Tango und Steak – Pauline en argentina

(M)ein kulturweit blog

Ein Monat (6)

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Und so zieht die Zeit rasend schnell vorbei zack die Bohne ein Monat um. In der Schule treffe ich noch immer jeden Tag neue Schüler, da sie nicht übermäßig oft stattfindet. Mal ist eine Studentenwoche- 5 Tage lang Party- mal ein Feiertag, andernfalls Lehrerstreik oder es regnet. Ist das Wetter schlecht, kommt nämlich auch niemand. Das Städtchen kenne ich nun schon besser, und auch in immer mehr Familien war ich mal zum Essen oder Mate trinken. An den deutschen Club habe ich mich auch mehr als gewöhnt, nach anfänglichen Schock empfinde ich nun schon eine große Sympathie besonders für die Jugendlichen des Vereins „lustige Deutsche Tancen“. Alles in allem ist das doch eine ganz nette Sache, Traditionen zu erhalten, unabhängig davon ob es sie tatsächlich so gab, oder nicht. Zu dieser Meinung bin ich auch auf Grund des großen Fests am vergangenen Wochenende gekommen. „Fiesta de raíces“. Dank ihm durfte ich zum ersten Mal ein Dirndl ausführen, japanisches Curry umsonst verspeisen, im arabischen Zelt wunderschönen Bauchtanz verfolgen, im brasilianischen Haus einen prima Cocktail trinken und in Alemania ein Bier vom Fass. Hinzukommend gab es eine prima Königinenwahl, bei der man meinen könnte, die Mädchen seien Opfer eines sehr ausgeprägten Sexismussystems, andererseits ist es doch ein sehr schönes Spektakel, was mit ausgeglichener Ernsthaftigkeit ausgeführt wird. Und letztendlich haben eben auch drei sehr emanzipierte, sau coole Mädels gewonnen, die mich davon überzeugen konnten, das eben auch das irgendwie eine Tradition ist. Dennoch könnte man fragen warum kein König gewählt wird.
Ich durfte des weiteren schon zwei wunderschöne Wasserfälle bewundern, die Natur haut mich immer wieder vom Hocker. Wenngleich es hier nicht so üblich ist spazieren zu gehen. Man fährt mit dem Auto wohin und schaut sich was an oder läuft bis zum großen Platz um samt Stuhl und Sonnenschirm Mate mit Freunden und Familie zu trinken. Diese Angewohnheit läuft frei nach dem Motto sehen und gesehen werden ab, Kern der Veranstaltung ist es, möglichst vielen Leuten zu winken, hallo zu sagen und Neuigkeiten auszutauschen. Gesellig und entspannt, gern auch mit Musik unter roter Abendsonne.

2 Kommentare

  1. Herrlich, liebe Pauline, das hört sich nach fettem Leben in der Ferne an…nun gut, etwas ironisch gemeint, aber was sollste schon machen in der Pampa. Ich wünsche Dir mehr solcher Erlebnisse und vielleicht kennst Du dann alle Schüler wenn das Jahr rum ist. In diesem Sinne Kopf hoch, es hätte schlimmer kommen können (..und ich zog den Kopf hoch und es kam schlimmer – nein, nein, ich quatsche nur…)..

    • Ui wie fein vom Onkel zu hören! Tatsächlich weißt das Dorf eine große Vielfalt an Langeweile auf (wie geschickt formuliert, nicht?) das kompensieren aber die unglaublich herzlichen, offenen Menschen mit denen ich hier chille. Ich habe schon ziemlich viele echt tolle Menschen getroffen, mit denen es immer sehr lustig ist. Zweimal die Woche Hockey Training und bald kann ich ein cooles Kunstprojekt an der Schule starten; es läuft also doch was! Und gerade schreibe ich aus Posadas: Stunde entfernt, Großstadt, Party!;) (ich zog den Kopf hoch und es wurde immer wunderbarer) Die allerliebsten Grüße <3

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