27.09.

Ein kleines Loch inmitten des Stresses. Ein wenig Verlässlichkeit inmitten der Verlorenheit in einer fremden und verwirrenden Mentalität. Ein Tintenklecks in zartem Orange, der sich unerbitterlich durch die graue Hektik frisst und unhaltbar seine Fäden spinnt. Fäden der Hoffnung, Fäden der Ruhe. Für diesen Augenblick schweigt der Wind in der Steppe. Der erkaltende Atem schwebt vor uns und treibt langsam auseinander. Die Staubspuren in der Ferne tun es ihm gleich. Da ist nichts bombastisches, kein Donner. Alles ruht in blassen Schleiertönen. Der Muezzin ruft zum Gebet, wartet auf meinen nächsten Atemstoß und schickt seine Botschaft abermals in die Weite. Fernes Beben, ferne Autos. Wie ein hauchdünn geschnittenes Schollenfilet liegt eine Wolke in der Luft, unfähig zu entkommen bevor die Nacht sie veratmet. Es gibt Sekunden die niemals enden sollten. Es gibt Momente in denen es wichtig ist nicht allein zu sein, auch wenn man kein Wort spricht, keinen Blick und vermutlich auch keinen Gedanken teilt. Da ist eine Kiesgrube, wohl außer Benutzung, klein und mit einem alten kaputten Förderband. Die Berge verschwimmen ineinander zu einem dunklen, blauen Grau – sie haben ihre Tiefe verloren und sind nur noch Fassaden.

Ein Gedanke zu „27.09.“

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