Kurztrip Esteros del Iberá

Liebe Leute,

diesen Eintrag tippe ich in mein Handy, während wir quer durch die Pampa zurück gen Buenos Aires düsen. ‚Wir‘ sind eine bunt gemischte Truppe aus acht Menschen, die etwa aus der gleichen Ecke – der nordwestlichen Provinz Corrientes – zurück in die Hauptstadt wollen oder müssen.
Es ist Ostersonntag. Bereits um 9 Uhr morgens bin ich gleich nach dem Frühstück zusammen mit Dreien der Acht in Carlos Pellegrini losgefahren. In diesem Dorf, inmitten der Esteros del Iberá (ein 13.000 km² großes Sumpf- und Marschland), verbrachten wir zuvor ein herrlich entspanntes Osterwochenende. Mehrmals am Tag unternahmen wir per Lancha, Kayak und zu Fuß Ausflüge in den parque provincial, um die reichhaltige Flora und Fauna zu bestaunen. Die Infrastruktur (inkl. Internet) ist in Carlos Pellegrini auf ein absolutes Minimum reduziert. Dafür laufen einem Pferde und Kühe im ganzen Dorf frei und selbstbestimmt über den Weg. Das reicht, in Kombination mit einem guten Buch und der Natur der Esteros, gut als Unterhaltung.
Der ganze Charme des Ortes bannt einen dann, wenn plötzlich eine Gruppe Jugendlicher in Gaucho-Manier wild an einem vorbei reitet, und nach Sekunden nur noch eine Staubwolke zurück bleibt. Für einen kurzen Moment fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt, eine Zeit in der Argentinien blühte, und die sich leider ebenso verflüchtigt hat und heute nur noch verblasst erkennbar ist.
Die natürliche Begrenzung der Touristenzahl dieses Ortes geschieht allein durch seine Lage. Man erreicht Carlos Pellegrini nur über etwa 80 km Schotterpiste, die nach stärkerem Niederschlag durchaus auch zur unpassierbaren Matschgrube werden können. Dennoch lohnt sich die Anreise, wie die folgenden Bilder (unbearbeitet) von unseren Exkursionen bekräftigen sollen:

Die anderen vier Reisenden haben wir in Goya eingesammelt, wo wir sie auf dem Hinweg abgesetzt hatten. Kurz nach 14 Uhr reißen wir uns vom leckeren asado der vorbildhaft gastfreundlichen Familie eines der Mitreisenden los. Die Stärkung für den Rest des Weges war sehr willkommen.
Jetzt ist es Nacht, trotzdem liegen noch 300 km vor uns. Rechts aus dem Fenster des Kombis schweift mein Blick von der eintönigen Landschaft hinauf zum spektakulären Sternenhimmel. Den Gedanken schenkt das viel Raum. Unter diesem Eindruck beginne ich, den nächsten Blogeintrag zu schreiben, der leider mein letzter wird…

Ich hoffe, der kurze Reisebericht hat gefallen. Bis bald,

JFK

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