Добре дошъл в Смолян!

Einfach unglaublich! Es ist erst fünf Tage her, dass ich meine Haustür hinter mir zugezogen habe ohne einen Schlüssel mitzunehmen und trotzdem habe ich schon so viel erlebt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu berichten.

Die gute Nachricht zuerst: Nach einer langen und anstrengenden Reise bin ich gut und sicher in Smoljan angekommen und habe meine kleine, gemütliche Wohnung bezogen! Anfangs war es schon ein krasser Kontrast zum Vorbereitungsseminar plötzlich alleine in einer Wohnung zu leben und nicht mehr dauerhaft von ca. 180 mehr oder weniger verrückten Freiwilligen umgeben zu sein. Doch mittlerweile fühle ich mich sehr wohl, was nicht zuletzt an der unfassbar offenherzigen, hilfsbereiten und freundlichen bulgarischen Bevölkerung liegt! Das Wort Gastfreundschaft wird hier einfach groß geschrieben! Und zwar nicht nur im wörtlichen Sinne… 😉  

Als ich mich an meinem ersten Tag sehr motiviert auf den Weg gemacht habe, um mit Hilfe von Google Maps (mein Freund und Helfer!) das Schwimmbad zu finden und mich nach einem Schwimmverein zu erkunden, bin ich mit meinem Überlebens-Bulgarisch „Говорите ли английски/ немски?“ leider sehr schnell an meine Grenzen gestoßen, denn Deutsch und Englisch sind hier außerhalb der Schule nicht sehr weit verbreitet. In Bulgarien ist das aber kein Problem! Nachdem sich sechs Leute ca. 20 Minuten lang die Mühe gemacht haben meinem Bulgarisch-Englisch-Hände-und-Füße-Kauderwelsch zu folgen, wurde kurzerhand ein Kumpel angerufen, der mal fix am Telefon zwischen Englisch und Bulgarisch übersetzt hat. So habe ich zwar immer noch keinen Schwimmverein gefunden, weiß aber immerhin an wen ich mich in der nächsten Woche wenden kann!

Langeweile kommt in der Zwischenzeit bestimmt nicht auf! Denn obwohl Smoljan eine Kleinstadt ist, handelt es sich zumindest laut einigen der ca. 28.000 Einwohner um die längste Stadt Bulgariens. Wie kleine Perlen reihen sich die verschiedenen Ortsteile dabei in einer Kette aneinander und führen ca. 16km lang durch das Tal des Flusses чернa (schwarz), welcher momentan unaufhaltsam das Wasser der Schneeschmelze transportiert. Doch auch sonst hat Smoljan einiges zu bieten, wie etwa das größte Planetarium Bulgariens, verschiedene Kirchen und Museen, eine moderne Fußgängerzone sowie eine wundervolle Landschaft…

Die große, orthodoxe Kathedrale 

Die Fußgängerzone von Smoljan

Der Fluss чернa

Der Park Свобода

Mittlerweile finde ich mich immer besser zurecht und auch Google Maps ist nicht mehr mein ständiger Begleiter. Kompliziert wird es trotzdem manchmal. Eine kleine Anekdote am Rande: Gerade erst heute wollte ich meinen Kühlschrank mit frischer Butter füllen. Als ich das Päckchen dann aber zum Abendessen öffnete, kam die böse Überraschung: Meine Übersetzung des Wortes „Butter“ schien wohl doch eher frei gewesen zu sein, sodass aus der Packung am Ende eine bestialisch stinkende, undefinierbare Masse herauskam, die zum Schutz des Geruchsorgans direkt im Mülleimer gelandet ist. Was lerne ich daraus? Es wird Zeit sich einen Sprachkurs zu suchen!

Bis demnächst!

 

 

Mein Überlebens-Bulgarisch:

Sprechen Sie Englisch/ Deutsch?   – Говорите ли английски/ немски? 

Hallo                                                   – Здравейте (Zdraveyte)

Guten Tag                                          – Добър ден (Dob-r den)

Tschüss                                               – Чао (Tschao)

Danke                                                 – Благодаря (Blagodarya)

Entschuldigung                                  – Извинете (Isvinete)

Wo ist…                                              – къде е… (Kade e…)

Bei Letzterem hoffe ich dann doch insgeheim, dass ich keine Antwort auf Bulgarisch bekomme… 🙂  

 

 

3 Gedanken zu „Добре дошъл в Смолян!

  1. Ich als Freund regionaler Spezialitäten würde mich sehr darüber freuen von der „Bulgarische Butter“ einmal kosten können. Vielleicht löst sie ja meinen bisherigen Favoriten, die Andouillette, ab.
    Bitte vor Einfuhr nach Deutschland 🇩🇪 auf Legalität prüfen 😉

    • Mal sehen, ob du das immer noch sagst, wenn du die Verpackung öffnest! ;P
      Mittlerweile habe ich übrigens „Deutsche Markenbutter“ gefunden und zwar nicht beim Lidl, sondern bei einer Bulgarischen Supermarktkette! Liebe Grüße nach Hause!

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