Endlich da.

Nur kurz voraus: Ich bin erst etwas mehr als 24 Stunden hier und möchte nur kurz mein Ankommen zeigen :) Also natürlich bin ich kein Togo/Lomé-Experte, sondern es handelt sich im Folgenden nur um erste Eindrücke, die ich gerne runterschreiben wollte ;)
Also.
Fetzig. Das ist glaube ich das Wort, dass ich die letzten vierundzwanzig Stunden, die ich „schon“ in Lomé, Togo, bin, am häufigsten gedacht habe. Ist jetzt auch schwierig irgendwo anzufangen. Hier ist es doch schon echt warm, wohl eher extreme Hitze für mich, die doch eher von nordischer Kühle Fan ist, und es ist auch sehr schwül (auch wenn die Loméer, mit denen ich bis jetzt gequatscht habe, behaupten, dass das noch nicht mal am krassesten sei – es gehe also noch schlimmer, oh Gott).
Kommt mir grade echt nicht wirklich so vor als ob ich schon richtig, wirklich hier wäre, echt merkwürdig. Beziehungsweise es fühlt sich nicht so an, als ob ich wirklich so lange hier bleiben würde. Fühlt sich grade eher nach Zwei-Wochen-Urlaub an. But that’s gonna sink in soonish, I guess.
Anyway. Jedenfalls bin ich gestern hergeflogen. Christiane (die auch mit mir hier in Lomé am Goethe-Institut arbeiten wird) hab ich in Paris am Flughafen dann auch mal gefunden, aber nach dem Einchecken haben wir uns dann direkt wieder verloren, da wir in dem Riesenflieger nicht nebeneinander saßen. Dafür hab ich erst mal meine erste togoische sechsstündige Begegnung mit einem Herren mittleren Alters, Clément, machen dürfen, der mir direkt anbot, sich jeden Tag mit mir zu treffen, um mir Lomé zu zeigen. Freundlicher Typ.
Beeindruckend war Lomé von oben aus dem Flugzeug zu beobachten. Lomé schien im Dunkeln weniger beleuchtet, deutsche Großstädte sind viel heller, wenn man drüber fliegt. Wenn ich jetzt vor das Haus meiner Gastfamilie treten würde, wäre ich eigentlich komplett im Dunkeln, obwohl ich mitten in der Stadt in einem Wohngebiet untergekommen bin, aber unsere Straße an unserer Ecke hat keine Straßenlaternen. Je tiefer der Flieger ging, desto beschlagener wurden die Fenster – so schnell, dass man, als wir landeten, überhaupt nicht mehr durch die Fenster durchschauen konnte. Als ich vom Flugzeug in die loméische Luft stampfte, war klar, warum: Luftfeuchtigkeit. Wie eine Wand, in die man reinläuft. Eine dicke Wand. Schon als meine Mitfreiwillige und ich am Bus unten am Flugzeug ankamen, war ich schon vollkommen durchgeschwitzt, sehr nice. Als wir in das überschaubare Flughafengebäude kamen (es wird momentan nebenan ein neuer Flughafen gebaut), wurde erst einmal von Menschen in weißen Kitteln die Temperatur der Einreisenden genommen. Anschließend mussten wir noch einen Gesundheitszettel ausfüllen. Es ging wohl um Ebola (welches in Togo soweit ich weiß, gar nicht ausgebrochen war). Wird momentan immer noch in vielen westafrikanischen Staaten an den Flughäfen gemacht, wurde mir erzählt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann durch die Passkontrolle durchgekommen und unsere Gastfamilies haben uns abgeholt. Wir sind dann mit einem Taxi erst zu C.’s Gastfamily gefahren und haben dort eine Koliko gegessen, was aus Yams gemacht wird, mit einer scharfen Soße.
Dann gings weiter zu meiner Gastfamily. Ist ein großes Haus mit hoher Mauer drumherum. Wir haben sogar einen eigenen Brunnen im Hinterhof :D Mein Zimmer jedenfalls hat stolze 20 qm und genau eine stolze Steckdose – immerhin :) Gestern bin ich jedenfalls mega fertig gewesen und dann in mein Prinzessinnenähnlichesmoskitonetzhimmelbett gefallen. So gut schlafen konnte ich allerdings nicht. Es hat super laut geregnet (so eine Flut an Regen hab ich gefühlt noch nie gehört), deswegen bin ich andauernd wach geworden. Und es war so unglaublich heiß. Aber heute morgen ging es mit der Hitze, hat sich durch den Regen wohl etwas abgekühlt. 
Gegen Neun kam C. zu mir rübergelaufen (die wohnt zu Fuß etwa 10 min von mir, also nicht allzu weit) und dann sind wir an die nächst größere Straße gegangen und haben nach zwei Motofahrern gesucht, die uns in die Innenstadt mitnehmen (mit dem Moto etwa 10 bis 15 Minuten). Motos sind so Motorradroller und irgendwie scheint ganz Lomé damit unterwegs zu sein, sie werden genutzt wie ein Taxi, man setzt sich einfach hinten drauf. Die Fahrt von mir daheim bis zum Goethe-Institut hat umgerechnet etwa 50 Cent gekostet. Abgesehen von der Angst während des Fahrens macht Moto fahren aber auch richtig Spaß. Mittlerweile besitze ich zumindest einen Helm. Immerhin. Deswegen gehts. Ich bin da einfach eher der Angsthase. Es gibt natürich auch Busse, aber die fahren nicht zwischen der Strecke von meinem Zuhause und der Arbeit. Man kann ansonsten auch unten an der Strandstraße ein Taxi nehmen, dann muss man aber feste Strecken fahren. Mit dem Moto gehts von Haus- zu Haustür.
Das Goethe-Institut wird jedenfalls für die nächsten fünf Monate mein absoluter Lieblingsplatz. Es besitzt nämlich Klimaanlagen. Dort sind die Mitarbeiter super nett und freuen sich irgendwie alle, dass C. und ich da sind. Bin mal gespannt, wie die nächsten Tage so werden. Heute haben wir hauptsächlich Institutssitzung, Institutsführung und allgemeinen-Krams-besprechen gemacht, also noch nicht richtig gearbeitet. Das geht dann hoffentlich morgen los, ich bin schon sehr gespannt :)
So. ich geh dann jetzt schlafen. Ich freu mich schon drauf, den nächsten Eintrag zu schreiben und natürlich freu ich mich über jeden Leser :)

4 Gedanken zu „Endlich da.

  1. Ines, ich will verdammt nochmal krasse Fotos zu dem krassen Text sehen! ;)
    Ja, diese Duschen vermisse ich tatsächlich :D Aber das klingt doch alles ganz gut soweit. Wobei ich auch stark dafür wäre, dass du mit Helm fährst und auf dich aufpasst :) Profites!

  2. KRASS! Viel Spass bei der Sauna! Pass gut auf dich auf:)!

  3. Ich bin sooooooooooooo neidisch! Ich will auch ??? Und ich bin super froh dass du heile unten angekommen bist ….so ch warte gespannt auf Bilder! Fühl dich gedrückt!

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