Die Demokratie-Ikone Myanmars, Daw Aung San Suu Kyi, hat heute eine zweifelhafte Auszeichnung erhalten: Vom Committee to Protect Journalists wurde sie als Biggest Backslider in Press Freedom ausgezeichnet.

Meiner Meinung nach ist das nicht gerade eine hilfreiche Art und Weise mit der wachsenden Bedrohung für die Presse- und Meinungsfreiheit in Myanmar um zugehen… Aber Aufsehen erregt es auf jeden Fall. Aufsehen, dass vielleicht dringend nötig ist, denn gerade in den letzten Monaten hat sich die Lage für Journalisten aber auch für kritisch denkende Bürger Myanmars verschlechtert. Die Tageszeitung Mizzima „Myanmar’s press freedom in freefall“ gibt einen Überblick über den Status-Quo der Pressefreiheit in Myanmar.

Von Süden nach Norden

Die freien Tage um Weihnachten und Neujahr lockten mich raus aus Yangon und ich reiste los, vom Süden Myanmars in den Norden. Von trockenen savannanartigen Landschaften mit tausenden Pagoden bis hin zu saftig grünen und nassen Reisfeldern zwischen Urwäldern und Bergen. Teilweise war ich zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen und Freunden, teilweise allein oder aber mit neuen Reisebekanntschaften. Doch bevor ich hier in eine endlose Auf- und Nacherzählung meiner Erlebnisse übergehe und vergeblich in meinem Wortschatz wühle, um meine Eindrücke und Gefühle in ein paar Buchstaben zu quetschen, lasse ich hauptsächlich die Bilder sprechen.

Die Höhen und Tiefen Hpa-an’s

Hpa-an ist die Hauptstadt des Kayin-Staates, der erst seit kurzer Zeit zugänglich für Touristen ist. Die Kayin brachten die erste Zeitung Myanmars („Morning Star“) in einheimischer Sprache raus. Wir genossen aber vor allem die atemberaubende Natur und buddhistische Pilgerorte in der Umgebung Hpa-an’s – entweder hoch über den Wolken oder tief unter der Erde.

Bagan’s verwunschene Pagodenlandschaft

Bagan – die Touristenattraktion schlecht hin in Myanmar. Aber auch zu Recht! 3200 Pagoden, Tempel und andere religiöse Bauten verzaubern die staubige Landschaft zu einem unwirklichen Märchenland.

Mandalay – eine Stadt zwischen Vergangenheit, Tradition und Moderne

Mandalay ist die zweitgrößte Stadt Myanmars und befindet sich in einer Zwischenwelt zwischen Vergangenheit, Tradition und Moderne. Königlicher Charm mischt sich mit militärischer Disziplin, städtische Quirligkeit trifft auf dörfliche Pragmatik.

Bergluft in Hsipaw

Hsipaw war der frühere Sitz des Shan-Fürsten Sao Kya Seng, der mit der Österreicherin Inge Eberhard verheiratet war.  Sao Kya Seng wurde in den 1962 von der Militärdiktatur unter Ne Win verschleppt und es ist bis heute noch nicht geklärt, was genau mit ihm passiert ist.  Neben dieser geschichtlichen Bedeutsamkeit, ist Hsipaw hauptsächlich eine entspannte kleine Stadt zwischen Bergen und Wäldern.

 

Gold, Marmor und Kerzenschein – Die Shwedagon Pagode

Ein kleines Highlight der Woche war Helenes und mein Besuch der Shwedagon Pagode! Zwischen den arbeitsreichen Tagen dieser Woche war der Spaziergang durch den Peoples Park hin zum goldenen Schatz Myanmars wie ein kurzer Urlaub: Erfrischend und vitalisierend! Ein bisschen so wie der Koriander-Geschmack zwischen den scharfen herzhaften Shannudeln.

Unser After-Work-Ausflug begann mit einem ruhigen Spaziergang durch den Peoples Park. Wir schlenderten durch Palmen, Graeser, Teakitchens und liessen uns bezaubern vom Leuchten des Sonnenuntergangs, der durch die Windungen einer Achterbahn schimmerte.

An der Shwedagon Pagode angekommen, fuehrten uns zuerst mehrere Rolltreppen durch grosse Hallen aus Marmor, verziert mit wunderbar vielen Schnoerkeln. Und ploetzlich standen wir dann da. Direkt vor der goldglänzenden Pagode, die weit in den dunklen Nachthimmel ragte.

Insgesamt war es sehr ruhig dort, und das trotz der vielen Menschen. Jeder war irgendwie für sich, in Meditation, in Gedanken, aber gleichzeitig schienen alle vereint zu sein. Familien sassen zusammen, lachten, chatteten mit ihren Handys. Mönche meditierten, waren ins Gebet vertieft oder fotografierten sich gegenseitig. Keiner schien sich gestoert zu fuehlen in dem was er tat. Jedes Geräusch hallte zwar kurz auf, wurde aber Sekunden spaeter von der ausgiebigen Weite, dem Marmor und Gold geschluckt.

Eine wirklich einzigartige Stimmung. Aufgeregte Ausgelassenheit harmonierte mit eingekehrter Ruhe. Ein Platz fuer friedliche Unendlichkeit und unendliche Friedlichkeit!

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