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Der Vorbote der Kälte

Zwei Tage nach meiner Ankunft in der mongolischen Hauptstadt, nach Jetlag und ersten Stadterkundungstouren, hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Nach etwas Nervosität und reichlicher Überlegung bezüglich des Dresscodes verlief er aber relativ ereignislos. Meine Zuständige war noch auf Forschungsreise und so bekam ich für die ersten beiden Tage wenige kleine Aufgaben. Spannender sollte es erst die kommende Woche werden.

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Am Wochenende unternahmen die anderen Freiwilligen und ich einiges: Mit einer englischen-sprachigen Gruppe aus Ulaanbaatar sind wir wandern gegangen, haben mongolisches Essen probiert und das erste freilaufende Kamel entdeckt. Der Weg zum Bogd Khan Uul war anstrengend, aber wunderschön – der kommende Herbst hatte die Blätter orange gefärbt und der leichte Wind sorgte für eine frische, klare Luft. Auf dem Berg angekommen, spielten wir verschiedene mongolische Tanzspiele. Am Abend haben wir, die anderen Freiwilligen und ich, mal wieder „Loving Hut“ besucht, ein veganes Restaurant, wo man sehr gut essen kann und es herrliche frisch gepresste Säfte gibt. Die mongolische Währung, der Tugrik, ist gerade rasant am fallen. Was für das Land und die Einheimischen natürlich schlimme Folgen hat, uns er aber ermöglicht des Öfteren nicht selbst am Herd stehen zu müssen.

Auch am nächsten Tag konnten wir einfach ein Taxi in den Nationalpark Terelj nehmen, um dort Pferde zu leihen und zwei Stunden durch die herbstliche Mongolei zu reiten. Unsre Ponys waren faul und sehr dickköpfig und erinnerten damit nicht nur durch ihr Äußeres an die Isländerpferde. Mit unseren europäischen Reitkünsten kamen wir nicht weit und unser Begleiter musste mit einem schwingenden Seil die Vierbeiner vor sich hertreiben. Auf unserem Ritt durch das Tal von Terelj durchquerten wir Flüsse und ritten durch lichte Laubwälder. Unterwegs sahen wir Yaks, eine langhaarige Rinderart, sowie Jurten und Gers, die traditionelle Unterkunft der Mongolen. Besonders die Farben, in welche die Landschaft durch den nahenden Herbst getaucht war, verliehen dem Tag eine besondere Stimmung.

Auf dem Rückweg in die Stadt machten wir noch einen kurzen Abstecher auf dem Schwarzmarkt, dem sogenannten Narantuul. Ob Möbel, Pflanzen oder Kamelhaarsocken – hier man einfach alles zu einem geringen Betrag erwerben, dabei ist Feilschen deutlich erwünscht. Da wir durch den Ausritt aber alle sehr erschöpft waren, hatten wir keine Energie mehr, uns durch die engen Gassen zwischen den überladenen Ständen durchzuschlängeln. Unsre Mägen knurrten und eine heiße Suppe war genau das Richtige um den Sonntagabend ausklingen zu lassen.

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