Alles hat ein Ende, nur Kulturweit hat zwei

Im Zug, alles erscheint so unwirklich und die Zeit verging seltsam schnell, draußen im Wald joggt rückwärts ein Mann. Ich kann es nicht begreifen und trotzdem vermiss ich jetzt schon alles. Meine WG mit Pizzabacken, Mona und Anne, die mir immer und überall die Zeit versüßt haben, meine 6. Klasse, die mir wie kleine Geschwister ans Herz gewachsen sind und mich nur unter Gruppenkuschelumarmungen gehen lassen, aber natürlich auch meine ganzen anderen Schülerinnen und Schüler, allgemein Polen, im speziellen natürlich lublin, mein zweites zu Hause mit allen schönen Ecken und Kannten, die wunderschöne Sprache, herzliche Gastfreundschaft und sowieso alles. Ich fahre, vollgepackt mit Sachen, Erinnerungen und Ehrfahrungen, meinem bestandenen polnisch A1 Level und jeder Menge neuer Eindrücke. Versuche in meinen Gedanken nochmal zurückzudenken, wünsche, dass ich, so wie der Mann im Wald rückwärts joggt, auch zurück könnte um einfach Momente noch einmal zu durchleben. Ich fahre und plane schon gleichzeitig meine Rückkehr, denn eins steht fest: ich komme wieder!
Schon sind wir in Berlin, obwohl wir fast entgleist sind und stecken wieder mitten drinnen im Kulturweitflow. In der Hoffnung, dass nicht alles im Fluss der Zeit verschwindet, bin ich gespannt darauf zumindest einige der Kulturweitfreiwilligen und natürlich meine Freunde und Familie wieder zu sehen und hoffe, dass sich alles, aber auch nichts verändert hat. Dass wir reich geworden sind an Erfahrung und Eindrücken und gleichzeitig immer noch so vertraut miteinander umgehen können. voll Vorfreude und Ungewissheit stehe ich am Ende und am Anfang, unschlüssig wie alles weiter gehen soll, Melancholie beschleicht mich im Rückblick auf mein vergangenes halbes Jahr und doch gleichzeitig Freude und Spannung neue Grenzen zu überschreiten.

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