Sprachlosigkeit

Reisemaus, eine Maus, von Fernweh geplagt bereist die Welt und erlebt die größten Abenteuer, kehrt aber immer wieder nach Hause zurück! Schon als Kind war mir klar, ich werde die Welt bereisen, wie die Reisemaus-Abenteuer erleben, neue Freundschaften schließen, meine Gedanken finden und immer wieder nach Hause zurückkehren.

Ist es wie ich es mir vorgestellt habe? Nein ist es nicht, es ist noch viel großartiger, lehrreicher und unglaublicher als ich es mir jemals hätte vorstellen können. Eine meiner liebste Beschäftigungen wenn ich etwas zum ersten Mal sehe? Im Auto zu sitzen und der ständig wechselnden Landschaft zugucken. Neulich zum Beispiel bin ich von Jakarta nach Surabaya geflogen und dann mit dem Auto weiter zum Bromo, einem aktiven Vulkan in Ost-Java, Indonesien. Die Landschaft wechselt von der Stadt zu Dörfern bis hin zur Vulkanlandschaft, mit klarem Sternenhimmel und den Schatten der Berge in der Dunkelheit. Weiter und weiter, die Landschaft ändert sich von groben Felsen und Bergen zu feinen Sanddünen einer Wüste inmitten der majestätischen Berge. Durch den Sand, durch die Wolken und immer weiter, immer höher. Die Ohren ploppen, im Magen stellt sich ein komisches Gefühl ein, bis der Geländewagen mit einem Ruck anhält und man zu Fuß die letzten Schritte geht. Außer Atem und vollkommen durchgefroren, aber trotzdem durchgeschwitzt kommt man oben an, und findet den Atem auch erstmal nicht mehr wieder. Keine Worte der Welt könnten diesen Ausblick beschreiben, keine Worte dieser Welt wären gut genug diesen Ausblick zu beschreiben. Nur ein Wort findet die Grundlage dieses Ausblicks- Weite. Bäume, weiter zu Häusern, weiter zu Hügeln, weiter über Wolken, weiter über Berge, bis hin zu einem rosafarben rauchenden Vulkan, bis hin zu einer feuerrot aufgehenden Sonne. Und was ich am beeindruckendsten finde, all dies ist von der Natur eigenhändig geschaffen, bis auf die Häuser.

Einatmen, Ausatmen- trotz der Menschenmassen, die sich dieses Naturschauspiel anschauen herrscht bei mir vollkommene Stille. Stille der Entspannung, Stille der Fassungslosigkeit und Stille des Glücks- in diesem Moment werden keine Worte benötigt, sie würden den Moment nur zerstören. Gedanken liegen in der Luft, und wir atmen sie mit jedem Zug ein und atmen andere wieder aus.

Wieder im Jeep geht es wieder runter, durch die Sandwüste, an weiteren Atemberaubenden Ausblicken vorbei, an Meterhohen Felswänden vorbei durch Dörfer, zwischen tausenden Rollern und Motorrädern. Von der Stille des Moments ist nichts mehr zu spüren-hupen, Musik, knallen, Stimmen. Und trotzdem bleibe ich in Gedanken versunken, das bringt der Ausblick eben so mit sich. Weiter durch die endlosen Dörfer, weiter durch die Urwaldlandschaft mit den beeindruckensten Wasserfällen, weiter durch Lichtdurchflutete Laubwälder, weiter zwischen Affenbanden, weiter zur Küste, weiter durch Palmenwälder, bis hin zur nächsten Vulkanlandschaft-Ijen. Und alles beginnt von Vorn, nur anders.

Was ich am unglaublichsten finde? Dass ich die Möglichkeit habe diese Landschaften zu sehen, dass ich reisen kann, dass ich heute im Kindergarten mit Kindern darüber diskutiere ob es überhaupt einen nächsten Tag gibt wenn man nicht schlafen geht oder nicht, und ich morgen auf einem Vulkan stehe, oder am Strand auf Bali liege-erklär mir das mal einer.

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