El Paisito

Ahora

Das Barrio histórico de Colonia im Westen von Uruguay war mir dann doch eine Reise wert. Zum Glück habe ich das mitgenommen. Da es jetzt wahrscheinlich schwer ist die Erfahrung schriftlich zu teilen, versuche ich lieber die Eindrücke durch Bilder darzustellen. Kurz zu den Rahmeninfos: die Altstadt von Colonia ist UNESCO-Weltkulturerbe. Dort findet man nicht nur das älteste noch bestehende Gebäude Uruguays und die meistfotografierte Straße in ganz Uruguay, sondern auch die Überreste der Kolonialzeit. Immer wieder im Laufe der Jahre wechselte die Besetzung Colonias zwischen Portugal und Spanien, sodass man in der Altstadt die unterschiedlichen architektonischen Merkmale der beiden Länder sehen kann. Ganz interessant, wie die Betzungen immer wieder hin und her gewechselt sind. Spanien hat Colonia oft auf militärische Weise erobert, während Portugal meist Diplomatisch an die Macht gekommen ist. Einen Montag lang war ich im 3 Stunden entfernten Colonia, von dem aus man über den Rio de la Plata schon die Skyline von Buenos Aires sehen kann. Die Bilder machen die Atmosphäre vielleicht noch deutlicher…
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Am gleichen Wochenende habe ich Erfahrung des wahren Fußballs in Uruguay gesammelt.
Beim Spiel der ersten Liga zwischen von Fenix und Defensor. Als Zuschauer selbstverständlich. Fenix ist eine der kleineren Mannschaften der ersten Liga und dementsprechend waren die Zuschauerzahlen sowie das ganze Ambiente eher reduziert. Allerdings waren die Emotionen wie immer voll vertreten. Motivation für die Spieler und großer Jubel bei den Toren sowie bei jeder angeblichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters die nicht immer ganz freundlichen Art und Weise verbalen Attacken. Auf jeden Fall vom Entertainment her viel mehr Action als bei jeglichen anderen Spielen in Europa, die ich bisher gesehen habe.

Jetzt geht es in den Winter-Ferien für eine Woche nach Santiago de Chile, obwohl es sich gerade nicht wie Winter anfühlt. An die 26 Grad, die wir gerade hier in MVD haben, kommt nichtmal der Sommer in Norddeutschland ran…

Fútbol

Kleines Land, enorme Passion
Es ist absolut kein Zufall, dass hier in MVD mein Alltag von meinem Lieblingssport geprägt ist. Fußball spielt in Uruguay eine riesige Rolle. Ob alt oder jung, Frau oder Mann, eigentlich ist jeder Fußball interessiert. Ich würde sogar sagen, dass jeder ein Fan einer Mannschaft ist. Die wohl international bekanntesten Teams sind Club Nacional de Fútbol und Club Atlético Peñarol. Beide beheimatet in Montevideo, wie gefühlt alle Mannschaften der ersten Liga. Das Verhältnis von beiden zueinander ist von einer starken Rivalität geprägt. Nacional und Peñarol sind dementsprechend auch die Clubs mit den größten Fanlager. Peñarol ist der Verein der „Arbeitergesellschaft“, was darauf schließen lässt, dass mehr Fans aus der „mittleren, oberen“ Schicht Nacional unterstützen. Beide streiten regelrecht darüber, wer der älteste Club in Uruguay ist und wer die meisten Titel gewonnen hat. Ein Beispiel: 2011 hat Peñarol die bisher weltweit größte Flagge im Stadion präsentiert. Sie erstreckte sich über mehrere Tribünen. Das konnte Nacional natürlich nicht auf sich sitzen lassen und toppte im Jahr 2013 den Rekord. Symbolisch für die Rivalität.
Kommt es zum Clásico zwischen Nacional und Peñarol ist die Stadt im Ausnahmezustand. Der Busverkehr wird, auch aus Sicherheitsgründen, ausgesetzt, Polizeigroßeinsatz, sodass die Fans nicht aufeinandertreffen und Fahnenverkauf an allen Ecken. Montevideo ist gespalten in schwarz/gelb (Peñarol) oder weiß/rot/blau (Nacional). Leider habe ich für die Clásico während meiner Zeit keine Karten mehr bekommen… Viele sagen, dass das auch besser so ist, da schwere Ausschreitungen vorprogrammiert sind. Denn eins lässt sich ganz bestimmt sagen, die Fans vor allem von Peñarol sind VERRÜCKT, hauptsächlich im positiven Sinne, aber eben auch manchmal im negativen. Da kann sich selbst der FC St. Pauli noch ein paar Scheiben von abschneiden. Es wird gesungen, getrommelt, getanzt. Auch immer dabei die Pyrotechnik… Das Clásico kann man definitiv mit keinem in Deutschland oder Europa vergleichen. Nur das Súperclasico in Buenos Aires übertrumpft die Intensität. Ich persönlich bin Fan von Peñarol. Das einzige, was noch aussteht, ist ein Stadionbesuch.
Die Leidenschaft für den Fußball zeigt auch die gerade beendete U20-WM, bei der Uruguay bekanntlich den 4. Platz belegt hat. Da das Turnier in Südkorea stattfand, waren alle Spiele zu einer unhumanen Zeit (meist 5 Uhr morgens). Trotzdem ist die Mehrheit aufgestanden und hat das Spiel der U20 Mannschaft geguckt, welches immer im öffentlichen Fernsehen übertragen wurde. Die U20-Spieler kannte jeder und man fieberte mit voller Emotion mit, sodass auch morgens um 5 Uhr Jubelschreie und Schimpfwörter durch das Haus hallten. Das nennt man Support.
Mein persönliche Erfahrung aus der Mannschaft, in der ich spiele ist auch nur positiv. Enormer Zusammenhalt und großer Wille sowie Ehrgeiz. Es macht einfach Spaß und zahlt sich aus. Nach 4 Spielen sind wir Führender der Liga.

Día

 

Entonces… Von vielen gewünscht und nun endlich verwirklicht: Ein Wochenablauf inklusive meiner Aufgaben in der Deutschen Schule Montevideo.

Jeden Montag geht es bei mir um 10 Uhr los. Während alle Schüler schon seit 7:50 Uhr im Klassenzimmer sitzen, komme ich total entspannt zur Schule. Die erste Stunde verbringe ich dann, wie jeden Morgen bei der Sekretärin, wo ich auch meinen eigenen Schreibtisch habe. Nach der administrativen Arbeit, wie zum Beispiel die Arbeit mit Statistiken, geht es für mich mit 2 weiteren Lehrkräften zum Schwimmen. Das nahegelegende Hallenbad wird immer per Omnibus erreicht. Die Klasse wird anschließend in Kleingruppen eingeteilt, sodass man gut mit den Kindern arbeiten kann. Während der Lehrer immer am Beckenrad steht, versuche ich im Wasser zu helfen und erklären, was großen Spaß macht. Die Doppelstunde vergeht durch das Umziehen und die Fahrt natürlich immer sehr schnell, sodass man ehrlich gesagt gar nicht so viel schaffen kann. Hinzu kommt, dass eine Doppelstunde nur 80 Minuten umfasst. Wenn die erste Klasse das Schwimmbad nach einer Doppelstunde verlässt, folgt direkt die Nächste. Während sich die neue Klasse umzieht, bleibt mir etwas Zeit selber ein paar Bahnen zu schwimmen, ehe die aufgedrehten Viertklässler das Schwimmbecken übernehmen.
Nach dem wir gegen 14 Uhr wieder in der Schule sind, habe ich Mittagspause, bis es am Nachmittag zur Fußball-AG geht. An der AG nehmen 3.-6. Klassen teil. Auch hier wird wieder selektioniert. 4 Lehrer arbeiten mit Gruppen á 12 Schülern. Bei der AG helfe ich so gut ich kann, wobei ich auch selber zu jeder Zeit ein „Training“ leiten kann und eigene Übungen, natürlich auf Deutsch, erklären kann. Also werde ich dahingehend sehr gut eingebunden. Da dasFußballfeld beim Zweitsitz der Schule in Carrasco ist, müssen wir auch dort immer mit den Schulbussen hinfahren, sodass ich letztendlich gegen 18:30 Uhr wieder in Pocitos an der Schule bin. Damit ist dann aber auch der Tag beendet.

Dienstags und freitags starte ich jeweils um 8 Uhr. Da an den beiden Tagen keine Unterricht ist den ich momentan begleite, sondern nur mein verpflichtender Spanisch-Kurs stattfindet, arbeite ich an den Tagen in der Administration. Gerade bin ich dabei die Daten der Schule, inklusive aller Schüler und Lehrer in ein System einzugeben. Sobald das abgeschloßen ist, werde ich auch dienstags und freitags Unterricht in der Schule besuchen. Der Tag endet dann um 16 Uhr bzw. freitags um 15:30 Uhr.

Der Mittwoch ist dem Montag sehr ähnlich. Um 10 Uhr beginnt mein Tag in der Schule. 11:10 Uhr geht es los mit Schwimmen, wobei diesmal zwei Klassen gleichzeitig insgesamt 5 Lehrkräfte in Anspruch nehmen. Auch diesmal bin ich wieder im Wasser. Schlussendlich endet der Tag wieder mit einer AG. Dieses Mal Fútbol feminino. Die Lehrerin, die ich begleite ist wirklich sehr nett und weiß wovon sie spricht, denn sie war Co-Trainierin bei dem Bundesligateam der Frauen in Leipzig. Leider sind die Mädchen nicht immer motiviert Fußball zu spielen. Stattdessen schlagen sie lieber ein Rad oder tanzen vor sich hin. Trotzdem habe ich auch hier die Freiheit immer und zu jeder Zeit meine Übungen zu machen. Schluss: 18 Uhr

Donnerstag, 10 Uhr, Startschuss. Nach dem morgendlichen „Warm-up“ im Sekretariat machen ich gegen 12:30 Uhr ein Projekt mit 10 Schülern aus der 9. Klasse. Dabei geht es darum, News aus Deutschland aus dem Internet aufs Papier zu bringen. Trotz Unruhe und logischer Ablenkung durch YouTube und Co. entstehen vielversprechende Ergebnisse, die in der Lobby der Schule ausgehängt werden. Nachmittags folgt natürlich die Fußball-AG der Jungs vom Montag, sodass ich gegen 18:30 Uhr zurück bin.

Generell ist es so, dass ich oft spontane Aufgaben annehme oder beim Organisieren von Festen mithelfe. Gerade war ich zum Beispiel voll ich der Planung und Unterstützung des Sportfests. Insgesamt habe ich dadurch fast immer etwas zu tun, wobei die Arbeit eigentlich immer Spaß macht.

Costa Uruguaya

 

Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Gerade richtig angekommen, schon sind 7 Wochen um. Also heißt es jedes langes Wochenende oder jede Ferien werden zum Reisen genutzt.
Als Nächstes folgte auf Punta del Diablo Punta del Este, der komplette Gegensatz. Punta del Este erstreckt sich über eine Halbinsel und lebt vom Tourismus der oberen Gesellschaft. Restaurants und Unterkünfte sind extrem teuer. Am Yachthafen habe ich allerdings ein günstiges Hostel gefunden, sodass ich die 2 Nächte in einem 8-Bett-Zimmer übernachtet habe. In dem Zimmer waren wir allerdings nur zu dritt, ganz entspannt. In Punta, wie es meist nur genannt wird, gibt es Hochhäuser und tausende Hotels auf einem Haufen. So wie man sich eine Stadt, die vom Tourismus lebt eben vorstellt. Gleichwohl ich sehr gut verstehen kann, weshalb immer mehr Argentinier und Brasilien dort Urlaub machen.

 

 

Die Strände sind super und sauber, es gibt eine Rambla mit der man Punta sehr gut einmal umrunden kann und man kann entweder im Rio de la Plata -auf der einen- oder im Atlantik -auf der anderen Seite- baden. Ich persönlich fand Punta sehr schön und auch belebt, was in Punta del Diablo überhaupt nicht der Fall war. Trotzdem muss ich aber sagen, dass die Strände in Punta del Diablo schöner sind.
Insgesamt ist Punta del Este etwas ganz anderes und passt nicht so ganz in die eigentlich eher ruhigen Dörfer der Küste. Deshalb beschreibt man Punta ganz gerne mit den Worten „como un otro país“, also wie ein anderes Land.
Seit zwei Wochen hat jetzt wieder die Schule begonnen und ich habe gut zu tun mit dem Schwimmunterricht und meinen AG’s. Beides macht echt riesen Spaß, da sich auch die Kinder immer freuen, wenn ich dabei bin.
Jetzt über den 1. Mai bin ich wieder verreist. Dieses Mal nach Cabo Polonio, einem Nationalpark. Schon die Fahrt ins Dorf ist ein Erlebnis. Da keine Autos in den Nationalpark fahren dürfen, wird man mit einem Jeep ins Dorf gebracht. Dabei fährt der Jeep durch die Dünen und schüt
telt alle ordentlich durch. Das Dorf ist dann ein regelrechtes Hippie-Paradies. Ganz schlichte, einfache Häuser meist aus Holz oder Wellblech und bunt angemalt. Elektrizität ist Mangelwaren. Eine Steckdose für 30 Leute. An Internet ist schon mal gar nicht zu denken. Vereinzelt haben die Hostels oder Restaurants kleine Generatoren für eins, zwei kleine Lichter oder eine Musikanlage. Ansonsten ist das Dorf stockdunkel. Am Tag sind vor allem der Strand und die riesigen Dünen sowie die Roben Highlights.

 

 

Cabo Polonio eignet sich perfekt um runterkommen. Auf Dauer vielleicht etwas langweilig…

Semana de turismo

 

Ferien… Kaum habe ich so richtig mit der Arbeit in der Schule begonnen, gibt es schon die ersten Ferien. Die Osterferien, die hier als „semana de turismo“ betitle werden, lassen den Sommer nun allmählich verschwinden.

Das Wochenende am Anfang der „semana“ habe ich mit meinen neuen Teamkollegen eingeläutet. Nach einem erfolgreichen Testspiel trafen sich alle auf einem Rooftop zum Asado. Noch einmal kurz zum Asado: Das ist wohl eines der Merkmale der uruguayischen Kultur. Fleisch wird einfach auf einen großen Grill geworfen, fertig. Einfach aber lecker… Asado wird in vielen Familien jeden Sonntag veranstaltet oder dann, wenn es etwas zu feiern gibt.

Am Montag ging es dann für mich nach Punta del Diablo, dem Spot für Surfer und Hippies. Da es in Uruguay keine einzige Bahn gibt, dafür ein sehr ausgebautes Busnetzwerk, bin ich 5h Richtung brasilianische Grenze gefahren, um das kleine Pueblo zu erreichen. Das Dorf hielt, was es versprach. Große Surfercommunity gepaart mit dem Einfluss der Hippieströmung. Bunte auf Stelzen errichtete Holzhäuser, lange Sandstrände, hohe Wellen sowie Kunsthandwerke und Reggae-Musik. Mein Hostel lag direkt am Strand mit einem super Blick aufs Meer. Ich hatte ein 6-Bettzimmer gebucht, in dem ich letztendlich allerdings alleine geschlafen habe, Nebensaison halt. Leider war das Dorf auch dementsprechend tot. Da half auch nicht das schlechte Wetter, welches mich mit Regen, sehr viel Wind und wenig Sonne sehr an den norddeutschen Spätsommer erinnerte. Nichtsdestotrotz habe ich das beste aus der Situation gemacht. Ein Fahrrad ausgeliehen und einen National Park mit wunderschönen Stränden besucht Außerdem habe ich mein Glück beim Wellensurfen versucht. Ohne Surfkurs bei sehr hohen bis riesigen Wellen und starker Strömung, musste ich mir eingestehen, dass Surfen doch etwas schwieriger ist als es aussieht. Im Hostel habe ich mich dann noch mit zwei Engländern und einem Australier angefreundet, sodass man zu viert, der doch teils vorhandenen Langeweile, entgegenwirken konnte. Das waren echt witzige Jungs mit denen man leider nur Englisch sprechen konnte, was einem Spanisch nicht weitergeholfen hat. Um jetzt die „semana de turismo“ zu beenden, werde ich über das Osterwochende nach Punta del Este fahren, welches als das Monaco Lateinamerikas bezeichnet wird. Punta liegt auch
an der Küste, wobei es nur knapp zwei Stunden von Montevideo entfernt ist. Ich hoffe das Wetter wird dort besser sein.

 

Vamo‘ arriba!

 

Das gute Wetter musste genutzt werden… Wieder verbrachte ich das letzte Wochenende am Strand. Mit ein paar Kollegen aus der Schule sind wir an die Ostküste gefahren und haben dort das gute Wetter richtig genießen können. Feinster Sandstrand mit klasse Bademöglichkeiten inklusive.

 

 

Durch meine Gastfamilie habe ich Kontakt zu einem Ex-Schüler der DSM aufnehmen können, der in einer Fußballmannschaft spielt, die nur aus eben diesen Ex-Schülern besteht. Die Mannschaft trainiert dreimal wöchentlich und ist gleichzeitig Teil einer Liga, welche im April beginnen wird. Ich wurde sofort super von den Jungs aufgenommen, als ich das erste Mal zum Training kam. Trainiert wird, wie hier üblich, auf einer einfachen freien öffentlichen Rasenfläche oder auf einem Platz etwas außerhalb des Centrums. Das Training ist wirklich anspruchsvoll, kein loses ‚Rumgekicke. Auf den sehr bescheidenen Platzverhältnissen ist von technisch geschweige denn taktischen Spiel nicht die Rede. Der uruguayische Fußball ist mehr auf Zweikämpfe ausgelegt. Da wird nicht zurückgezogen bis es knackt.

Um weiter neue Leute kennenzulernen, bin ich am Mittwoch zu einem Stammtisch für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Uruguay gegangen. Jeden Mittwoch treffen sich in einer Bar junge Erwachsene aus den beiden Kulturen um sich auszutauschen. Die Sprache variiert dabei zwischen Deutsch und Spanisch.

Dieses Wochenende stand dann das Event Sport und Spaß an. Dieses Fest, welches von der Schule für die Grundschüler organisiert wurde und im zweiten Sitz der Schule in Carrasco, einem Nobel-Barrio, stattfand, stand ebenfalls unter dem Motto der Bikulturalität. Dort durfte ich als kulturweit-Freiwilliger natürlich nicht fehlen. Die Schüler machten ihr deutsches Sportabzeichen in einer von den Helfer kreierten „Stadt“. Ich habe dementsprechend zusammen mit anderen Lehrern eine Station betreut. Bei hervorragenden klimatischen Bedingungen hat die Arbeit richtig Spaß gemacht.

Heute habe ich dann das Wochenende im Parqué Rodó ausklingen lassen. Bei 29 Grad und starker Bewölkung war ich auf einer Feria in einem der, wie ich finde, schönsten Parks in Montevideo. Eine Feria ist nicht weiter als ein großer Markt auf dem man diverse Sachen kaufen kann. Von Klamotten über Schmuck bis Hundewelpen bekommt man hier alles.

Runde Nr. 2

Tag ein, Tag aus. Man gewöhnt sich langsam an das entspannte Leben in Montevideo. Die Sprachbarriere wird immer weiter aus dem Weg geräumt und in meiner jetzigen Wohnung fühle ich mich mega wohl. Das liegt besonders daran, dass meine Gastfamilie mich super aufgenommen hat. Das fängt schon damit an, dass ich abends ohne weitere Absprache oder finanzielle Unterstützung mitessen kann. Uruguayische Spezialitäten ohne Ende, die alle total lecker schmecken. Das Highlight war der Samstag. Nach einer langen Nacht, in der alles dem Motto St. Patrick unterlag, wurde ich von beiden zum Essen in ein typisches uruguayisches Restaurante eingeladen. Es gab Asado. Überragend!


Am Sonntag habe ich dann das gute Wetter genutzt und bin circa 70 Minuten mit dem Bus in Richtig Osten gefahren. Dort liegt der alte Badeort Altántida. Super schöner und langer Sandstrand. Bei 27 Grad konnte ich es mir nicht verkneifen einmal in die Fluten zu springen. Das braugefärbte Wasser des Rio de la Plata war perfekt zum Baden. Obacht: das Wasser vor Montevideo und Umgebung, was ebenfalls Uruguay von Argentinien trennt, ist nicht der Atlantik. Diese „Bucht“ nennt sich Rio de la Plata und ist dementsprechend etwas bräunlich gefärbt. Erst wenn man die Küste östlich weiter fährt, spricht man vom wahren Südatlantik. Der Sonntag hatte natürlich zur Folge, dass ich total verbrannt nach Hause kam.
In der Schule bin ich momentan immer noch bei Adriana, der sehr herzlichen Sekretärin der Schulleitung. So richtig in die AG’s sowie in den Sport und Schwimmunterricht werde ich, wie schon erwähnt, erst im April einsteigen. Nichtsdestotrotz hatte ich die Chance den deutschen Matheunterricht einer 10. Klasse angucken. Was für mich das größte Chaos war, war für den Lehrer noch eine ruhige Stunde. Keiner hat zugehört, alle haben sich unterhalten und es war einfach nur laut.
In meiner Freizeit nach der Schule versuche ich möglichst viel von Montevideo kennenzulernen. Aktuell spielt dabei auch noch das Wetter mit. Da ist der Bus das billigste und schnellst Verkehrsmittel um von einem zum andern Plaza zu kommen.
Des Weiteren gibt es eine Fußballmannschaft von Ex-Schülern der Deutschen Schule bei der ich wahrscheinlich mittrainieren kann. Das entscheidet sich allerdings erst in den nächsten Tagen. Sonst gäbe es auch die Möglichkeiten mit ein paar Eltern und Lehrern jeden Mittwochabend in der Halle zu kicken.
Für mich geht es jetzt ins Estadio Centenario. Der Klassiker Uruguay gegen Brasilien wartet

Start

Dann versuche ich mal mein Glück…
Am 12.03 ging es endlich los. Nach anfänglichen Visaproblemen am Hamburger Airport stand der Reise nichts mehr im Wege. Dass es dann so RICHTIG los geht, habe ich allerdings erst am Frankfurter Airport realisiert als ich in den Flieger nach Sao Paulo eingestiegen bin.“Auf geht’s!“
Der Flug war eigentlich relativ ruhig, wäre da nicht mein brasilianischer Sitznachbar gewesen, der geschnauft hat wie eine Bulldogge nach einem 500m Spaziergang. Naja…
In Montevideo angekommen wurde ich von einer super netten Deutschlehrerin abgeholt, die mich zu meiner WG brachte. Leider entpuppte sich die WG als ein „Loch“, in dem man nicht hätte wohnen können. Keine halbe Stunde später saß ich schon in einem nahegelegenen Hostel. Die Deutschlehrerin hat sich ebenfalls die WG mit mir zusammen angeguckt und musste erstmal schlucken, wie sie mir später erzählt hat. Sie hat mir direkt ihre Hilfe angeboten und mir eine Schlafmöglichkeit bei ihren Schwiegereltern angeboten. Gleichzeitig hat das Sekretariat von meinem Vorfall Wind bekommen. Auch sie haben mir ein Zimmer in einer Wohnung angeboten. Die Unterstützung war top!
Letztendlich bin ich gestern in ein Zimmer einer Wohnung im 7.Stock einer Familie gezogen.

Auch die Ankunft an der Schule war Klasse. Nachdem ich von jedem mit einem obligatorischen Küsschen begrüßt wurde, wurde mir von Adriana (Sekretärin) die Schule gezeigt (1500 Schüler, sowohl uruguayische als auch deutsche Lehrer, von Kindergarten bis zum Abitur).
Nach einem Gespräch mit der Schulleitung wusste ich, dass ich hier gut angehoben bin. Heute wurde dann mein Aufgabenfeld abgesteckt, welches optimaler Weise im sportlichen Bereich liegt. Am besten: Ich kann mit den 3. & 4. Klassen zum Schwimmen fahren. Meine ersten Tätigkeiten waren allerdings das Austeilen von der Post, wodurch ich Montevideo jetzt schon sehr gut kenngelernt habe. Den Eindruck, den ich dadurch erhalten habe ist echt klasse. Die Altstadt mit ihrer Architektur, La Rambla mit dem Panoramablick. Gleichzeitig ist es bombenheiß in den Straßen und es gibt wahnsinnig viele Moskitos.

Ein besonderes Erlebnis ist die Busfahrt. Türen während der Fahrt öffnen, minimale Standzeit, Fahrgäste springen wortwörtlich hinein und ab die Post! Hunderte Busse rasen durch die teils sehr engen Avenidas de Montevideo. Ganz nach dem Motto: „wer bremst verliert.“ Mein persönliches Highlight während der Bussfahrt: ein zahnloser Straßenhändler wirbt für Kaugummis.
Einzig die Sprache fällt mir noch schwer. Der Akzent ist doch schwieriger als gedacht. Dabei hilft die Tatsache, dass die Verwaltung und einige Lehrer der Schule kein Deutsch und viel Spanisch sprechen. Ebenso sollten meine Wohnsituation und der Sprachkurs helfen.

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