Große kleine Surrealitäten

Wie beginnt man einen finalen Beitrag, den man eigentlich nicht schreiben möchte, den man seit vier Monaten (unglaublich..) vor sich hin- und herschiebt?

Die neuen Freiwilligen sind ausgereist, schreiben über ihre Erlebnisse, über die neuen Sprachen, die sie lernen und mittlerweile auch über ihre Zwischenseminare.

Die Tage, die Wochen, die Monate ziehen vorbei. Doch ankommen? Fehlanzeige. Zum Glück gibt der russische Laden mit seinen Quarkriegeln und mein Sprachkurs an der Uni ein wenig Glücks- und „Zuhause“-Gefühl.

Wie es ist, zurückzukehren?

Ich weiß es nicht. Mit dem Kopf und Herzen bin ich noch auf der Brester Allee der Kosmonauten.

Es ging alles sehr schnell, schneller als man es sich im Nachhinein gewünscht hätte. Auf einmal Sachen in blaue Pakete verpacken, die Zöllner nerven und zurückgenervt werden und sie verschicken.

Und dann plötzlich in den Zug nach St. Petersburg steigen, Moskau, Yerevan, Tbilissi, Batumi und schließlich Kutaissi – Kiew – Berlin.

Gedanken an die letzte Nacht, an die 1,5 Stunden Schlaf, bevor Mariana und ich um 3 Uhr morgens aufgebrochen sind. Die Riesennervosität, so sehr, dass man fast kollabiert.

Jetzt sitze ich hier, die Tage kommen und gehen schnell und ich denke an Minsk; an den eigentlich gar nicht so hässlichen Prospekt, an das KGB-Gebäude, den obligatorischen Lenin.

An das Jahresvisum. Scheiße, jetzt muss ich entweder eine Datscha kaufen oder einen Belarussen heiraten, um ein lebenslanges Visum zu bekommen? Nicht so die Lösung. Es ist wie eine Mauer von Trump, vor der man steht, nur dass man sie für 60€ überwinden darf.

Ich weiß es nicht, aber es fühlt sich alles noch sehr unwahr und nicht real an, als wäre ich in einer Blase gefangen, die nicht platzen möchte. Gleichzeitig ist in dem Gedanken, dort gewesen zu sein noch viel mehr Surrealität enthalten.

Ich möchte hier kein Tschüss druntersetzen, ich bin da noch nicht so richtig in der Lage.

Vorerst sage ich aber nur: Schlafe gut, kleiner Blog, aber ich weiß, dass ich dich irgendwann, schneller als erwartet, aufwecken werde.

спи спокойно мой ребёнок