Tango und Steak – Pauline en argentina

(M)ein kulturweit blog

Boliche

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Boliche bedeutet Disco und vor der stehe ich nun seit einer halben Stunde. Wir gehen natürlich noch nicht rein, das schickt sich nicht. Es ist schließlich nicht mal drei. Außerdem ist man gerade erst gekommen und hat sich noch nicht ausgiebig auf der Straße stehend gezeigt. Sich und sein Auto. Sich und die Musikanlage des Autos. So funktioniert das hier. Man setzt sich und seine Freunde in eine fette Karre, stellt Funky oder Reaggeton an und fährt erst mal 10-15 mal die Straße hoch und runter, inklusive wiederholten Runden um den Platz. Dabei die Scheibe so weit unten, dass man gesehen wird. Und sehen kann. Die anderen Sehen kann. Die Gruppen mit ihren Autos, Bier und Musik, die an der Straße stehen und sich zeigen. Diese Prozedur hat ihre Routine. Ich habe mich auf den Bürgersteig gesetzt, mir ist ein wenig langweilig. Das missfällt der Routine. Sich auf die Straße setzten wie ein Obdachloser. Wem kommt das denn in den Sinn? Frauen können dass eh eigentlich nicht. Das lassen die Platotschuhe nicht zu. Wie gut, dass ich meine hässlichen Sportschuhe anhabe, über die ich mir auch schon was anhören musste. Aber ich steh dadrüber(höhö): „hey Friends, ich komm aus einer Techno Kultur! Nehmt Rücksicht auf mich, ich kenn das so.“ Dreckige Vintage Klamotten raus, ab aufs Fahrrad und dann Bierchen vorm Club, bevor die Bässe die Sinne vernebeln. Nichts mit Arschwackeln und Selfiestick. Aber so hat eben jedes Land seine gestörten Jugendkulturen. Wobei die eine wohl wesentlich umweltfreundlicher ist und auch sonst irgendwie gesellschaftlich/politisch interessierter. Oh! Jetzt hat sich jemand aus der Gruppe zu mir gesetzt! Letztendlich hat eben doch jeder Mensch die gleichen Bedürfnisse. Und eine Stunde vor der Disco stehen, ohne rein zu gehen, geht halt auf die Beine. Apropo Beine, gerade kam auch ein Mädchen mit Hausschuh ähnlichen Schlappen vorbei, die natürlich nicht ohne Kommentare seitens meiner Gruppe passieren konnte. Die ist mir sympathisch. An meine Birkenstockcomnunity erinnert, fühle ich mich auch mit meinen Turnschuhen wieder legetimierter. Gern hätte ich an dieser Stelle meinen Blogeintrag beendet, nach dem ich endlich einanhalb Stunden tapfer durchgewartet habe und denke es geht los, doch plötzlich steigen alle ins Auto und wir fahren wieder weg. Es stellt sich heraus: es muss ein sicherer Parkplatz für das Auto gesucht werden. Wir parken beinahe vor der Haustür der Autobesitzerin und rennen dann finally zur Boliche, (rennen, weil es sehr kalt ist und man natürlich die Jacke im Auto lässt #stilemusssein), die sich als überaus spaßige Abendbeschäftigung herausstellt.

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