Weihnachtssommer 1

Liebe Leute,

ich weiß, mein letzter Post ist schon einige Tage alt, und ich hatte vor, regelmäßiger zu berichten. Dass das nicht gelungen ist, liegt daran, dass ich in den letzten 2 Monaten mehrere kürzere  und längere Reisen unternommen habe. Zwischendurch in Buenos Aires bin ich dann nicht dazu gekommen, meine Eindrücke zu verschriftlichen. Falls ich geschürte Erwartungen nicht erfüllt habe, tut mir das leid.
Ich verstehe das Ganze als Vorstoß in die Gefilde des kreativen Berichtens. Mein Respekt für Menschen, die diese Disziplin besonders gut beherrschen, führt leider nicht dazu, dass es mir selbst leicht von der Hand geht. Daher begeistert mich an diesem Blog ehrlicherweise mehr das Ergebnis, denn der Entstehungsprozess.

Im Folgenden könnt ihr von einigen Eindrücken lesen, die mir rückblickend teilenswert erscheinen.
Außerdem gilt grundsätzlich natürlich: wer mehr wissen möchte, ist eingeladen auf jedem Wege nachzufragen!


Weihnachten unter Palmen

Die Weihnachtszeit als Zeit der Einkehr und des familiären Beisammenseins hatte ich mir von Anfang an als eine der schwierigsten Phasen des gesamten Auslandsaufenthalts vorgestellt. Das Zwischenseminar Mitte Dezember, sowie die kurzen Aufenthalte in Córdoba und Mendoza, vor bzw. nach dem Seminar trugen mich zunächst jedoch ganz gut durch den Dezember.
Um während der eigentlichen Weihnachtsfeiertage nicht allein in Buenos Aires zu sitzen, war die Planung folgende: es sollte nach Montevideo gehen, zu einer Zusammenkunft von Freunden aus Argentinien und Uruguay.
Letztendlich waren wir eine lustige Truppe, haben Plätzchen gebacken, Weihnachtslieder gesungen  und gemeinsam Montevideo erkundet, all das bei Hitze und Luftfeuchtigkeit, wie sie einem im deutschen Sommer nur selten begegnen. Neben den ganzen netten Traditionen bestand die größte Gemeinsamkeit zu Deutschland aber darin, dass es natürlich mal wieder keinen Schnee zu Weihnachten gab. Alle Hoffnungen dahingehend richten sich also, wie jedes Jahr, auf’s nächste Jahr.

Wie auch die Argentinier, feiern die ‚Uruguayos‘  eine recht laute Weihnacht. Feuerwerk, wie man es sonst vom Jahreswechsel kennt, bestimmt die Feierlichkeiten am Weihnachtsabend. Vereinzelt schlägt die Stimmung leider um, wenn beispielsweise Passanten Feuerwerkskörper hinterher geworfen werden. Uns als singendem kulturweit-Club, der abends etwas planlos umher lief, um das Spektakel aus der Nähe zu betrachten, ist aber glücklicherweise nichts passiert.

Mein Resumé der Weihnacht 2016: nachdem den ganzen Dezember über an Weihnachtsstimmung nicht zu denken war, kam sie dann in Montevideo abrupt, war aber auch schnell wieder verflogen. Ich bin dankbar, Freunde um mich gehabt zu haben, durch die diese Phase bedeutend einfacher war. Trotzdem hat mir diese Erfahrung Eines nachdrücklich gezeigt: die Familie ist (besonders in dieser Zeit des Jahres) unersetzbar.
Ihren Wert spürt man leider besonders stark, wenn sie nicht verfügbar ist.
Lektion gelernt: mein Weihnachten 2017 verbringe ich zu Hause bei meiner Familie.

Kurzes Video vom Feuerwerk an Weihnachten in Monteviedeo…


Besuch aus der Heimat

Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag waren infolge des Heimwehs über Weihnachten die schlimmsten meines bisherigen Aufenthalts hier in Argentinien. So war ich überglücklich und erleichtert als am 26. endlich meine Eltern landeten. 2 Wochen Urlaub, jeweils eine in Buenos Aires und eine in und um Salta, im Nordwesten Argentiniens erwarteten uns.  Ich weiß noch genau, dass ich vor meiner Ausreise vorschlug, doch erst nach 4 oder 5 Monaten besucht zu werden, weil wir dann vielleicht noch länger hätten verreisen können. Meine Eltern bestanden jedoch darauf, mich zum Jahreswechsel besuchen zu wollen. Das war im Nachhinein goldrichtig – interessant was Eltern offenbar alles voraus ahnen können…

Schon jetzt erinnere ich mich nicht mehr an alle Einzelheiten dieser 2 Wochen. In jedem Fall war es zunächst ein seltsames Gefühl meine Eltern durch den Großstadt-Dschungel von Buenos Aires zu führen, ein Umfeld, das ich vorher monatelang ohne sie entdeckt hatte. Bald hatte ich mich aber an die Situation gewöhnt und es fühlte sich wie ein ‚normaler‘ Familienurlaub an.

Zu Silvester waren wir in Salta auf einer ‚peña‘ , einem kulinarisch untermalten Folklore-Abend. Neben anständigem Essen gab es tolle Live-Musik und die Stimmung war fantastisch! Weit weniger touristisch als erwartet, bot das Restaurant einen authentischen Abend und wir konnten am Morgen des 01.01.2017 geschafft, aber zufrieden in unsere Betten fallen.

Ansonsten waren wir in und um Salta im Mietwagen unterwegs, ein durchaus stressiges, aber sehr lustiges Unterfangen. Kilometerlange Schotterpisten durch andine Hochebenen befährt man dann doch nicht alle Tage.
Weiter unten sind noch Fotos von dieser Reise zu finden, ich habe genug Text von mir gegeben. Vielen Dank für’s Lesen und die Geduld seit dem letzten Post. Jetzt habe ich Zeit einige Dinge aufzuholen und melde mich hoffentlich bald wieder.

¡Saludos!

Fortsetzung folgt…
JFK

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