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Chinatown und der tote Fahrer

Klingt wie ein Sherlock Holmes Krimi, wird es leider nicht.

Gestern war ich das erste Mal in Chinatown AKA dem Barrio Chino in Buenos Aires. Barrio (Stadtviertel) ist allerdings sehr übertrieben, da das Barrio Chino so ungefähr zwei halbe Strassen umfasst. Die sind dafür aber vollgestopft mit chinesischen Restaurants, Ornamenten und Sushi. Genau das habe ich gestern auch probiert, nachdem mich meine Koordinatorin aus der Schule spontan zum Essen eingeladen hat. Ich weiss nicht, ob es das auch in Deutschland gibt, aber wenn ja, muss ich wissen, wo: frische, komplette Sushirollen aus dem Kühlregal. Für umgerechnet ein paar Euro kann man sie dort im Supermarkt mit verschiedensten Füllungen kaufen, sie zuhause in beliebig grosse Stücke schneiden (Oder reinbeissen, aber das ist dann wohl nicht ganz stilgerecht) und glücklich sein. Trotzdem vergisst natürlich niemand, dass man sich in Argentinien befindet, und so sind die Frühlingsrollen mit Hackfleisch gefüllt. Empanadas gibt es auch, ich muss allerdings sagen, dass ich noch nie so schlechte gegessen habe wie im Barrio Chino…

Die Supermärkte in Chinatown sind auch die einzige Quelle für Kokosmilch, die ich bis jetzt ausfindig machen konnte. Die erste Kürbissuppe diesen Herbst haben wir aber diese Woche schon ohne hinbekommen.

Donnerstag ist der einzige Tag der Woche, an dem ich nicht mit dem Auto mitgenommen werden kann und deswegen den Bus nach Lanús nehmen muss. Das ist auch kein Problem, es gibt eine Linie die ganz gut von meiner Wohnung bis zur Schule durchfährt. Letztens klebte im Bus ein selbstgeschriebenes Schild: Liebe Passagiere, auf dieser Linie kam es in letzter Zeit oft zu Diebstählen und Gewalt gegen andere und den Busfahrer. Sollte sich das nicht bessern, wird es Konsequenzen geben (so ungefähr übersetzt). Ich hab mir darüber nicht weiter Gedanken gemacht.

Heute morgen warte ich dann wie immer auf den Bus, der eigentlich alle zehn Minuten kommt, bis mir jemand nach zwanzig Minuten sagt: wartest du etwa auf die 9? Die fährt nicht mehr, sie haben einen Busfahrer getötet. Bueeeeeeno, denke ich, vielleicht besser, nicht mehr mit der 9 zu fahren. (Ich habe später rausgefunden, dass es garnicht in der Linie 9 passiert ist, sondern aus Solidarität alle Süd-Linien der Stadt gestreikt haben). Es gibt nur leider keine andere Möglichkeit nach Lanús zu kommen. Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich habe heute ein bisschen das Zentrum von Lanús kennengelernt und einen Rekord im zu spät kommen aufgestellt.

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