19° 2′ 28.668″ N, 98° 12′ 22.319″ W

Da wo ich hingeh´ hält man es nur mit Tabletten aus.

Zwangsläufig erhalte ich diesen Eindruck beim Anblick des karierten Rucksacks, der mich durch die letzten Wochen in München begleitet. Er ist prall gefüllt mit Medikamenten. Sprays, Pillen und Salben, Tuben und Schachteln. Für alle Fälle. Eine Reiseapotheke, zusammengestellt von meiner Ärztin, um mich gegen jede erdenkliche Art der Erkrankung zu wappnen. Es ist teuer, gesund zu bleiben. Ich hatte nicht erwartet, einen Großteil meiner Ausgaben im Laufe der Vorbereitungen für Impfungen und Medikamente zu tätigen.

Ich drehe der Apotheke den Rücken zu und lasse den schnaufenden Motor des Autos anspringen, ich fahre zurück nach Hause. Wie ein Scheerenschnitt am Rande einer Landschaft von hell- und dunkelgrünen Flächen liegen vor mir die Alpen. Hier und da blitzen rot die Ziegeldächer in der Sommerluft.

Wanderstiefel darf ich nicht vergessen, denke ich.

Auch Puebla ist, eingebettet in ein Tal der Sierra Nevada auf 2.175 Metern Höhe, von Fels umgeben. Vier Vulkane erheben sich über die Stadt; die größten Méxicos. Im Norden der La Malinahe (4.420 Meter Höhe). Inaktiv. Im Osten der Citlaltépetl (5.610 Meter Höhe) Inaktiv. Im Westen der Iztaccíhuatl (5.268 Meter Höhe) Inaktiv. Und der Popocatépetl (5.462 Meter Höhe). Aktiv.

Die Natur Zentralméxicos ist „wild und wunderschön“, wie mir verschiedenste Reiseführer versprechen. Und manchmal unberechenbar, laut den Warnungen der Einwohner. Ebenso wie das Wetter: Tagsüber staut sich die Hitze bei 25 bis 28 Grad Celsius zwischen den bunt gekachelten Stadtmauern. Doch mit der Nacht kriecht die Kälte aus den Falten der Berge und die Temperatur kann auf 3 bis 5 Grad hinabstürzen.

Ich denke an meine Packliste.

Sie ist lang und immer noch nicht vollständig. Obwohl seit Tagen der große grüne Koffer in meinem Zimmer darauf wartet, gefüllt zu werden.

Dicke Jacke mit Schafsfell-Einsatz, schreibe ich im Geiste dazu. Ursprünglich hatte ich sie angeschafft für mehrere Tageswanderungen in Schottland.

Puebla ist anders als München. Puebla ist ähnlich. Puebla ist fremd und weit entfernt. Und gleichzeitig, durch die Kontakte, die ich bereits nach dort drüben aufgebaut habe, schon ein bisschen nahe.

Du wirst viele neue Erfahrungen mitnehmen, von deiner Reise! Ein Satz, den ich in den letzten Monaten so oft gehört habe, wie keinen anderen. Zweifelsohne wird jeder, der ihn aussprach, Recht behalten.

Fakt ist: Schon die Zeit der Vorbereitungen, der Organisation und Koordination tausender kleiner Dinge, ist voll neuen Herausforderungen.

8 Comments

    1. Marilene Langemann

      Hola, Cynthia! Muchas gracias por tu comentaio, está super que lees los artículos! 🙂 Me siento lista de ir a México ahora y me gustaría visitarte en Guadalajara o quedarte en Puebla (o un otro sitio) algun día! Muchos saludos, nos vemos!

  1. Cathi

    Hey Mari,
    deine beiden Artikel sind bis jetzt echt super geworden! Es ist wirklich sehr interessant zu erfahren wo du hin fliegst und was Mexiko so für dich bereit hält 😀 Es wird auf alle fälle eine spannende Zeit werden 😉 Ich freu mich mehr zu hören bzw. zu lesen.

  2. Teresa

    Ich finde es schön, wie du deine Eindrücke und die Informationen über Mexico in deinem Text miteinander verknüpfst.
    Schade, dass das mit dem Raumschiff so teuer ist, sonst wäre ich gerne mal für ein paar Stunden bei dir vorbeigeflogen 😉 Ich denke, dass Problem wird nicht sein, dass du etwas vergisst, sondern dass nicht alles in den Koffer passt. Viel Erfolg dabei!

    1. Marilene Langemann

      Danke! Noch weiß ich ja nicht allzu viel zu berichten über Puebla. Aber ich hoffe sehr, dass ich in den sechs Monaten dazu kommen werde, dort zu wandern. Vielleicht kann man sich die Vulkane ja aus der Nähe anschauen. Ach, wer braucht schon Raumschiffe?! Lies nur immer fleißig die neuen Artikel, ich werde mir alle Mühe geben, México mit Buchstaben zu dir nach Hause zu bringen.:P

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