Leben und leben lassen

Der zweite Blogeintrag an einem Tag, vielleicht habe ich zu viel Zeit, oder auch nicht.

In den letzten 28 Tagen habe ich mich, so intensiv wie noch nie mit den Themen Rassismus, Sexismus und Kolonialismus auseinandergesetzt. Themen die mein Herz schneller schlagen lassen, weil ich auf dem Vorbereitungsseminar gemerkt habe wie viele tolerante, aufmerksame Menschen in dieser Welt herumlaufen, welche mir aber die meiste Zeit die Luft abschnüren, weil jeden Tag Menschen diskriminiert werden (auch wenn wir dies nicht mitbekommen) und weil ich so viele offene Fragen habe. Was ist Rassismus?, Habe ich schon mal offen einen Menschen rassistisch angegriffen, oder diskriminiert?, In wie fern sind die ehemaligen Kolonien immer noch von den Kolonialherrschern abhängig, oder werden abhängig gemacht? -Fragen über Fragen, auf die ich leider keine Antwort habe,  und über die ich mir in diesem Maße leider vor 28 Tagen noch nicht solche Gedanken gemacht habe. Doch trotz dessen habe ich das Gefühl, dass ich obwohl mir vieles noch unklarer ist als vor einem Monat ich so viel mehr gelernt habe, über die Menschen und ihre Gedanken an sich, und über den Sensiblen Umgang mit den Erdlingen (um hier einmal ein bisschen lustig zu sein, man kann es ja mal probieren).

Nach dem Seminar bin ich voller Vorfreude in meine Einsatzstelle gegangen und habe erwartet auf gleiche Gedanken zu stoßen. In dieser Erwartung wurde ich leider enttäuscht, aber ich mache mich weiter auf die Suche. Ich bin dankbar die Möglichkeit zu haben so weit zu reisen und andere Kulturen kennenzulernen.

Ich hoffe in den nächsten Monaten viel über verschiedene Menschen zu lernen und diese Denkweisen dann tolerieren zu können.

Ich habe kurz vor meiner Ausreise (also vor 2 Wochen, haha) kurz gedacht, wie cool es doch wäre die Welt zu retten. Aber jetzt (zwei Wochen später) merke ich, wie egoistisch diese Denkweise doch ist, und das die Welt vielleicht gar nicht gerettet werden muss. Um diese Welt ein klein wenig besser zu machen, muss nur jeder sein eigenes Handeln und Denken hinterfragen und das seiner Mitmenschen vielleicht auch ein bisschen.

In diesem Sinne „Leben und leben lassen“ (manche Dinge müssen wir manchmal einfach nicht verstehen ;)).

P.S.: Lasst dieses „Die“ und „Wir“ weg, wir sind hier nicht in der Grundschule beim Völkerballtunier.

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