurze Vorstellung, eine nette, offene Begegnung und schon bin ich in ein Gespräch verwickelt.

Wie gefällt dir denn das Essen in Kolumbien? Eine der Fragen, die mir seitdem ich hier bin fast am häufigsten gestellt wird. Bandeja Paisa? Ajiaco? Leider meinerseits dann das Geständnis, dass ich Vegetarierin bin und daher die heiß geliebten Fleischgerichte wohl nie geschmacklich kennenlernen werde. Erstaunen auf der Seite meines Gegenübers: wie, Vegetarierin? Wirklich? Aber Hühnchen isst du? Oder vielleicht Fisch? Wie, auch nicht? Und das geht?

Ja, und wie! Denn ja, Fleisch ist beliebt, aber zum Glück alles andere als alternativlos. Anstelle von einer Empanada de Carne kann ich immer eine Arepa con queso finden. Oder ein Pandebono, oder ein Buñuelo, oder eine Almojabana. Anstelle von Steak gibt es ein Spiegelei. Fleisch wird nur selten mit den anderen Bestandteilen eines Essens zusammengekocht- zumindest von meiner lieben Gastmutter fast nie. Dementsprechend sind Reis, Linsen oder Bohnen, gebratene Kochbanane und Salat an sich und ohne Fleisch einfach schon mehr als genug und mehr als gut. Eben genanntes findet man beim Öffnen der Töpfe auf einem Herd in Kolumbien wohl am Allermeisten. In meiner Gastfamilie fast jeden Tag. Aber ehrlich gesagt, mal durch ein Ei oder Avocado ergänzt, könnte ich Reis und Bohnen ohne jegliches Problem jeden Tag essen. Reis und Bohnen hier schmeckt auch einfach besser als in Deutschland.

Und, wer hätte das gedacht? Es gibt ein Land, das noch kartoffelverrückter ist als Deutschland. Verständlich, wenn das Farbspektrum von hellbraun bis dunkellila, die Größe von weintraubenklein zu stattlich groß und der Geschmack von lecker zu noch leckerer reicht. Reis und Kartoffeln werden beide, wie eigentlich so ziemlich alles, im Land angebaut. Sie sind Lieblingskohlenhydrate und schließen einander überhaupt nicht aus! Und auch wenn es Nudeln gibt, heißt das nicht, dass man die Nudeln nicht auch zu Reis und Kartoffeln essen kann. Low Carb Diet wäre hier daher wahrscheinlich deutlich schwieriger als Vegetarismus 😉 Der ist zwar gerade für die älteren Generationen oft nur schwer verständlich, aber ich habe natürlich auch schon vegetarische Kolumbianer*innen getroffen.

Portionen sind groß. In vielen Haushalten gilt: wer viel gegessen hat, hat gut gegessen. Gekrönt wird ein gutes Mittagessen von einem guten, frischen Saft. Hier weiß man, aus so gut wie jeder der 1000 genialen Früchte einen genialen Saft zu machen. Die Qual der Wahl nur jedes Mal: en agua oder en leche?

Die generelle Antwort an meinen aufgeschlossenen Gesprächspartner also: me gusta!

Colombia the Beautiful #1 Parque Natural Chicaque

Aus dem Zelt raus und gleich den Berg hoch. Noch vor dem Frühstück lautet unser Ziel Pico de Aguila, ein Aussichtspunkt. Zwischen Felsformationen geht es steil hoch, streckenweise sind ein paar kleine Klettereinlagen notwendig.
Hell ist es schon, doch die ersten Sonnenstrahlen sind noch nicht ganz bis zu uns gekommen, warten noch hinter dem Berg auf ihren großen Moment. Oben angekommen möchte ich gar nicht reden. Nicht die Atmosphäre, diese sanfte und so schöne Stille durchbrechen. Eine Stille, die gar keine Stille ist.
Zu unsere linken Seite liegt Baumwipfel an Baumwipfel, eine dichte Dschungeldecke. Aus ihr heraus dringen seltsam klar und dennoch nicht laut unzählige Vogelstimmen. Ein Morgenkonzert regelrecht mystischer Art, das nach Wildnis und Freiheit klingt.
Von rechts aus den Ebenen, dort wo schon wieder ein paar kleine Dörflein die grüne, weich gewellte Landschaft durchbrechen, hört man ein paar Geräusche, die mehr auf Zivilisation schließen lassen. Der entfernte Weckruf eines Hahnes, das Muhen einer Kuh- Zeichen menschlicher Existenz.

Doch von dem allen wir sind gerade weit weg, hier im Parque Natural Chicaque. Nur eine Autostunde von Bogotá entfernt eröffnet sich der und dem Naturliebenden ein kleines Paradies der Vegetation, der Vögel und der Entspanntheit. Nach einer Stunde zu Fuß vom Eingang kamen wir Samstag in der Dämmerung beim Zeltplatz an. Die Campingerfahrung wird wohl die teuerste meines Lebens bleiben, denn sie war die bisher einzige, bei der man keine andere Wahl hatte als für 50.000 Pesos 3 Mahlzeiten im holzgebauten Haus dazu zu buchen. Nur zelten geht hier nicht. Das heißt, anstatt dass wir uns, wie es normal wäre, von Dosennudeln und Tütensuppe ernähren, bekamen wir zum Abendessen gleich 3 Gänge serviert.
Zum Glück ist es wirklich gutes Essen und als wir nach 2 Stunden zurückkommen von unserer Morgenrunde zum Pico de Aguila, ist die Freude beim Anblick des Frühstücksbuffet bei uns Vieren groß.

Am Nachmittag geht es los zur nächsten Miniwanderung durch das satteste Grün,
Kolumbien-Grün wie ich es nenne. Ziel ist diesmal ein Wasserfall, unterwegs begegnen uns Kolibris, das Vogelstimmenkonzert setzt sich fort und es fällt auf, dass der Dschungel hier wirklich genau das ist, was er ist. Erstens: kalt, wobei kalt trotzdem Temperaturen von kaum unter 10 Grad in der Nacht bedeutet. Und zweitens: bosque de niebla, ein Nebelwald. Ab und zu sieht man eine Nebelwolke direkt zwischen sich und einem 5 Meter entfernten Baum vorbeiziehen, viel Ausblick bleibt auch von den Anhöhen nicht.
Eine ziemlich einmalige Stimmung aber auf alle Fälle.

Parque Natural Chicaque- first morning sunbeams

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Out of the tent and straight up the mountain. Already before breakfast our destination is Pico de Aguila, a view point. Among rock formations we climb our way up. It’s light out already, but the first real sun beams have not made it all the way to us. Behind the mountains, they are still waiting for their big moment.
Once I arrive at the top I don’t want to talk at all. Don’t want to break this gentle, pretty silence.
A silence that indeed really isn’t all that silent.
To our left one tree top is followed by the next, creating a dense canopy of foliage. From it’s inside, one can hear uncountable bird’s voices, sounding strangely clear but nonetheless soft. A morning concert of truly mystical character.
The sounds that are getting to us from the plaines to our right, where some small villages break the green, wavy landscape, are a little different. A rooster calling the people to weak up, a cow mooing- signs of human existance.

But where we are right now, in the Parque Natural Chicaque, we’re far away from all that. Only one hour by car from Bogotá, a nature’s lover is offered a little paradise of vegetation, birds and tranquility. After one hour of walking from the park’s entrance, we got to the campground Saturday at dawn. The camping experience here will probably be one of the most expensive of my life: no other choice than making an additional booking of 3 meals for 50.000 pesos. Only pitching your tent is not an option here. That means, instead of us living of food cans and instant soup, we already got served a three course dinner. Fortunately it’s really good food and as we  get back from our morning loop to Pico de Aguila after 2 hours, all four of us couldn’t be more pleased by the sight of the breakfast buffet.

In the afternoon we leave the camp again for another small hike through the lushest green. Colombia-green as I call it. This time our destination is a waterfall. Along our way we can spot hummingbirds, the birds continue singing and we notice the specialities of the jungle in this area. Firstly: it is a cold jungle. Cold in this case meaning not the 30 degrees you would get in the Amazon basin or the Carribean coast but nonetheless temperatures that hardly drop under 10°C at night time. Secondly: it’s a bosque de niebla, a cloud forest. Every once in a while you thus see a cloud of fog passing between you and a tree at 5 meters distance. Even from higher points, there’s not much of a view left.
But one thing indeed truly is left: a pretty unique atmosphere.

 

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Schulgeschichten

Donnerstagmorgen, kurz vor halb sieben. Zum ersten Mal seit ein paar Tagen komme ich endlich mal wieder pünktlich in der Schule an. Ich werde von den zwei Securityguards am Schultor mit “Buenos dias, Profe”  begrüßt (der Titel stimmt zwar nicht ganz) und schiebe dann mein liebstes Fahrrad vorbei an der Vorschule über den Schulhof der Primaria, der Grundschule. HOOOLA JUULA und sogar ein “Guten Morgen, Jule!” wird mir aus lachenden, energiegeladenen Kindergesichtern zugerufen. Nachdem ich mein Fahrrad hinter dem Haus abgestellt habe, kommt ein Mädchen aus der dritten Klasse zu mir gelaufen und erzählt mir ganz aufgeregt, dass sie eine Tante in Deutschland hat, die bald ein Baby bekommt. Ein Junge zeigt mir seine neue Errungenschaft, ein Tieraufkleber. Morgendliche Begeisterungsströme und viel zu gute Laune, die immer wieder ansteckt.

Später haben alle Deutschlehrer eine Konferenz, zu der ich ganz unauffällig einfach mal nicht gehe. Zeit, mir einen Tee aus dem Lehrerzimmer zu holen und endlich mal ein Bisschen über die liebe Schule und das, was ich hier so tue wenn der Tag lang ist, Bericht zu erstatten.
Die Tage können so vielseitig sein wie die Schüler selbst. Das fängt schon bei der Altersspanne an, von 4 bis 18 ist alles dabei.

Die 4 Stunden Vorschule, bei der ich jede Woche helfe, haben sich mittlerweile zu einem persönlichen Wochenhighlight entwickelt. Inclusive der Sing- und Malaktivitäten. Allein schon wegen des regelmäßigen Gruppenkuschelkreises, der sich um einen bildet, sobald man den Raum betritt. So viele Liebe auf einem (Menschen)Haufen.

Ansonsten reichen meine Aufgaben von Unterrichtsvor- und -nachbereitung bis hin zu aktiveren Parts. Nicht selten teilen wir eine Klasse in 2 Gruppen, eine bleibt beim Lehrer, die andere kommt mit mir. Dann quäle ich sie zum Beispiel damit, wie man denn nun jetzt ein Ö ausspricht oder mit Perfektformen in Songtexten von Annenmaykantereit. Und halbe Klassen sind einfach das Beste! Aber auch in ganzen kann man sich nützlich machen, indem man rumläuft, hilft wo Hilfe nötig ist, lebendiges Wörterbuch spielt und Fragenkataloge beantwortet. Deutsche Sprache, schwere Sprache, aber zu schwer zum Glück nicht.

Und es ist echt eine Erfahrung, als Muttersprachlerin seine eigene Sprache nochmal neu lernen zu können, denn mit mancher von Schülerin oder Schüler gestellter Grammatikfrage muss ich mich nach wie vor an ein wissendes Internet oder einen wissenden Deutschlehrer wenden. Fragen nach einem Warum sind die unmöglichsten zu beantworten.

Der Deutschraum, den wir hier in der Schule haben, ist ein echter Schatz, danke Goethe Institut! Beamer, Computer, Minideutschbibliothek und viele viele Materialien machen kreativere und einfach interessantere Unterrichtsgestaltung echt mehr als möglich. Und über meine 4 Lieblingsdeutschlehrer kann ich mich auch alles andere als beschweren sondern hätte mir wahrscheinlich keine sympathischeren Kandidaten zum Unterstützen wünschen können. Und auch keine mit besserem Musikgeschmack. 😉 Die Stimmung im Deutschraum ist eigentlich immer grundentspannt, irgendein Lied läuft immer und irgendein Witz wird immer gemacht. Die liebsten Grüße an Euch, solltet ihr hier landen!

Das Centro Educativo Scalas ist außerdem definitiv ein Ort, an dem es an Abwechslung nie mangelt. Mal spielen die Lehrer *innen ein Fußballturnier auf dem Sportplatz in der Mittagspause, mal kommen alle Schüler*innen zu Halloween verkleidet und es gibt einen großen Tanz oder es wird der Geburtstag der Vorsitzenden mit Torte und Geburtstagsliedsgesang des kleinen Chors gefeiert. Das Kolumbien eines der Länder mit den meisten Feiertagen der Welt ist, merkt man in der Schule nicht nur an den vielen freien Montagen sondern auch am Schulleben selbst.

Und: ein freundlichereres und grüneres Schulgelände könnte ich mir kaum vorstellen!

Auf der Wiese spielen die Vorschulkinder gerade Fangen mit dem Sportlehrer. Ich sitze an meinem Computerplatz und habe den besten Blick auf das Geschehen. Bogotasonnenstrahlen erhellen den Deutschraum durch die großen Fenster. Die Lehrerversammlung ist zu Ende.“Jule, kommst du gleich mit zu 801? Ein paar Schülerinnen und Schüler müssen noch ihre Dialoge mit den Modalverben vorspielen.” Mit dem größten Vergnügen.

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A thursday morning, half past six. For the first time in a couple of days I finally manage to get to school in time. The two security guards welcome me with a „Buenos dias, Profe“ (although the title doesn’t quite fit). I continue making my may with my bike, passing by the preschool and continuing across the courtyard of the Primaria, the elemantary school.  HOOOLA JUULA and even a “Guten Morgen, Jule!” is what I get to hear of the laughing faces of children, loaded with energy. After I’ve put my bike behind the house, a girl from third grade comes running towards me and tells we with a bunch of excitement that her aunt in Germany is going to have a baby soon. A boy shows me his new acquirement: an animal sticker. All in all, just the usual loads of enthusiasm and so much happiness that it´s truly contagious.

Later in the day, all German teachers have to attend a conference. I prefer to subtly avoid going. Instead, I use the time to get me a cup of tea from the staff room and finally get to writing down a little about the dearest school and what I’m actually doing here all day.

The days can be as diverse as the students themselves are. Already when looking at the different ages united in the school it becomes quite obvious: from 4 to 18 years of age, everything is represented.

The 4 hours of preschool during which I help out and support the teachers have grown to be one of my personal highlights every week, including the singing and drawing activities. The huge group hug that is formed around you in the very second you enter the classroom is just the greatest. So much love!

Besides, my responsibilities reach from preparation and checking quizes to more active parts. Quite often, we split a class up into two groups. One then stays with the teacher, while I take the other with me. Then I annoy them with the correct pronounciation of the German Ö or with past tenses in the lyrics of currently popular German bands. It is pretty fun to be honest, and working with half a class is just the best! But also in an undivided class there’s many ways of being useful by helping out where help is needed, being a walking dictionary or answering the whole catalog of questions that sometimes arises. Because yes, German is a difficult language to learn, but fortunately not impossible, neither.

It really is an experience how I’m seemingly learning my own native tongue all other again. Many of the questions, especially concerning grammar, I still have to forward to the knowing internet or a knowing German teacher. The questions asking for a why are the most impossible to answer.

The classroom only for the German classes that we have here in the school really is a treasure. Thanks Goethe institute! Projector, computers, a little library with German books and loads and loads of material really enable the teachers as well as me to create class concepts that are more creative and simply more interesting. My four favorite German teachers are the most likeable and kind persons ever and I could not have wished for better ones to be supporting. Neither ones with a better taste of music. 😉 The atmosphere in the German room is just totally relaxed, there’s always some song being played and some joke being made.

Additionally, the Centro Educativo Scalas definitely is a place where special happenings never are missing. Teachers playing a soccer match during lunch break, dress up day for the whole entire school and a big dance for halloween or a birthday celebration for the president of the school with lots of fancy cake and a birthday song by the small choir the school has are just a few options of what could be going on. Colombia being one of the countries with the most nacional holidays doesn’t only mean that we get a lot of 3 day weekends but also that they trigger fun activities during school days.

And: school grounds that appear more friendly and more green are very hard to imagine!

On the grass the kids from preschool right now are playing tag with the sport’s teacher. From my workplace I have the best of views of what’s going on. Bogota sun beams are lighting up the German room through the big windows. The teacher´s conference is over. „Jule, do you want to come along to 801? Some students still have to present their dialogues with the modal verbs.“ Of course, I’d love to.

 

11923200 Sekunden später

Oder 138 Tage. Oder 4 Monate und 16 Tage.

Ja, so weit ist es nun also schon. Seit viereinhalb Monaten lebe ich jetzt schon in Kolumbien vor mich hin. Über 3000 Stunden, und kaum eine von ihnen nicht glücklich. 🙂

Und während es für ein paar kulturweit-Freiwillige in ein paar Wochen schon Abschied nehmen heißt vom inzwischen nicht mehr neuen Land, kam mir in den Sinn, dass es vielleicht immer noch nicht zu spät ist, die Pflege dieses Blogs zur Gewohnheit zu machen. Mal sehen, wie es klappt.

Aber wo anfangen, nach 138 Tagen? Wahrscheinlich bräuchte ich ungefähr 138 Blogeinträge mit 11923200 Worten um alles, was mir an Eindrücken von Tag eins an in meinem Kopf herumspukt, zu beschreiben. Deshalb mache ich es mir, zugegeben, einfach mal einfach: ich fange heute an, genau im Jetzt und Hier. Eine Momentaufnahme.

Vom Haus gegenüber tönen kolumbianische Cumbias, träge, dröhnende Bässe, dennoch tanzbar, spanische Zeilen über Liebe und Herzschmerz, Gute-Laune-Musik der typischen Art. Sie mischen sich mit Hundegebell vom Nachbardach und den Stimmen der 5 Männer, die gerade vor dem Nachbarhaus stehen oder im offenen Auto sitzen, um sich zu unterhalten und das zu beobachten, was auf der Straße eben so passieren könnte. Der Blick vom Hausdach meiner Gastfamilie gefällt mir immer wieder, besonders an einem sonnigen Samstagnachmittag wie dem heute. 

Mein Dach hat sich mittlerweile dank Yoga-Matte und dem guten Wetter der letzten Wochen (hiermit nehme ich offiziel den Dauerregen-Kommentar aus Eintrag Nummer eins zurück!) zu einem Lieblingsplatz entwickelt, und generell gefällt mir das Viertel, indem ich lebe, nach wie vor so gut wie am ersten Tag. Auch wenn alles nicht mehr ganz so spannend, ganz so neu zu erforschen ist. Seine Lebendigkeit hat es absolut behalten. Tagsüber vergeht kaum eine Minute ohne Musik in den Straßen, ohne spielende Kinder in den Parks, ohne Menschen, die sich begegnen und ein paar Momente verweilen, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Mein Lieblingsobstladen, 20 Sekunden von meiner Haustür entfernt, überzeugt mich noch wie am ersten Tag mit seinen Schätzen. Mit Fruchtsorten, die sich innerhalb der ersten Wochen von teils unbekannt zu heiß geliebt entwickelt haben- von Feijoas, Lulos und Guayabanas, die meines Achtens in Deutschland überhaupt nicht zu finden sind, bis hin zu den besten Mangos, Bananen und Papayas. Und erst die Avocados! Dennoch, die Papaya ist und bleibt die Frucht meines Jahres hier. Denn niemand hat besser als sie meinen Prozess des Einlebens hier begleitet und veranschaulicht- von der ersten Begegnung mit ihr auf meinem Frühstücksteller am ersten Morgen an. Da war mir ihr Geschmack noch ungewohnt und sogar unangenehm und verursachte verzweifelt angestrengtes Überlegen, wie ich sie unauffällig verschwinden lassen kann, ohne unhöflich zu sein. Heute kaufe ich mir mit der größten Ess-Vorfreude meine Lieblingssorte in ebem erwähnten Lieblingsobstladen. Der überzeugt auch dank seines stets freundlichen Obstverkäufers, der mich jedes Mal mit strahlendem Lächeln und einem interessierten „Como estas?“ begrüßt und dem schönen „Que te vaya bien!“ verabschiedet. Generell ist eins klar: so viele freundlich lachende Gesichter wie in Kolumbien habe ich wohl in noch keinem Land gesehen. 

Zeitreise von ein paar Stunden: Nach Aufstehen und gemeinsamem Samstagsfrühstück bestehend aus Rührei, Envueltos de Mazorca (im Maisblatt gekochter Maisbrei) und der obligatorischen heißen Schokolade mit meiner Gastmutter, 30-jährigen Gastbruder und seiner kleinen Tochter, beschließe ich, endlich mal wieder eine Runde um den Teich zu laufen. Der Teich hier heißt humedal und ist 5 Minuten entfernt. Er ist groß, von Grün und einem super Fahrradweg umgeben, ungefähr ebenso vermüllt wie von Enten bewohnt und die optimale Laufstrecke. Meine persönliche Distanz kann ich mittlerweile schon von einer auf zwei Runden steigern. Danke Körper, dass du dich an 2600 Höheneter und äquatoriale Mittagssonne irgendwie doch gewöhnt hast. Ich bin nicht allein unterwegs, Hundeausführer, Fahrradfahrer, Spaziergänger, Kinderwagenschieber bevölkern den Weg. Mir kommt ein Typ im gelben Kolumbientriko entgegen, vielleicht Anfang zwanzig. Auch er dreht joggend seine Runde ums bewachsene Gewässer. Als wir uns auf der gegenüberliegenden Seite zum zweiten Mal begegnen, lächelt er mich an, Daumen nach oben. Ich lächle zurück. Gegenseitige Läufer-Motivation, die sich auch bei Begegnung 3 und 4 forsetzt. Gefällt mir.

Ein paar Minuten später laufe ich an 3 weiteren jungen Männern vorbei. Einer sieht mich, tippt seinen Kumpel an, alle drei drehen sich nochmal gemeinsam um, alles andere Unauffällig. Eine exemplarische Situation. Dass Aussehen, besonders Haarfarbe, Fremd-Sein so offenbaren kann habe ich am eigenen Leibe so richtig erst in Kolumbien gelernt. Ich höre ihre Kommentare dank der Musik in meinen Ohren nicht, kann mir ihren Inhalt trotzdem relativ genau vorstellen. Blond ist hier im Viertel kaum jemand. Ich falle auf, deshalb sind Bemerkungen- überwiegend von männlicher Seite- und Blicke- von so gut wie jeder- mittlerweile schon gewohnt geworden. Nervig? Manchmal, aber schlimm zum Glück nicht wirklich, und ich muss keine 10 Minuten warten, um erneut vom netten Läufer im Kolumbientriko daran erinnert zu werden, dass selbst die flüchtigsten Begegnungen von gänzlich unterschiedlicher Natur sein können. 

Weiter geht die Runde, vorbei an zahlreichen vendedores ambulantes, Straßenverkäufer. Ein Mann hat seinen Jeep neben der Straße geparkt, seinen bunten Sonnenschirm über der mit Kartoffeln übersäten Ladefläche aufgespannt und wartet neben seiner Riesen-Waage nun auf Kundschaft. Neben ihm haben ein paar Frauen auf dem Boden Tücher ausgebreitet und verkaufen nun alles, was das kolumbianische Herz begehrt: Saftmixer (der darf hier nämlich wirklich in keinem Haushalt fehlen), Spielzeug, alte Bücher. Am nächsten Stand könnte ich beim Verkäufer bestimmt 500 Mandarinen auf einmal von seinem Wägelchen erwerben, hätte ich das Bedürfnis und das Geld. Sie liegen hochgestapelt, hängen sogar an Fäden gebunden vom Dach des Wagens herab, der Platz wird optimal ausgenutzt. Nur eins überrascht mich heute: es fehlen die Lautsprecheransagen, die lautstark die Produkte anpreisen. Vielleicht gönnen sie uns gerade mal eine Pause für die Ohren. Schon morgen früh, da bin ich mir sicher, wird wieder ein anderer Verkäufer vor meiner Haustür seine Runde drehen und ein dröhnendes „Mazamoooora, Arroz con leche, Mazamooooora“ (Milchreis bzw. Milchmais, der hier mindestens genauso beliebt ist) bis hinein in mein Zimmer schallen. Ein bisschen freue ich mich schon darauf. 

¡Hola!

Kolumbien also.
Wer hätte das gedacht? Ich eher weniger, zugegeben.

Und gleich noch ein Geständnis: es mir vorstellen, wie oder wenigstens dass ich in weniger als zwei Wochen nicht länger wie gerade in der deutschen Abendsonne, sondern im für Bogotá so typischen Dauerregen sitzen werde, kann ich immer noch erstaunlich wenig. 

Aber vielleicht ist das ja gut so. Das wichtigste habe ich nämlich trotzdem: Vorfreude! Und zwar riesige. Auf neue Eindrücke, neue Menschen, ein neues Land, eine neue Sprache, und dann auch darauf, dass all das irgendwann nicht mehr neu für mich sein wird, sondern vertraut und wie selbstverständlich. Darauf freue ich mich wahrscheinlich am allermeisten. 🙂 

Kurz zum Blog-Titel: bei Wikipedia existiert doch tatsächlich eine- wie ich finde sehr spannende- Liste deutscher Worte die auch in der spanischen Sprache Verwendung finden. Diese Worte sind allesamt zum einen Hoffnungsträger für mich, denn sollte jemals ein Kolumbianer auf die komische Idee kommen, sie zu verwenden, ich würde sie doch tatsächlich verstehen!
Zum anderen gefiel mir ein Wort aus der Liste besonders gut, eben jenes, was jetzt auch dieses Geschreibe hier betitelt. Weltanschauung. 

Ein erster Grund für die Wahl, sehr wörtlich genommen: ich möchte mir in diesem Jahr natürlich ein möglichst großes Stück der Welt anschauen, viel reisen in Kolumbien selbst und vielleicht über die Landesgrenzen hinweg, denn wozu hat man schon ein Multiple Entry Visa. 

Und dann, der häufiger gebräuchlichen Verwendung des Wortes nachkommend, erhoffe ich mir durch meinen Freiwilligendienst, meine Arbeit am Centro Educativo Scalas in Bogotá, und Allem, was mein Leben in der 7-Millionen-Metropole sonst noch bald ausmachen wird, mit vielen neuen Sichtweisen und anderen Weltanschauungen in Kontakt zu kommen. Neue Impulse zu erhalten, Erfahrungen zu machen, die alle letztlich meine eigene Sicht auf die Welt prägen.

Auf diesem Wege hier sollen dann hoffentlich regelmäßig in Wort und Bild ein paar der Eindrücke geteilt werden mit allen, die es interessieren sollte. 🙂 

Aber bis es soweit ist, darf ich mich noch bis zum 13. September vorfreuen! 10 Tage davon beim Vorbereitungsseminar zusammen mit den 200 anderen deutschen kulturweit-Freiwilligen, die sich danach bald in der Welt verteilen werden.

Für jetzt erst einmal Adios!