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Roter Held

Aussicht auf die Stadt

Mehr als zwei Wochen sind nun vorbei und ich komme heute zum ersten Mal dazu ein paar Sätze zu meinem Start in Ulaanbaatar zu schreiben. – das liegt zum einen daran, dass ich ziemlich viel erlebt habe und zum anderen, dass sich abends der Internet- mit dem Stromausfall abwechselt. Die beiden vergangenen Wochen waren also sehr ereignisreich und so werde ich meinen Start  in Kürze zusammenfassen: Nach einem etwas ernüchternden Flug über Moskau bin ich wohlbehalten in der Hauptstadt der Mongolei angekommen: Ulaanbaatar liegt im Ost-Westen des Landes und hat knapp 1,5 Millionen Einwohner, was fast die Hälfte der mongolischen Bevölkerung entspricht. Davon leben aber etwa 60 Prozent der Menschen in den Außenbezirken der Stadt in einfachen Häusern und sogenannten Gers.

Ich wohne glücklicherweise zusammen mit meinem brasilianischen/kanadischen Mitbewohner im nördlichen Teil der Innenstadt und fühle mich schon ziemlich wohl in der kleinen Wohnung mit ihrer wuchtigen Einrichtung aus dunklem Holz und dicken Teppichen, die an die mongolische Geschichte mit ihrer Verbindung zur Sowjetunion erinnert. Die Lage der Wohnung scheint demgegenüber fast konträr: Sie liegt in der United Nations Street und ist so nur wenige Gehminuten von meinem Arbeitsplatz bei der NatCom der UNESCO entfernt, die sich im UN House befindet. Um zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen, muss ich jeden Morgen durch eine Sicherheitskontrolle, die ich aber mittlerweile dank Mitarbeiterausweis umgehen kann. In meinem Team fühle ich mich schon wohl: Meine Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit. Momentan haben wir viel zu tun, da wir gerade zwei Kongresse – International Hydrology Congress und Intangible Cultural Heritage-CAP – für Oktober planen und so täglich Deadlines anstehen, die auch bis zur letzten Minute ausgereizt werden.

Zuhause - Sun is shiningUlaanbaatar ist chaotisch, laut und ziemlich rauchig. Der Verkehr und das Heizen mit Kohle führen schon bei geringen Minusgraden zu Smogwerten. Bisher habe ich davon noch nicht viel mitbekommen, aber gestern hat es zum ersten Mal geschneit, sodass der stickige Nebel wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt. Glücklicherweise gibt es, gegen meine Befürchtungen, einiges Obst und Gemüse, das in der Mongolei angebaut wird, sodass man versuchen kann, die gesundheitsschädlichen Staubpartikel durch gesunde Ernährung auszugleichen. In den Regalen des State Departments, aber auch in den unzähligen kleinen Kiosks, findet man außerdem Produkte aus aller Welt: Zunächst ist man ziemlich verwundert und amüsiert sich über Gut&Günstig- und JA!-Produkte, ziemlich schnell wird einem aber klar, dass die Mongolei selbst eine kleine Lebensmittelindustrie besitzt und aufgrund dessen vieles importiert und so kann man sich wunderbar mit deutschem Früchtemüsli, Pumpernickel und Studentenfutter eindecken.

Wenn man allerdings an den Wochenenden aufs Land fährt, wie es viele der Einwohner tun, um dem Smog der Hauptstadt zu entfliehen, kann man sich nicht auf Gewohntes berufen. So habe ich an den vergangenen Wochenenden mongolische Spezialitäten probiert. Wie ich es als Vegetarier trotzdem geschafft habe nicht zu verhungern – mongolisches Essen besteht aus Fleisch und nochmal Fleisch – und wie es mir beim Besteigen des Bogd Khan Uul, beim Reiten im Nationalpark Terelj oder bei der Motorradtour zu den Wildpferden ergangen ist, werde ich sobald wie möglich berichten.

Land der Pferde - überall

Stadtrand: Ein bisschen Wald in der Einöde

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