Schuld und Sühne

Entgegen eurem Erwarten handelt dieser Artikel nicht von Dostojewskis Roman (ich lese grade Tolstois „Anna Karenina“), sondern von einer tiefgründigen Erkenntnis meinerseits. Nämlich, dass ich die Gabe besitze, zu essen, ohne satt zu werden. Zugegeben, das ist noch nicht die Erkenntnis. Rückblickend frage ich mich aber ernsthaft, wie meine Eltern nicht nur mich, sondern noch einen wie mich, nämlich meinen Bruder (du Vielfraß), meine Schwester und sich selbst bekochten und sogar hin und wieder satt bekamen. Und mir wurde klar (hier fängt der Teil mit der Schuld an), wie dreist ich war, dass ich ihnen dabei selten bis nie half! Erst jetzt, wo ich regelmäßig arbeite und mich danach selber bekochen muss, merke ich, was für ein enormer Aufwand dahinter steckt, gesund und abwechslungsreich zu kochen. Hinzu kommt, dass ich echt unverschämt viel essen kann (ich koche für zwei bis drei Personen pro Mahlzeit, trotzdem bleibt meistens nichts übrig), weshalb ich einen Großteil meiner Zeit und meiner Gedanken auf das Einkaufen,  Zubereiten und anschließende Verzehren von Mahlzeiten konzentriere. Das Ganze schleicht sich sogar schon in meine Träume ein, in denen ich zuweilen durch die Tiefen meines Unterbewusstseins rolle. „Rolling in the deep“ nennt man das dann wohl. Naja, so viel zur Sühne. Glücklicherweise habe ich keine Waage in meiner Wohnung.

*Gabriel und Leyla, wenn ihr das lest, ihr habt einmalig die Möglichkeit, Hermann Hesse zu widerlegen und zu zeigen, dass man nicht nur durch eigene Erfahrung, sondern auch durch Wissen (quasi anderer Leute, in diesem Fall meiner Erfahrung) dazu lernen kann. Fühlt euch nicht gezwungen, meine Fehler zu wiederholen und helft mehr (als ich) beim kochen. Ihr könntet was lernen 😉

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