Habari! Von Kiswahili Stunden, Giraffen und Pumbas, pinkem Wasser und dem Tag der Deutschen Einheit

„Habari – hello (lit. News)“ So steht es nun in meinem Notizbuch nach meiner ersten Kiswahili Stunde letzte Woche. „Habari“ heißt zwar im normalen Sprachgebrauch hallo und kann durch gewisse Zusätze verschiedenartig instrumentalisiert werden (z.B. Habari yako? – wie geht’s?), genau übersetzt heißt Habari jedoch Nachrichten oder Neuigkeiten. In diesem Sinne könnt ihr euch schon denken, was jetzt folgt – Habari(s) von meinen Erlebnissen in Nairobi!

Meine Highlights der letzten Woche umfassten sowohl Treffen mit Giraffen und Pumbas im Giraffencenter in Nairobi (pumbavu heißt übrigens „dumm/blöd“ auf Kiswahili, eine lustige Referenz zu Disney´s Timon und Pumba), pinkes Wasser und Flamingos und Baden in heißen Quellen am Magadisee, wo wir einen Wochenendausflug hinmachten, ein Filmscreening zur Pressefreiheit in Afghanistan sowie die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

Aber nun noch einmal von Anfang:

Wir schreiben den 25. September 2016 – wie schnell die Zeit vergeht…! Letzte Woche Sonntag fuhren Chris und ich zuerst zum Karen Blixen House, dem Anwesen der berühmten dänischen Schriftstellerin, die u.a. das Buch „Out of Africa“ (1937) verfasste, das mit den folgenden Zeilen beginnt: „I had a farm in Africa at the foot of the Ngong Hills. The Equator runs across these highlands, a hundred miles to the north, and the farm lay at an altitude of over six thousand feet. In the day-time you felt that you had got high up; near to the sun, but the early mornings and evenings were limpid and restful, and the nights were cold“. Am Fuße der Ngong Hills (ihr erinnert euch an meinen letzten Bericht) besaß Karens Blixen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Kaffeefarm, die sie aufgrund von wenigen Erträgen bald aufgeben musste. Das Wetter, welches Blixen beschreibt – tagsüber warm, nachts kalt – trifft so allerdings auch noch heute auf Nairobi und seine Umgebung zu.

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Anschließend fuhren wir zu dem Giraffencenter in Nairobi, das zum Schutz der bedrohten Netzgiraffen in Kenia eingerichtet wurde. Wir beobachteten die majestätischen Tiere und durften sie sogar streicheln und füttern – Giraffen haben sehr raue und antiseptische Zungen, weshalb sie nicht aus dem Mund riechen. Das 3-Wochen alte Baby Pumba trug mit seiner tollpatschigen Art sehr zu unserer Belustigung bei. Hier sagen Bilder mehr als tausend Worte.

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Der Wanderweg des Giraffencenters führte uns zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man die Ngong Berge sehen konnte, auf denen wir letzte Woche gewandert waren. Auf dem Rückweg machten wir mit einer Deutschen Bekanntschaft, die bei der Weltbank arbeitet und uns eine Mitfahrgelegenheit anbot. Welch’ eine nette Überraschung!

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Die Ngong Hills sind im Hintergrund zu erahnen.

Arbeitstechnisch ist in der letzten Woche nicht allzu viel passiert. Die Leiter der Abteilungen waren allesamt auf Dienstreise in London oder Paris und so nutzte ich die Gelegenheit, um mich tiefgründiger mit den Strukturen der KNATCOM vertraut zu machen, administrative Angelegenheiten zu klären und an diversen Projekten zu arbeiten.

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Das National Bank Building. Unser Büro befindet sich im 14. Stock.

Letzten Dienstag wurden wir Freiwillige zu einem Kennenlernen in die Deutsche Botschaft eingeladen, wo wir von dem Leiter der Kulturabteilung empfangen und zu den Feierlichkeiten des Tages der Deutschen Einheit am Freitag eingeladen wurden. Abends trafen wir Freiwilligen uns erneut, um ein Filmscreening („Frame by Frame“) zu besuchen, in dem es um den Wiederaufbau des Fotojournalismus in Afghanistan ging, dessen Freiheit lange Zeit von den Taliban eingeschränkt wurde. Abendaktivitäten dieser und letzter Wocheumfassten den bereits angesprochenen Kiswahili-Kurs, den wir jetzt einmal wöchentlich in unserem Bürogebäude haben werden sowie schweißgebadete, aber auch sehr entspannende, Hot Yoga-Stunden. 😀

Am Freitag fanden schließlich die vorgezogenen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit statt, zu denen wir Freiwillige in die Residenz der Botschafterin eingeladen wurden. Neben üppigem deutschem Essen (Sauerkraut, Kartoffelsalat, Leberkäse, Brezeln und Schwarzwälder Kirschtorte) trafen wir auf eine Reihe bekannter Gäste; Frau Hendricks, deutsche Bundesumweltministerin war als Ehrengast anwesend. Zudem war ich überrascht und erfreut zugleich, als ich einen alten Bekannten aus Deutschland wiedertraf, der gerade ein Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Nairobi absolviert. Wie klein die Welt doch ist.

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Gestärkt verließen wir das Gelände und machten uns auf den Weg zu einer, vom Goethe-Institut organisierten Vorführung des Semperoper Balletts Dresden. Anschließend begrüßten wir Lara, Freiwillige in Meru, Kenia, die über das Wochenende nach Nairobi gekommen war, um zusammen mit Jennie, Chris und mir am Samstag zum Magadisee zu fahren. Mit einer Reisegruppe von ca. 30 Menschen brachen wir morgens um 7 mit einem Bus zu dem 100km entfernten See in Richtung Tansania auf. Auf dem Hinweg platzte uns zwar 2-Mal der Reifen, aber der Ausblick aus dem Bus heraus, versöhnte uns schnell wieder mit der erheblichen Verspätung, mit der wir am Magadisee ankamen. Wir beobachteten das pinke Wasser des Sees (offenbar wird eine Chemikalie in Teile des Sees gegeben, die das Salz aus dem Wasser absorbiert und für die ungewöhnliche Farbe sorgt), sahen viele Flamingos und sogar zwei Giraffen in freier Wildbahn und verbrannten uns in heißen Quellen (40C+) die Füße. Nach einer holprigen Rückfahrt kamen wir abends um 11 wieder in Nairobi an und verbrachten noch einen langen Abend in unserem Wohnzimmer. Der Sonntag war daher eher zum Ausruhen und zum Einkäufe erledigen gedacht.

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P.S.: Als ein kleiner Nachtrag zum International Day of Peace, hier ein Bericht mitsamt Fotos zum Event:

http://www.unesco.org/new/en/nairobi/about-this-office/single-view/news/international_day_of_peace_in_nairobi_sdgsbuilding_bloc/#.V-zclmOO7q3

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