Schlusslicht

Nun hat meine zweite Woche im Kindergarten angefangen und es macht immer noch sehr Spaß. Montag haben die Kids Sport – was sich zuallererst nach nichts besonderem anhört, artet innerhalb kürzester Zeit in ein Chaos aus. Die Kids müssen sich umziehen, von allen Seiten rufen hohe Stimmchen „Ich habe keine Hose“, „Mein T-Shirt ist nicht dort“ und „Ich kann meine Sportschuhe nicht finden“ , diese Probleme lassen sich allerdings innerhalb weniger Minuten lösen und die Kinder ziehen sich eigenständig, wenn auch nicht immer richtig, an. Danach kommen die Schuhe – dies dauert auch nochmal seine Zeit, da diese meist ohne Acht auf die Seiten angezogen werden und nochmal getauscht werden müssen.

Sind nun alle umgezogen stellen sie sich am Eingang der KiTa in berühmter Zweier-Reihe auf und suchen sich ihre Partner für den lange Weg (50 Meter) zu Turnhalle. „Habt ihr alle eure Wasserflaschen?“ -natürlich nicht. Sobald alle ihre Wasserflaschen haben geht es in einem Affentempo los zu Sporthalle. Dieses Tempo legt sich nach den ersten 10 Schritten allerdings wieder, weil Freunde aus der Grundschule vorbeikommen, Marienkäfer auf dem Weg laufen, ein Schmetterling vorbeifliegt, oder es einfach viel zu warm ist.

Der Anblick der sich mir als Schlusslicht mit je einem Kind an einer Hand bietet ist sehr lustig. Die ersten Kinder in der Reihe sind schon fast angekommen – wir kennen sie doch alle, immer pünktlich und perfekt ( ;D). Danach eine riesige Lücke, einfach weil es zu warm ist um das Tempo zu halten. Plötzlich entdecken ein paar Kinder aus dem letzten Viertel einen merkwürdig aussehenden Käfer und bleiben stehen um diesen genauer zu betrachten – kreischen, lachen und panisches rumgerenne. Als die Kinder aus dem vorderen Viertel Wind davon bekommen, dass etwas spannendes passiert drehen sie sich um, allerdings ohne vorher anzuhalten und schon liegen sie im Graben – noch mehr geschreie und gelache, noch mehr Kinder drehen sich um und kommen aus dem Gleichgewicht. Eine Kettenreaktion die von den Erzieherinnen keine freudige Reaktion einbringt.

Gefühlte 20 Minuten später stehen alle Kinder wieder in Zweier-Reihe auf dem Weg, kennen einen neuen Käfer und sind auf dem Weg in die Turnhalle. Dort angekommen wird getobt was das Zeug hält. Dann geht es auch schon wieder zurück, allerdings noch langsamer als auf dem Hinweg – und leider weniger neugierig.

Ich freue mich auf die kommende Zeit die ich mit den Kindern verbringen darf und hoffe, dass ich viel von ihnen lernen kann, wenn auch nicht den Gleichgewichtssinn.

Mari!

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